Info Startseite
Info Liste digitalisierter Titel
Info Emblemdatenbank
Info Hinweise zum Gebrauch der Datenbank
Info Instructions for the use of the database
Info Impressum
Info Datenschutzerklärung

Zur Blätterversion



Emblematische Gemüths-Vergnügung bey betrachtung 715 der curieusten und ergözlichsten Sinnbildern mit ihren zuständigen Deutsch- Lateinisch-Französ- u[nd] Jtalienischen beyschrifften.
Augsburg, Lorentz; Gottlieb Göbels Erben Kroniger, 1693
 
Die um 1700 in verschiedenen Auflagen (zuerst 1693) in Augsburg erschienene Emblematische Gemüths-Vergnügung, die gelegentlich auch unter ihrem Zweittitel 'DEVISES ET EMBLEMES Anciennes & Modernes tirées des plus celebres Auteurs' geführt wird, ist eine Emblem-Enzyklopädie einfachen Zuschnitts. Als emblematisches Musterbuch für bildende Künstler und Kunsthandwerker konzipiert, bietet sie auf 50 Tafeln jeweils zwölf oder 15 Medaillons mit Emblem-Motiven, denen auf dem vorangehenden Blatt mehrsprachig abgefaßte Motti (lateinisch, französisch, italienisch und deutsch) und eine knappe Beschreibung des Bildinhalts zugeordnet sind. Die Augsburger 'Emblematische Gemüths-Vergnügung' ist eine kürzende Übersetzung einer Sammlung, die erstmals 1691 in Amsterdam von Daniel de La Feuille (ca. 1640-1709) unter Mitarbeit des als Sprachlehrer tätigen und als Verfasser deutsch-englischer Sprachbücher bekannten Heinrich Offelen herausgegeben worden ist. Die Amsterdamer Sammlung führt die Motti in sieben Sprachen an und geht ihrerseits auf ein mehrteiliges Werk des französischen Kupferstechers Nicolas Verrien zurück, dessen erster Teil unter dem Titel 'Emblemes et Devises Latines, Espagnoles, et Italiennes. Avec leurs Explications Francoises' auf 63 Tafeln mit je 15 Medaillons insgesamt 945 emblematische picturae bietet; die dazugehörigen Motti werden jeweils nur in einer der angegebenen Sprachen angeführt. Die Motive sind meistens ohne erkennbares Auswahlprinzip verschiedenen Emblembüchern des 16. und 17. Jahrhunderts entnommen. Sowohl die Amsterdamer Sammlung wie auch ihre Augsburger Bearbeitung wurden mehrfach aufgelegt und scheinen offensichtlich einem gewissen Bedarf entsprochen zu haben. Die Verwendung der 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung' ist mehrfach nachgewiesen.
Da die Embleme meistens mehrdeutig sind und ihnen in dieser Sammlung keine Epigramme oder kurze Hinweise auf die mögliche Bedeutung beigegeben sind, muß auf entsprechende Hinweise im Kommentar zu den einzelnen Emblemen verzichtet werden.
 
Literatur: Volkmann (1923), S. 105f. - Schilling (1975), S. 69. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 52.- Harms / Peil (2000), S. 25-35.%EPU
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 456-59. - ARS F. 452. - VD17: 3:302165E
 
 
Sprache(n): dt.; lt.; it.; frz.;     -     Kollation: 51 Tafeln, Nr. 2-51 rückseitig bedruckt     -    Format: 4     -     Fingerprint: S.++ S.++ S.++ no 12 3 1693A
Exemplare: ZIKG: SB 293/1 R; Aufl. 1695: BSB: Res/4 L.eleg.m. 87; ZIKG: SB 295/23 R; Aufl. 1697: BSB: Res/4 L.eleg.m. 47; Aufl. 1699: BSB: 4 L.eleg.m. 48; Aufl. 1703: BSB: 4 L.eleg.m. 49    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 86 m (S. 9 und 10, 11 und 12 sowie 34 und 43 sind vertauscht)








Zur Blätterversion



Joseph Cajetan Khuen
Magnus in ortu; maximus in meridie; major in occasu semperque serenissimus Principum sol. Maximilianus Emanuel, ... seu Apparatus funebris litterarius extremis honoribus ... adornatus - Die Grosse in dem Aufgang / Gröste in dem Mittag / Grössere in dem Nidergang und allezeit Durchleuchtigiste Fürsten-Sonne Maximilian Emanuel ... Oder Lobreicher Leich- und Trauer-Pracht
München, Magdalena Riedlin, 1727
 
Am 26. 2. 1726 starb der bayerische Kurfürst Max Emanuel. Als Höhepunkt der Trauerfeierlichkeiten sind die dreitägigen Exequien (12.-14. 3. 1726) in der Theatinerkirche anzusehen. In der Vierung der Kirche wurde das vom Hofbaumeister Josef Effner (1687-1745) entworfene Castrum doloris errichtet; das aus diesem Anlaß konzipierte komplexe Bild- und Inschriftenprogramm, mit dem die Kirche ausgestattet wurde, geht auf den Theatiner Joseph Cajetan Khuen zurück und ist zusammen mit einem Kupferstich des Castrum doloris in dem reich illustrierten deutsch-lateinischen Werk 'Magnus in ortu ...' vollständig überliefert und kommentiert. Dem Emblemprogramm liegt die traditionelle Vorstellung vom Herrscher als 'Landessonne' zugrunde; es vereinigt den Jahreslauf der Sonne mit dem Tagesablauf. Der Zyklus beginnt am Kajetan-Altar mit vier Sonnenaufgangs-Emblemen, die sich auf die Geburt Max Emanuels beziehen, und wird im Langhaus mit zwölf Emblemen fortgesetzt, die die Sonne beim Lauf durch die Tierkreiszeichen zeigen und einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren aus der Biographie des Kurfürsten abdecken. Die vier Embleme vor dem Altar der Heiligen Familie sind dem Sonnenuntergang gewidmet, die acht Embleme im Chor bzw. an den Logen im Langhaus dienen der "Vorbildung deß Stands der Sonnen / nachdem sie nidergangen." Vier weitere Embleme am Sarkophag versinnbildlichen die Trauer der Familienangehörigen und des Landes. Somit erfüllt das Programm die von einer Leichenpredigt erwarteten Funktionen der laudatio, consolatio und lamentatio, läßt aber auch didaktische Komponenten erkennen.
Wie das Hauptprogramm sind auch die vier Embleme in den Ecken des Titelkupfers dem Sonnenmotiv verpflichtet. Das Titelkupfer wie auch der Kupferstich des Castrum doloris und die Embleme sind von Nikolaus Gottfried Stuber (1688-1749) und Franz Xaver Joseph Späth (+1735) signiert.
 
Literatur: Vezzosi (1780), Bd. 2, S. 444. - Max Emanuel (1976), Nr. 641. - Seelig (1976), S. 20. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 205a/b.
Bibliographie: Praz, S. 386 - Landwehr (1972), Nr. 379.
 
Künstler: Nikolaus Gottfried Stuber; Franz Xaver Joseph Späth
 
Sprache(n): lt.; dt.     -     Kollation: 11 Bl., 180 S.     -    Format: 2
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 494 a Beibd. 2; ESlg/2 Bavar. 1617 t; ESlg/2 Bavar. 476 a; UBM: 2 Hist. 404#SB    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 1619 m








Zur Blätterversion



Pierre Le Moyne
De l'art de regner au Roy
Paris, Sebastien Cramoisy, 1665
 
Der französische Jesuit Pierre Le Moyne (1602-1671) hat neben verschiedenen anderen Schriften zwei Emblembücher (Devises héroiques et morales, 1649; De l'art des devises, 1666) und auch einen emblematischen Fürstenspiegel verfaßt, der Ludwig XIV. gewidmet ist. Das Werk gliedert sich in vier Teile, die insgesamt 15 'Diskurse' vereinigen und das Ziel der 'Regierungskunst', die für den Herrscher relevanten Tugenden sowie die Hilfsmittel der Herrschaft (Beratung, Finanzen und Waffengewalt) abhandeln. Jedem Diskurs ist ein dreiteiliges Emblem vorangestellt, das durchweg die Sonne als Bildmotiv bietet und nicht nur durch Motto und Epigramm, sondern auch durch eine Prosaerklärung als "Explication de la devise" ausführlich erläutert wird. Die Epigramme sind als Rollengedichte angelegt, die von der Sonne wie auch vom König gesprochen zu denken sind. Da das erste Emblem auf die ersten beiden Diskurse gemeinsam bezogen ist, ergeben sich 14 Sonnen-Embleme, denen im Hinblick auf den Adressaten gleichsam die Funktion eines Akrostichons zukommt. Als Stecher der Embleme waren Gérard Audran (1640-1703) und vielleicht auch Jean Le Clerc beteiligt, während Landry die Delphin-Vignetten signiert hat.
 
Literatur: Chérot (1887). - Peil (1986), S. 72-79. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 180. - Saunders (2000), S. 78.
Bibliographie: de Backer / Sommervogel, Bd. 5, Sp. 1356-1371. - Landwehr (1976), Nr. 470. - ARS F. 392.
 
Künstler: Gérard Audran; Jean Le Clerc; Landry
 
Sprache(n): frz.     -     Kollation: 28 Bl., 730 S.
Exemplare: UBM: 0014/W 2 Polit. 44(1/4    -    Signatur: BSB: Res/2 Pol. g. 44








Zur Blätterversion



Anton Ginther
Speculum amoris et doloris in sacratissimo ac divinissimo corde Jesu incarnati, eucharistici, et crucifixi, orbi christiano propositum
Augsburg, Georg Schlüter, 1706
Gedruckt bei Joseph Gruber in Augsburg
 
Anton Ginther (1655-1725) war 46 Jahre als Pfarrer in Biberbach tätig und hat sich um die Biberbacher Wallfahrt sehr verdient gemacht. Zu seinem relativ schmalen literarischen Oeuvre zählen auch zwei emblematisch illustrierte Werke, die wiederholt aufgelegt und verschiedentlich für die emblematische Ausgestaltung süddeutscher Barockkirchen herangezogen worden sind: das 'Speculum amoris' (zuerst 1706) und das Marienbuch 'Mater amoris et doloris' (zuerst 1711).
Ginthers 'Speculum amoris' ist der Tradition der Herz-Jesu-Verehrung verpflichtet. Hauptbestandteil des Werkes sind 50 considerationes, die von einer paraenesis eingeleitet und von einem epilogus abgeschlossen werden. Formal und funktional unterscheiden paraenesis und epilogus sich nicht von den considerationes; sie sind wie diese als Andachtstexte und Predigthandreichung gedacht und werden ebenfalls von einem Emblem eingeleitet. Auf die Angabe des Themas der consideratio folgt jeweils ein Emblem, dem ein Motto sowie ein zur pictura in einem deutlichen Bezug stehendes Bibelzitat beigegeben ist. Im Prosatext der consideratio werden die Embleme kommentiert und in einen größeren gedanklichen Zusammenhang gestellt, ohne daß der Text sich auf die bloße Funktion einer subscriptio reduzieren ließe. Verschiedene Indices und Register erleichtern die Erschließung des Werkes. - Ob der Künstler des Titelkupfers auch die (nicht signierten) Embleme gestochen hat, ist nicht geklärt.
 
Literatur: Zoepfl (1967). - Plötzl (1980). - Kemp (1981), S. 128f.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 315. -Sinnbild (1991), S. 209.
 
Künstler: Johann Caspar Gutwein
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 20 Bl., 408 S., 8 Bl.     -    Format: 4
Exemplare: Aufl. 1731: BSB: Asc. 5548 a;  ♠  Aufl. 1743: UBM: 4 Homil. 255; ZIKG SB 343/11 R; ♠  Aufl. 1753: UBM: 4 Homil. 258(1    -    Signatur: BSB: Res/Asc. 5526 x








Zur Blätterversion



John Barclay
Argenis. Figuris aeneis adillustrata, suffixo clave, hoc est nominum propriorum explicatione atque indice locupletissimo.
Nürnberg, 1673
 
John Barclays (1582-1621) 'Argenis' (zuerst 1621) gehört zu den erfolgreichsten lateinischen Staatsromanen des 17./18. Jahrhunderts. Er verbindet die politische Abhandlung mit der historischen Allegorie (im Sinne eines Schlüsselromans) und der Ritterromanze. Die Forschung hat über 50 lateinische Ausgaben und zahlreiche Übersetzungen nachgewiesen. Neben einigen Editionen, die reine Illustrationen der Handlung bieten, tauchen im späten 17. Jahrhundert in Nürnberg auch komplexer illustrierte Ausgaben auf, die die Textillustration mit kommentierenden Emblemen kombinieren, deren Sinn dem lateinischen Distichon am Fuß der Tafel zu entnehmen ist.
Der emblematisch kommentierende Tafelzyklus wurde erstmals in den Ausgaben des auch durch andere Emblembücher hervorgetretenen Endter-Verlags verwendet; die beteiligten Künstler haben keine Signaturen hinterlassen, auch nicht in den späteren Ausgaben des Schwarzkopff-Verlags.
Die Erschließung der Illustrationen konzentriert sich auf die emblematischen Sinnträger; das Verständnis der textillustrierenden Szenen ist über die Überschriften der Kapitel, denen sie zugeordnet sind, möglich. Die Distichen sind dem sinnerschließenden Kommentar, der teilweise auch auf die Verbindung zum Romangeschehen verweist, vorangestellt.
 
Literatur: Schmid (1904). - Peil (1980). - SinnBilderWelten (1999), Nr. 181.
Bibliographie: VD17: 3:301164T
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [12] Bl., 708 S., [18], [36] Bl. r&s, 36 Ill.     -    Format: 12     -     Fingerprint: mqn- i.d. i,o, grmo 3 1673R
Exemplare: BSB: ESlg/ P.o.germ. 1652 k    -    Signatur: BSB: P.o.lat. 1663 z








Zur Blätterversion



Johann Christoph Kolb
Das Leben der allerseligsten Jungfrau Maria in 26 Emblemen. Mit lat., franz. u. deutschen Versen
Augsburg, Johann Christoph Kolb, o.J.
Gedruckt in Augsburg
 
Der Augsburger Zeichner, Kupferstecher und Kupferstichverleger Johann Christoph Kolb (1680-1743) war in seinen Arbeiten nicht konfessionell gebunden, so daß bei ihm sowohl 'Roma Sancta', ein Werk über Papst Benedikt XIII. und die von ihm ernannten Kardinäle, als auch 'Evangelischer Christen Augen-Weide und Gemüths-Freude', deren Anlaß das 200-jährige Jubiläum der Überreichung der Confessio Augustana an Kaiser Karl V. war, erscheinen konnten.
Ohne daß Kolb darauf hinweisen würde, geht sein Buch - genauso wie 'Lux Claustri ' (vgl. Nr. ??) - auf ein Werk des bedeutenden lothringischen Kupferstechers, Radierers und Zeichners Jacques Callot (1592-1635) zurück, das auf 1629 datiert wird und als eine der frühesten marianischen Emblemfolgen gilt (Kemp, S. 332). Es erschien 1646 in Paris im Druck. Die Stiche erscheinen bei Kolb seitenverkehrt; der bei Callot zweisprachig gedruckte Text (Latein und Französisch) wird bei Kolb um eine deutsche Version erweitert und in die Platte eingestochen. Die Überschriften zu den Epigrammen sind als Motti (in allen drei Sprachen) erfaßt.
 
Literatur: Kemp, Emblem (19??). - Lieure (1927). - Callot (1979), S. 1185-1196 (enthält Callots Radierungen ohne Motti). - SinnBilderWelten (1999), Nr. 33.- Zu Kolb auch zahlreiche Hinweise in: Gier / Janota, S. 844f., 1262f. u. ö.
Bibliographie: Praz, S. 294. - Landwehr (1976), Nr. 197f. - Kemp / Schilling (1982), S. 304.
 
Künstler: Johann Christoph Kolb
 
Sprache(n): lt.; frz.; dt.
Exemplare: BSB: Chalc. 42 a    -    Signatur: BSB: Chalc. 42








Zur Blätterversion



Andreas Brunner
Schau-Plaz Bayerischer Helden. Das ist Auführlicher Entwurff aller Bayerischen Herzoge von Teut an Biß auf jezige Zeit in Teutscher Helden-Sprach beschriben von J. U. M.
Nürnberg, Peter Paul Bleul, 1681
Gedruckt bei Stephan Rolk in Oettingen
 
Andreas Brunner (1589-1650) trat 1605 in den Jesuitenorden ein und lehrte nach Abschluß seiner Studien in Dillingen und Freiburg i. Br., bis ihn 1622 Kurfürst Maximilian I. beauftragte, die bayerische Landeschronik fortzusetzen. Da er dieses Werk nicht zur Zufriedenheit seines Auftraggebers abschließen konnte, gab er das Amt des Hofhistoriographen wieder auf und war nach 1637 als Prediger in Innsbruck tätig. Neben historiographischen Werken hat Brunner auch Dramen verfaßt.
Die umfassende Kenntnis der bayerischen Geschichte, wie sie Brunners dreibändiges Werk 'Annales Virtutis et Fortunae Boiorum' (1626-1637) bezeugt, hat den Autor auch zu einem historiographischen Emblembuch befähigt. 1637 erschienen in München die 'Excubiae Tutelares' ('Schutzwache'), ein Werk, das zwar dem Kurfürsten Maximilian I. gewidmet, aber für Ferdinand Maria (1636-1679) bestimmt ist ("Serenissimi Principis Ferdinandi Mariae Francisci Ignatii Wolfgangi,... cunis appositae dicataeque"). Es enthält die Portraits der 60 Vorfahren des Thronfolgers. Unter jedem Portrait findet sich ein Emblem mit einem Motto; die dazugehörige subscriptio folgt zu Beginn des sich anschließenden Kapitels, das die Vorfahren charakterisiert, über deren Handeln berichtet und die daraus zu ziehenden Lehren vermitteln soll.
1680 erscheint unter dem Titel 'Theatrum virtutis' eine Neuauflage des Werkes, die um das Portrait des verstorbenen Kurfürsten ergänzt und seinem Nachfolger Ferdinand Maria gewidmet ist. Einem unbekannten Übersetzer mit den Initialen J. U. M. ist die ein Jahr später erschienene deutsche Ausgabe ('Schau-Plaz bayerischer Helden') zu verdanken, die die alten Stiche in gröberer Ausführung übernimmt.
Eine gekürzte Ausgabe der 'Excubiae' hat Michael Steinmayr in einer lateinischen (1654) und einer deutschen (1655) Fassung herausgegeben (vgl. Nr. ??).1715 wird ein Teil der Embleme für die Huldigungsschrift 'Fortitudo Leonina' (vgl. Nr. ??) übernommen und neu gestochen.
 
Literatur: Sieveke (19??). - SinnBilderWelten (1999), Nr. 194.
Bibliographie: CLE J.99 - VD17: 12:124624K
 
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [5] Bl., 535 S., [62] Bl., Frontisp., 62 Portr. (K     -    Format: 8     -     Fingerprint: lsrd n.en t;ch WeWu 3 1681A
Exemplare: BSB: Bibl.Mont. 2903; BSB: Res/ Bavar. 500 g; UBM: 8 Hist. 1507 (Kupfer fehlen); UBM: 8 Hist. 524 (Kupfer fehlen, nur Titelkupfer vhd.); UBM: 0014/W 8 Hist. 936    -    Signatur: BSB: Bavar. 500 ga








Zur Blätterversion



Johann Michael Dilherr
Heilig-Epistolischer Bericht / Licht / Geleit und Freud. Das ist: Emblematische Fürstellung / Der Heiligen Sonn= und Festtäglichen Episteln: In welcher Gründlicher Bericht / von dem rechten Wort-Verstand / ertheilet; Dem wahren Christenthum ein helles Licht furgetragen; Und ein sicheres Geleit / mit beigefügten Gebethen und Gesängen / zu der himmelischen Freude / gezeiget wird
Nürnberg, 1663
Gedruckt in Nürnberg
 
Der protestantische Theologe und Pädagoge Johann Michael Dilherr (1604-1669) war einer der bedeutendsten Männer im Nürnberger Geistesleben des 17. Jahrhunderts. Er hatte die Aufsicht über das Nürnberger Schulwesen, lehrte als Professor für Theologie, Philosophie und Philologie am Auditorium Egidianum, übernahm die Leitung der Stadtbibliothek und wurde als herausragender Prediger auch zum Senior der Nürnberger Geistlichkeit ernannt. Unter seinen zahlreichen lateinischen und deutschen Schriften finden sich auch mehrere emblematisch illustrierte Werke, die sich weitgehend wohl der Zusammenarbeit mit den 'Pegnitzschäfern', vor allem aber der engen Freundschaft mit Georg Philipp Harsdörffer, dem führenden Kopf der deutschen Emblemtheorie im 17. Jahrhundert, verdanken.
Dilherrs erste und konzeptionell aufwendigste seiner emblematisch illustrierten Predigtsammlungen ist die 'Heilige Sonn- und Festtags-arbeit' (1660), die mit einer Kombination aus dreiständigen Sinnbildern, Textillustrationen und allegorischem Rahmenwerk ausgestattet ist. Weniger aufwendig und in kleinerem Format erschien 1661 die Sammlung 'Hertz- und Seelenspeise', die als 'Haus- und Reise-Postill' gedacht war. Dagegen sind Dilherrs Predigtsammlungen zu den Evangelien ('Augen- und Hertzens-Lust' vgl. Nr. ??) und zu den Episteln ('Heilig-Epistolischer Bericht') repräsentativer angelegt, jedoch weniger komplex gestaltet. Die Illustrationen sind mit einem paargereimten Zweizeiler überschrieben, der die Funktion des Mottos übernimmt. Als sinnerschließende Epigramme werden paargereimte Vierzeiler eingesetzt, deren knappe Überschriften schon auf die Deutungsrichtung verweisen. Im Text der Predigt wie auch in dem dazugehörigen Lied werden die Embleme in unterschiedlicher Intensität noch einmal aufgenommen. Der Sammlung vorangestellt sind knappe Prosakommentare, die den Leser über die Bildmotive und ihre Bedeutung zusammenfassend informieren. Als Bilddateien sind die Seiten mit den Emblemen und die auf die Embleme bezogenen Text- und Liedpasssagen verfügbar; die jeweiligen Prosakommentare erscheinen als Textdatei in den Kommentarfeldern zu den Emblemen.
 
Literatur: Wietfeldt (1975), S. 140-155. - Peil (1978) S. 9-45. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 18f.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 228. - VD17: 23:269038A
 
Künstler: Melchior Küsell; Georg Strauch
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [16) Bl., 631 S., [16] Bl. Kupfert., Tbl. r&s     -    Format: 4     -     Fingerprint: u. nd enr- che- wali 3 1663R
Exemplare: UBM: 2 Theol. 442#1    -    Signatur: BSB: Eslg / 2 Hom. 74








Zur Blätterversion



Dominicus F. Calin
Aurora Exorta Hoc Est Serenissima Princeps Maria Anna Christina Josepha Theresia Caietana Antonia Francisca Felix Hyacinta Victoria Serenissimis Bavariae Principibus, Ferdinando Mariae Et Adelaidea Henrietae. Anno Quo Gratia De Coelis Boias Manavit in oras. felicissime progenita Cuius Auspicatissimos Exortus Carmine atque Emblema
München, 1660
Gedruckt bei Lukas Straub in München
 
Nachdem die 1652 geschlossene Ehe zwischen Ferdinand Maria von Bayern und Henriette Adelheid von Savoyen mehrere Jahre lang kinderlos blieb, wurde 1660 Maria Anna Christine geboren. Der kaiserliche Historiograph und kurbayerische Bibliothekar Dominikus Franz Calin von Marienberg feierte dieses Ereignis mit einem kleinen Emblemheft, das acht Embleme (mit deutschen und lateinischen subscriptiones) enthält. Die Titelformulierung gibt sich optimistisch, läßt sie doch hoffen, daß nach der Morgenröte sich endlich auch die Sonne, der Thronfolger, zeigen möge.
 
Literatur: Seelig (1976), S. 6. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 189.
Bibliographie: VD17: 12:191855G
 
 
Sprache(n): lt.; dt.     -     Kollation: [1] Bl., 18 S.     -    Format: 4     -     Fingerprint: a.s, æ.UI s.t) QuHi 3 1660C
Exemplare: BSB Res/4 L.eleg.m. 25; Res/4 Bavar. 2120 II,39    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 26 (Das Exemplar stammt aus der Bibliothek der Kurfürstin Adelheid Henriette.)








Zur Blätterversion



Dominicus F. Calin
Sol Oriens. In Serenissimo Principe Ac Domino, Domino Maximiliano Emmanuele Ludovico ... Ferdinandi Mariae, Utr. Bavariae & Sup. Palat. Ducis ... Nec Non ... Mariae Henrietae Adelaidae, Utriusq[ue] Bavariae & Sup. Palat. Ducis. ... Filio
München, Johannes Jäcklin, 1662
 
Nachdem die 1652 geschlossene Ehe zwischen Ferdinand Maria von Bayern und Henriette Adelheid von Savoyen mehrere Jahre lang kinderlos blieb, wurde 1662, zwei Jahre nach der Geburt der ältesten Tochter des bayerischen Kurfürstenpaares, endlich der lang ersehnte Thronfolger geboren. Der kaiserliche Historiograph und kurbayerische Bibliothekar Dominikus Franz Calin von Marienberg ließ aus diesem Anlaß nach der 'Morgenröte' von 1660 zur Geburt der Prinzessin Maria Anna Christine die 'Sonne' folgen. Wie die 'Aurora exorta' ist auch Calins 'Sol oriens' von schmalem Umfang, doch sind die zwölf Embleme (mit Prosakommentaren) für den Kurprinzen komplexer gestaltet. Die von Wolfgang Kilian (1581-1662) gestochenen Embleme sind von einer Kartusche gerahmt, die sechs kleinere Embleme (mit eigenen Motti) enthält; diese zeigen meistens einen großen und einen kleinen Löwen, die wohl auf den Vater und den Sohn verweisen sollen.
 
Literatur: Max Emanuel (1976), Nr. 7. - Seelig (1976), S. 6. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 191.
Bibliographie: VD17: 12:125265A
 
Künstler: Wolfgang Kilian; Caspar Amort d. J.
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [14] Bl. : 1 Ill. (Kupferst.), Ill. (Kupferst.)     -    Format: 4     -     Fingerprint: i-e- E-E- I-I- Tacu 3 1662A
Exemplare: BSB: Res/4 Bavar. 2120, II, 43    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 26 Beibd. 1 (Das Exemplar stammt aus der Bibliothek der Kurfürstin Adelheid Henriette.)








Zur Blätterversion



Georg Spaiser
Plausus Symbolicus In S.R.I. Pomo Quod Maximiliano Serenmo Com. Pal. Rheni, Boiorum Duci, S.R.I. Archidapifero, Et Electori Meritissimo Traditum
Ingolstadt, 1623
Gedruckt bei Gregor Hänlin in Ingolstadt
 
Anläßlich der Verleihung der Kurwürde an den Herzog Maximilian I.von Bayern (1573-1651) am 25.02.1623 brachten die Ingolstädter Jesuiten einige Wochen später eine Gratulationsschrift mit dem Titel 'Plausus symbolicus' heraus. Ihr Verfasser war der aus Füssen gebürtige Jesuit Georg Spaiser (1594-1669), der jedoch im Werk selbst keine Erwähnung findet.
Der 'Plausus symbolicus' umfaßt 30 Embleme, die sich in drei Abschnitte mit jeweils zehn durchnumerierten Sinnbildern unterteilen. So präsentiert der erste Teil Siegeszeichen, die den Triumph Maximilians über Friedrich von der Pfalz meist in Anspielung an antike mythische oder historische Ereignisse feiern. Die zweite Gruppe lobt die Tugenden des neuen Kurfürsten, während die letzte Abteilung die Übertragung der Kurwürde als gerechten Lohn darstellt. Jeder der drei Abschnitte verfügt über einen eigens gestalteten Rahmen, in den jeweils Pictura und Motto eingelassen sind.
Gemeinsames Charakteristikum aller Embleme ist, daß das jeweilige Anliegen anhand eines oder mehrerer Äpfel oder anderer Früchte ausgedrückt wird, die stets auf den Reichsapfel verweisen. Denn der Reichsapfel war das Zeichen des Erztruchsessenamtes im Kurfürstenkollegium, das Maximilian übertragen wurde.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 549/550. - VD17: 23:230997G
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [4] Bl., 108 S., [1] Bl.     -    Format: 2     -     Fingerprint: V.IS nod- æ.us MaCo 3 1623R
Exemplare: BSB: Res/2 Bavar. 474 p Beibd. 3; UBM: 2 Hist. 778#2; UBM: 2 WA 531#1    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 664








Zur Blätterversion



Michael Steinmayr
Ain und sechtzig Königen und Hertzogen auß Bayern Bildnussen / Wie selbige der Ordnung nach / auffeinander gefolg / gelebt und gestorben Von Theodo dem Ersten Hertzog auß Bayrn / Biß auff den Durchleuchtigisten Fürsten und Herrn / Herrn Ferdinand Maria den Ersten/ In Obern und Nidern Bayrn/ auch der Obern Pfaltz Hertzogen/ Pfaltzgrafen bey Rhein/ deß H. Römischen Reichs ErtzTruchseß und Churfürsten / Landgrafen zu Leuchtenberg / [et]c.
München, Johann Wagner, 1655
Gedruckt bei Lukas Straub in München
 
Michael Steinmayrs Publikation, die ein Jahr zuvor bereits in einer lateinischen Fassung verlegt wurde, ist eine gekürzte Ausgabe des von Andreas Brunner verfaßten und zuerst 1637 in München erschienenen Werkes 'Excubiae Tutelares', das 1681 auch ins Deutsche übersetzt wurde. Steinmayr beschränkt sich auf die Wiedergabe der Illustrationen und eine chronologische Übersicht. Durch den Verzicht auf die emblematischen Subscriptionen entfällt die didaktische Komponente der Vorlage. Das Verständnis der Embleme ist oft nur durch den Rückgriff auf die vollständige Ausgabe möglich. Die Kommentare zu den einzelnen Emblemen ähneln deshalb den Kommentaren zu Brunners 'Schau-Plaz bayerischer Helden'.
 
Bibliographie: VD17:12:127449N
 
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [6], [60] Bl. 60 Portr. (Kupferst.)     -    Format: 4     -     Fingerprint: t.er o-ia h-hs 6.er C 1655R
Exemplare: BSB: Res/4 Bavar. 1758 b (lat. Ausg. München 1654)    -    Signatur: BSB: Res/4 Bavar. 1758








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Imprese Sacre Con Triplicati Discorsi Illustrate & Arricchite: A Predicatori, a gli Studiosi della Scrittura Sacra, & a tutti quelli, che si dilettano d'Imprese di belle Lettere, & di Dottrina non volgare, non men uttili, che dilettevoli , Bd. 3
Venedig, Giacomo Sarzina, 1629
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 121
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: 508 S., [63] Bl.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(1/3    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 121-3








Zur Blätterversion



Johann Michael Dilherr
Augen- und Hertzens-Lust. Das ist / Emblematische Fürstellung der Sonn- und Festtäglichen Evangelien
Nürnberg, 1661
 
Der protestantische Theologe und Pädagoge Johann Michael Dilherr (1604-1669) war einer der bedeutendsten Männer im Nürnberger Geistesleben des 17. Jahrhunderts. Er hatte die Aufsicht über das Nürnberger Schulwesen, lehrte als Professor für Theologie, Philosophie und Philologie am Auditorium Egidianum, übernahm die Leitung der Stadtbibliothek und wurde als herausragender Prediger auch zum Senior der Nürnberger Geistlichkeit ernannt. Unter seinen zahlreichen lateinischen und deutschen Schriften finden sich auch mehrere emblematisch illustrierte Werke, die sich weitgehend wohl der Zusammenarbeit mit den 'Pegnitzschäfern', vor allem aber der engen Freundschaft mit Georg Philipp Harsdörffer, dem führenden Kopf der deutschen Emblemtheorie im 17. Jahrhundert, verdanken.
Dilherrs erste und konzeptionell aufwendigste seiner emblematisch illustrierten Predigtsammlungen ist die 'Heilige Sonn- und Festtags-arbeit' (1660), die mit einer Kombination aus dreiständigen Sinnbildern, Textillustrationen und allegorischem Rahmenwerk ausgestattet ist. Weniger aufwendig und in kleinerem Format erschien 1661 die Sammlung 'Hertz- und Seelenspeise', die als 'Haus- und Reise-Postill' gedacht war. Dagegen sind Dilherrs Predigtsammlungen zu den Evangelien ('Augen- und Hertzens-Lust') und zu den Episteln ('Heilig-Epistolischer Bericht') repräsentativer angelegt, jedoch weniger komplex gestaltet. Die Illustrationen sind mit einem paargereimten Zweizeiler überschrieben, der die Funktion des Mottos übernimmt. Als sinnerschließende Epigramme werden paargereimte Vierzeiler eingesetzt, deren knappe Überschriften schon auf die Deutungsrichtung verweisen. Im Text der Predigt wie auch in dem dazugehörigen Lied werden die Embleme in unterschiedlicher Intensität noch einmal aufgenommen. Der Sammlung vorangestellt sind knappe Prosakommentare, die den Leser über die Bildmotive und ihre Bedeutung zusammenfassend informieren. Als Bilddateien sind die Seiten mit den Emblemen und die auf die Embleme bezogenen Text- und Liedpasssagen verfügbar; die jeweiligen Prosakommentare erscheinen als Textdatei in den Kommentarfeldern zu den Emblemen.
 
Literatur: Wietfeldt (1975), S. 167-202. - Peil (1978), S. 9-45. - Lechner , Nr. 15. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 19.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 227. - VD17: 23:269030Q
 
Künstler: Melchior Küsell; Georg Strauch
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [4] Bl.,365 S., [15] Bl. Kupfert., zahlr. Ill. (Ku     -    Format: 4     -     Fingerprint: .)d. n.n; n.n: DeSe 3 1661R
Exemplare: UBM: 2 Theol. 442#2    -    Signatur: BSB: Res/4 Hom. 2403 g








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Imprese Sacre Con Triplicati Discorsi Illustrate & Arricchite: A Predicatori, a gli Studiosi della Scrittura Sacra, & a tutti quelli, che si dilettano d'Imprese di belle Lettere, & di Dottrina non volgare, non men uttili, che dilettevoli , Bd. 2
Venedig, Giacomo Sarzina, 1629
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 121
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: 419 S.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(1/3    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 121-1/2








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Delle Sacre Imprese Di Monsigr. Paolo Aresi Vescovo Di Tortona Libro ...: In cui le fatte in lode di Chro. Signor N. e di altri Santi, e Beati si contengono, da singolari Discorsi ... ; Con le solite Tavole, Delle Imprese ... Bd. 4,1
Tortona, 1630
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 124
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [10] Bl., 830 S., Ill.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(4,1    -    Signatur: BSB: Res/4 Hom. 121-4,1








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Delle Sacre Imprese Di Monsigr. Paolo Aresi Vescovo Di Tortona Libro ...: In cui le fatte in lode di Chro. Signor N. e di altri Santi, e Beati si contengono, da singolari Discorsi ... ; Con le solite Tavole, Delle Imprese ... , Bd. 4,2
Tortona, 1630
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 124
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [4] Bl., 1636 S., Ill.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(4,2; 4 WA 346(4,2    -    Signatur: BSB: Res/4 Hom. 121-4,2








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Delle Sacre Imprese Di Monsigr. Paolo Aresi Vescovo Di Tortona Libro ...: In cui le fatte in lode di Chro. Signor N. e di altri Santi, e Beati si contengono, da singolari Discorsi ... ; Con le solite Tavole, Delle Imprese ... , Bd. 5
Tortona, 1630
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 125
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [7] Bl., 655 S., [15] Bl.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(5; 4 WA 348(5    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 121-5/6,1








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Delle Sacre Imprese Di Monsigr. Paolo Aresi Vescovo Di Tortona Libro ...: In cui le fatte in lode di Chro. Signor N. e di altri Santi, e Beati si contengono, da singolari Discorsi ... ; Con le solite Tavole, Delle Imprese ... , Bd. 6,1
Tortona, 1634
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 126
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [4] Bl., 746 S., [35] Bl., Ill.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(6,1    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 121-5/6,1








Zur Blätterversion



Paolo Aresi
Delle Sacre Imprese Di Monsigr. Paolo Aresi Vescovo Di Tortona Libro ...: In cui le fatte in lode di Chro. Signor N. e di altri Santi, e Beati si contengono, da singolari Discorsi ... ; Con le solite Tavole, Delle Imprese ... , Bd. 6,2
Tortona, 1635
 
Paolo Aresi (1574-1644), regulierter Chorherr und Theatiner, der u. a. in Neapel und Rom Philosophie und Theologie lehrte und seit 1620 das Bischofsamt in Tortona innehatte, verfaßte zunächst zwei Bücher über die Imprese Sacre, die 1613-1615 in Verona erschienen, um sie in den folgenden Jahren ständig zu erweitern, bis das Werk sieben Bände mit insgesamt 200 Impresen umfaßte und sich damit zu einem der wichtigsten Impresen-Werke, die von Theatinern verfaßt wurden, entwickelte. Während das erste und das siebte Buch theoretische Abhandlungen über Impresen beinhalten, beginnt das zweite Buch mit der Vorstellung der einzelnen Impresen, die sich insbesondere auf Christus und verschiedene Heilige beziehen, um deren Leben, Tugenden und Eigenschaften zu veranschaulichen. Der zweite Teil des vierten Buches ist geistlichen Personen, das fünfte Buch Maria und weiblichen Heiligen gewidmet, während das sechste Buch die Laster behandelt. Die einzelnen Beispiele bestehen jeweils aus einer Überschrift, die meist den dargestellten Gegenstand der pictura bezeichnet und das Fest bzw. den Heiligen, auf den sich das Emblem bezieht, nennt. Es folgt die pictura mit meist integriertem Motto und einer aus acht Versen bestehenden subscriptio, an die sich eine umfangreiche Abhandlung anschließt.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 47.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 126
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [4] Bl., 921 S., [37] Bl., Ill.
Exemplare: UBM: 4 Homil. 34(6,2    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 121-6,2








Zur Blätterversion



Gaetano Felice Verani
Monumentum extremi honoris ... piis manibus Ser. Princ. Ferdinandi Mariae errectum
München, 1679
Gedruckt bei Johannes Jäcklin in München
 
Die anläßlich der Geburt Max Emanuels gestiftete Theatinerkirche war Schauplatz der Exequien für den bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria (1636-1679). Das Dekorationsprogramm mit zwei Emblemzyklen ist im 'Monumentum extremi honoris' des Theatiners Gaetano Felice Verani in aller Breite überliefert.
Der Band läßt auf die "Oratio funebris" (S. 5-18) eine ausführliche Beschreibung des "Apparatus funebris" folgen (S. 19-50) und bietet dann zwei Emblem-Zyklen mit entsprechenden Kupferstichen von Michael Wening nach Entwürfen von Cosmas Asam (vgl. S. 55). Die ersten 24 Embleme (S. 51-150) sollen als panegyrische Biographie das Leben und die Tugenden des Verstorbenen verherrlichen ("Vita et Virtutes Emblematis delineatae"), der zweite Zyklus umfaßt zwölf Embleme (S. 151-177) und bezieht sich auf den aktuellen Anlaß. Der Tod des Kurfürsten wird als "Ad superos Emigratio" ausgegeben. Mit der Wiedergabe des Epitaphiums (S. 178f.) endet der Band.
Die beiden Emblemzyklen nehmen offensichtlich ähnliche Funktionen wahr wie die Leichenpredigt. Die Embleme, die auf das Leben und die Tugenden des Kurfürsten bezogen sind, dienen der laudatio des Verstorbenen. Der zweite Zyklus zielt wohl auf die consolatio der Hinterbliebenen ab. Teilweise sind den Emblemen auch Bibelzitate zugeordnet.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 49 u. Nr. 214.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 620 - VD17: 12:127498N
 
Künstler: Michael Wening; Cosmas Asam
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [3] Bl., 179 S. zahlr. Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: iai- amu- i-o- begu 3 1679R
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 285 m Beibd. 2; 2 Bavar. 285 n Beibd. 2; 2 Bavar. 769 im Beibd. 1; Res/2 Bavar. 970,V,4; Res/2 Bavar. 60 Beibd. 5; UBM: 2 P. lat. rec. 117; 2 Hist.404#SB    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 841








Zur Blätterversion



Dies Natalis Serenissimi Infantis et Principis Boiorum, Maximiliani Em[m]anuelis Favoribus Sanctorum, Heroum Crepundiis, Et votis Patrum S.J. Coronatus, In solennibus baptismalibus
Köln, 1662
 
Wie die Münchener Jesuiten die Geburt, haben die Kölner Jesuiten die Taufe Max Emanuels mit einem Emblemheft gefeiert. Auch ihre Schrift hat nur geringen Umfang, aber eine komplexe Struktur. Das von Johann Toussyn signierte Titelkupfer zeigt hinter dem von zwei Löwen gehaltenen bayerischen Wappen den Kurprinzen in seiner Wiege. Er ist umgeben von sieben seiner 11 Namenspatrone und dem Heiligen Pius, dem der 11. Juli, der Geburtstag Max Emanuels, geweiht ist. Im oberen Bildteil beugen sich aus einer Art Empore die übrigen Namenspatrone über die Wiege. Jedem ist eine pictura mit einem Motto zugeordnet, auf die der Text in verschiedenen Epigrammen Bezug nimmt; daher sind die einzelnen Bildmotive des Titelkupfers als eigenständige Embleme erfaßt. Die abgebildeten Gegenstände können teilweise auch als Taufgeschenke verstanden werden, wenn z. B. Maximilian über dem Medaillon mit dem Rosenkranz (Motto: Nihil ista gravabit) sitzt.
Neben den Erläuterungen des Titelkupfers enthält das Heft auch fünf Einzelembleme, die durch eine Prosa-subscriptio gedeutet werden. Ihre picturae nutzen die Sonnen- und Lichtmetaphorik.
 
Literatur: Max Emanuel, Nr. 8; Seelig, S. 6; SinnBilderWelten (1999) Nr. 192a/b.
Bibliographie: CLEJ.122. - VD17: 12: 127610L
 
Künstler: I. Toussin
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 15 S. Kupfert., zahlr. Ill. (Kupferst.).     -    Format: 2     -     Fingerprint: m,as s.i- s.is OmII 3 1662R
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 950,I,81 a    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 950,I,81








Zur Blätterversion



Fama Prognostica ad cunas Maximiliani Emanuelis Ferdinandi Mariae filii et Henrietae Adeleidis a collegio Monacensi Societat. Jesu.
1662
Gedruckt bei Lukas Straub in München
 
Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern hatte schon 1652 Henriette Adelheid von Savoyen geheiratet; nach der Tochter Maria Anna (1660) wurde 1662 endlich der Thronfolger Maximilian II. Emanuel geboren; diese Geburt feierten die Münchner Jesuiten mit der vorliegenden 'Fama Prognostica'.
Die breit angelegte allegorische Szenerie gipfelt in der gemeinsamen Betrachtung von sieben emblemähnlichen Kupfertafeln, in denen dem zukünftigen Herrscher die für eine erfolgreiche Staatsführung notwendigen Eigenschaften vor Augen gestellt und vorhergesagt werden. Dabei handelt es sich um konträre und zugleich auch komplementäre Eigenschaften wie pietas cum politia oder pacis ac belli artes. Im Begleittext kommen dabei einleitend abwechselnd der Ephebus und der Genius jeder der beiden elterlichen Familien zu Wort, die sich jeweils durch eine der beiden in den Kupfertafeln dargestellten Eigenschaften auszeichnen, während im Sohn - so das Fazit der Fama - sich die positiven Eigenschaften aufs Vorteilhafteste vereinigen und ihn für sein Amt befähigen werden.
Die Vorlagen für die sieben Kupfertafeln und das Titelkupfer stammen von dem Münchner Hofmaler Caspar Amort d. J. (1612-1675); die Stiche führte Bartholomäus II. Kilian (1630-1696) aus, der u. a. drei Jahre in den Diensten M. Merians in Frankfurt am Main stand.
 
Literatur: Max Emanuel, Nr. 6. - Seelig, S. 6. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 190.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 205. - VD17: 12:127621Z
 
Künstler: Caspar Amort d. J.; Bartholomäus II. Kilian
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [3] Bl., 48 S. Kupfert., Ill. (Kupferst.)     -     Fingerprint: E-at i-l- e-l- covi 3 1662R
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 285 n; 2 Bavar. 950,III,1 c; 2 Bavar. 950,III,1; 4 H. mon. 454    -    Signatur: BSB: Res/2 P.o.lat. 74,1








Zur Blätterversion



Anton Ginther
Mater amoris et doloris, quam Christus in cruce moriens omnibus ac singulis suis fidelibus in matrem legavit: Ecce mater tua: Nunc explicata per Sacra Emblemata, Figuras Scripturae quam plurimas, Conceptus varios Praedicabiles, SS. Patrum Sententias, raras Historias ...
Augsburg, Martin Veith, 1741
 
Anton Ginther (1655-1725) war 46 Jahre als Pfarrer in Biberbach tätig und hat sich um die Biberbacher Wallfahrt sehr verdient gemacht. Zu seinem relativ schmalen literarischen Oeuvre zählen auch zwei emblematisch illustrierte Werke, die wiederholt aufgelegt und verschiedentlich für die emblematische Ausgestaltung süddeutscher Barockkirchen herangezogen worden sind: das 'Speculum amoris' (zuerst 1706) und das Marienbuch 'Mater amoris et doloris' (zuerst 1711).
Ginthers 'Mater amoris et doloris' ist der Tradition der Marien-Verehrung verpflichtet und weist Korrespondenzen mit der Marienemblematik, insbesondere der Lauretanischen Litanei, auf.. Hauptbestandteil des Werkes sind 70 considerationes, die von einer Paraenesis eingeleitet und von einem Epilogus abgeschlossen werden. Formal und funktional unterscheiden Paraenesis und Epilogus sich nicht von den considerationes; sie sind wie diese als Andachtstexte und Predigthandreichung gedacht und werden ebenfalls von einem Emblem eingeleitet. Auf die Angabe des Themas der consideratio folgt jeweils ein Emblem, dem ein Motto sowie ein zur pictura in einem deutlichen Bezug stehendes Bibelzitat beigegeben ist. Im Prosatext der consideratio werden die Embleme kommentiert und in einen größeren gedanklichen Zusammenhang gestellt, ohne daß der Text sich auf die bloße Funktion einer subscriptio reduzieren ließe. Verschiedene Indices und Register erleichtern die Erschließung des Werkes. - Ob der Künstler des Titelkupfers auch die (nicht signierten) Embleme gestochen hat, ist nicht geklärt.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 320. - Sinnbild (1991), S. 209.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 11 Bl., 514 S., 15 Bl.
Exemplare: BSB: Asc. 5527 i; UBM: 4 Homil. 255#SB; Ausg. 1711: BSB: 4 Asc. 385; ZIKG: SB 311/7 R    -    Signatur: BSB: Asc. 5548 a Beibd. 1








Zur Blätterversion



Paul Aler
Foedus leonis et aquilae: hoc est Maximiliani Emanuelis et Mariae Antoniae connubium
1685
Gedruckt bei Peter Wilhelm von Alstorff in Köln
 
Die Hochzeit Max Emanuels mit Maria Antonia von Österreich fand auch bei den Kölner Jesuiten Interesse, da der Erzbischof von Köln, Maximilian Heinrich, aus der Leuchtenbergischen Linie der bayerischen Wittelsbacher stammte. Sie veröffentlichten die von Paul Aler verfaßte Huldigungsschrift 'Foedus leonis et aquilae' mit anspruchsvollen Illustrationen und Texten. Der Band enthält zehn allegorische Darstellungen mit emblematischen Einsprengseln und ausführlichen lateinischen Erklärungen. Die Tafeln sind von Johann Jakob Soentgens (+ nach 1701) entworfen; Johann Heinrich Löffler (um 1604 - nach 1688) hat das Titelkupfer, S. Theyssens die übrigen Tafeln gestochen.
Leitidee der Schrift ist die Versinnbildlichung der Heirat zwischen dem Kurfürsten und der Kaisertochter als Bündnis zwischen den mächtigsten Tieren des Landes und der Lüfte, dem Löwen und dem Adler, die zugleich auch die Wittelsbacher und die Habsburger heraldisch markieren.
 
Literatur: Max Emanuel Nr. 240. - Seelig, S. 9. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 195.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 198. - CLEJS J.3. - VD17: 12:128578K
 
Künstler: Jakob Soentgens; Johann Heinrich Löffler; S. Theyssens
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [19] Bl. Kupfert., zahlr. Ill. (Kupferst.).     -    Format: 2     -     Fingerprint: odE- s.ae, t.os DaCo C 1685R
Exemplare: BSB: Res/2 Bavar. 296;    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 296 a








Zur Blätterversion



Lodovico Dolce
Imprese nobili et ingeniose di diversi Prencipi, et d'altri Personaggi illustri nell'arme et nelle lettere
Venedig, Girolamo Porro, 1578
 
Über Lodovico Dolce ist der Forschung nicht viel bekannt. Schon die Angaben über seine Lebensdaten divergieren beträchtlich. Er wurde als Sohn einer der ältesten Familien des Landes 1508 in Venedig geboren und studierte in Padua. Er arbeitete als Historiker, Grammatiker und Dichter und war als Herausgeber tätig. Sein Ruf unter den Zeitgenossen begründete vor allem auf seinen Übersetzungen von Horaz, Cicero, Catull und anderen Autoren der römischen Antike; er schrieb Biographien über Franz I. und Karl V. Dolce starb um 1568 (nach Caputo 1566 oder 1569) in Venedig.
In den 'Imprese di diversi Prencipi' verfaßte er die Stanzen, die als Subscriptiones zu den Picturae von Battista Pittoni dienen. Der aus Vicenza stammende Pittoni (1520-1583) war als Kupferstecher, Radierer und Miniaturmaler in Rom und Neapel tätig; für den 12. 2. 1558 verbürgt eine schriftliche Quelle den Aufenthalt in Venedig.
Das Münchener Exemplar der 'Imprese nobili et ingeniose di diversi Prencipi' entstammt der dritten Auflage von 1583. Allerdings ist das Titelkupfer auf 1578, die Vorrede des Verlegers auf 1579 datiert. Die erste und zweite Ausgabe trugen noch den Namen des Stechers im Titel; die Embleme sind mit seinem Monogramm BPV ('Battista Pittoni Vincentino') signiert.
Das Buch ist jeweils nur auf den Rectoseite mit Pictura, eingeschriebenem Spruchbandmotto und Subscriptio bedruckt. In die reichen Zierrahmen ist meistens der Name des Impresenträgers eingeschrieben.
 
Literatur: Caputo, Vincenzo: I poeti italiani dall’ antichità ad oggi. 1960, S. 332. - Nappo, Tommaso (Hg.): Archivio biografico italiano. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 109 (Aufl. von 1583).
Bibliographie: Praz, S. 458. - Landwehr (1976), Nr. 607.
 
Künstler: Battista Pittoni
 
Sprache(n): it.
Exemplare: Ausg. 1583: BSB: Chalc. 79    -    Signatur: BSB: Chalc. 78








Zur Blätterversion



Ercole BernabeiVentura Terzago
Erote ed Anterote Torneo celebrato dall'Altezza Ser. Elett. di Massimiliano Emanuele Duca dell'a Baviera ... Con Maria Antonia ... d'Austria 1686. Porto in Musica dal Ercole Bernabei.
1686
Gedruckt bei Johannes Jäcklin in München
 
Im Rahmen der Festlichkeiten am Münchner Hof anläßlich der Hochzeit Max Emanuels mit Maria Antonia wurde am 4. Februar 1686 ein Turnierspiel veranstaltet. Dabei wurde das von Ventura Terzago verfaßte und von Ercole Bernabei (1622-1687) vertonte Schauspiel 'Erote et Anterote' aufgeführt, das in Abwandlung des antiken Mythos von Eros und Anteros die Hochzeit als Wettstreit von Liebe und Gegenliebe feiert. Das Buch bietet den Text dieses Schauspiels sowie die Impresen der Turnierkämpfer. Das Titelkupfer haben der Hoftheaterarchitekt Domenico Mauro (1685-1693 in München) und der Hofkupferstecher Michael Wening (1645-1718) signiert. Vielleicht sind ihnen auch die emblematischen Kupfer zuzuschreiben, die auf die Beziehungen der Turnierspielteilnehmer zum Hof verweisen.
 
Literatur: Max Emanuel, Nr. 876. - E. Katzbichler: Über das Leben und die weltlichen Vokalwerke des Ercole Bernabei. München 1963. - Robert V. Merill: Eros and Anteros. In: Speculum 19 (1944), S. 265-84. - Guy de Tervarent: Eros and Anteros, or Reciprocal Love in Ancient and Renaissance Art. In: JWCI 28 (1965), S. 205-208. - SinnBilderWelten (1999), Nr.197.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 589. - VD17: 12:124674S
 
Künstler: Domenico Mauro; Michael Wening
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [3] Bl., 70 S.     -    Format: 4     -     Fingerprint: cou- r?te o.uo ELll 3 1686A
Exemplare: BSB: 4 Bavar. 2165,VI,7; Res/4 Or.fun. 163    -    Signatur: BSB: Res/4 Hom. 1901-22 Beibd. 8








Zur Blätterversion



Emblematische Gemüths-Vergnügung / Bey Betrachtung Drey hundert und sechtzig der curieusesten und ergetzlichsten Sinn-Bildern / Mit ihren zuständigen Teutsch- und Lateinischen Bey-Schriften
Wolfenbüttel, Jakob Wilhelm Heckenauer, [um 1710]
 
Die Augsburger 'Emblematische Gemüths-Vergnügung' (zuerst 1693) hat offensichtlich eine Wolfenbütteler Nachahmung angeregt, die sich zwar bis in die Titelformulierung und die formale Gestaltung des Titelkupfers am Vorbild orientiert, aber inhaltlich einen neuen Akzent setzt: Sie bietet ausschließlich religiös gedeutete Embleme. Als Verleger und Produzent firmiert der aus Augsburg stammende Jacob Wilhelm Heckenauer (+1738), der ab 1705 in Wolfenbüttel nachweisbar ist und dort 1709 zum Hofkupferstecher aufgestiegen ist. Es ist durchaus denkbar, daß Heckenauer die Augsburger 'Emblematische Gemüths-Vergnügung' gestochen hat und am neuen Wirkungsort am früheren Erfolg anknüpfen wollte. Wieder werden 15 emblematische Medaillons pro Tafel zusammengefaßt, dabei aber auch thematisch geordnet. Der Begleittext (lat. mit dt. Übers.) gibt den einzelnen Emblemen jeweils eine klare Deutung und verzeichnet ein lateinisches Motto mit deutscher Übersetzung; die Deutung zeigt sich mit dem Kürzel L. C. dem Prinzip der Loci communes verpflichtet. Anders als sein Vorbild gibt Heckenauer gelegentlich auch seine Quelle an.
Im Kommentar zu den einzelnen Emblemen erscheint die Themenangabe sowie der Locus communis im Originalwortlaut. Auf die Wiedergabe der Bildbeschreibung wird verzichtet.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 53.
 
Künstler: Jakob Wilhelm Heckenauer
 
Sprache(n): dt.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 86 Beibd. 2








Zur Blätterversion



Carlo Labia
Simboli festivi per le solennita' principali di Christo Nostro Signore, della beata vergine Maria, degli apostoli, e d'altri santi
Venedig, Nicolo Pezzana, 1698
 
Die 1698 bei Nicoló Pezzana in Venedig gedruckten 'Simboli Festivi' von Carlo Labia, Erzbischof von Korfu, gehören zum Typus der illustrierten Predigtsammlungen, die sich im vorliegenden fall ausschließlich auf die Heiligenfeste des Kirchenjahres beziehen. Dabei folgt auf die liturgische Bestimmung die mit einem Motto versehene pictura, an die sich eine knappe Zusammenfassung der darauffolgenden Predigt anschließt, deren intertextuelle Verweise über zahlreiche Marginalglossen bequem erschlossen werden. Der unkomplizierte Bildaufbau der pictura ist von einer Rahmung eingefaßt, die unterschiedliche Funktionen ausfüllen kann: Zum einen übernimmt sie in zahlreichen Fällen ornamentale Zierfunktion, zum anderen spiegelt die Rahmung den Bedeutungsgehalt der einzelnen picturae, indem sie entweder den emblematischen Gegenstand aufnimmt und im Verhältnis zur pictura differenzierter abbildet, oder über das in der pictura Dargestellte hinausweist, insofern sie analoge emblematische Motive bereithält. eine letzte Funktion steht insbesondere im Zusammenhang mit der häufig anzutreffenden Personifikation: Dabei werden einzelne Aspekte des allegorischen Sinngehalts stark hervorgehoben und vermenschlicht, was sich dann vor allem für die anschließende Predigt und ihre ethisch-moralische Belehrung fruchtbar machen läßt. Personifikationen eignen sich darüber hinaus insbesondere für die Heiligenfeste, dienen sie doch der ikonographischen Präzisierung, indem den Heiligen und Märtyrern die jeweils charakteristischen Gegenstände zuordnet werden.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 424.
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: 10 Bl., 502 S., 6 Bl.
Exemplare: BSB: 2 Hom. 229    -    Signatur: UBM: 2 Homil. 118








Zur Blätterversion



Carlo Labia
Simboli predicabili estratti da sacri Evangeli che corrono nella quadragesima
Ferrara, Bernardin Barbieri, 1692
 
Die zwei Bände umfassenden 'Simboli Predicabili' des Erzbischofs von Korfu Carlo Labia - der erste Band wurde 1692 bei Bernardin Barbieri in Ferrara gedruckt, der zweite 1696 bei Nicolò Pezzana in Venedig - gehören zum Typus der illustrierten Predigtsammlungen, die sich im vorliegenden Fall ausschließlich auf die Hochfeste des Kirchenjahres beziehen. Dabei folgt auf die liturgische Bestimmung die mit einem Motto versehene pictura, an die sich eine knappe Zusammenfassung des Sinngehalts der darauffolgenden Predigt anschließt, deren intertextuelle Verweise über zahlreiche Marginalglossen bequem erschlossen werden. Der unkomplizierte Bildaufbau der pictura ist von einer Rahmung eingefaßt, die unterschiedliche Funktionen ausfüllen kann: Zum einen übernimmt sie in zahlreichen Fällen ornamentale Zierfunktion, zum anderen spiegelt die Rahmung den Bedeutungsgehalt der einzelnen picturae, indem sie entweder den emblematischen Gegenstand aufnimmt und im Verhältnis zur pictura differenzierter abbildet oder über das in der pictura Dargestellte hinausweist, insofern sie analoge emblematische Motive bereithält. Eine letzte Funktion steht insbesondere im Zusammenhang mit der häufig anzutreffenden Personifikation: Dabei werden einzelne Aspekte des allegorischen Sinngehalts stark hervorgehoben und vermenschlicht, was sich dann vor allem für die anschließende Predigt und ihre ethisch-moralische Belehrung fruchtbar machen läßt.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 423.
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [16] Bl., 488 S., [22] Bl.
Exemplare: BSB: 2 Hom. 228    -    Signatur: UBM: 2 Homil. 117(1








Zur Blätterversion



Carlo Labia
Simboli predicabili estratti da sacri Evangeli che corrono nelle Domenichi di tutto l'anno delineati con morali & eruditi discorsi
Venedig, Nicolo Pezzana, 1696
 
Die zwei Bände umfassenden 'Simboli Predicabili' des Erzbischofs von Korfu Carlo Labia - der erste Band wurde 1692 bei Bernardin Barbieri in Ferrara gedruckt, der zweite 1696 bei Nicolò Pezzana in Venedig - gehören zum Typus der illustrierten Predigtsammlungen, die sich im vorliegenden Fall ausschließlich auf die Hochfeste des Kirchenjahres beziehen. Dabei folgt auf die liturgische Bestimmung die mit einem Motto versehene pictura, an die sich eine knappe Zusammenfassung des Sinngehalts der darauffolgenden Predigt anschließt, deren intertextuelle Verweise über zahlreiche Marginalglossen bequem erschlossen werden. Der unkomplizierte Bildaufbau der pictura ist von einer Rahmung eingefaßt, die unterschiedliche Funktionen ausfüllen kann: Zum einen übernimmt sie in zahlreichen Fällen ornamentale Zierfunktion, zum anderen spiegelt die Rahmung den Bedeutungsgehalt der einzelnen picturae, indem sie entweder den emblematischen Gegenstand aufnimmt und im Verhältnis zur pictura differenzierter abbildet oder über das in der pictura Dargestellte hinausweist, insofern sie analoge emblematische Motive bereithält. Eine letzte Funktion steht insbesondere im Zusammenhang mit der häufig anzutreffenden Personifikation: Dabei werden einzelne Aspekte des allegorischen Sinngehalts stark hervorgehoben und vermenschlicht, was sich dann vor allem für die anschließende Predigt und ihre ethisch-moralische Belehrung fruchtbar machen läßt.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 423.
 
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [6] Bl., 519 S., [20] Bl.
Signatur: UBM: 2 Homil. 117(2








Zur Blätterversion



Johann Ulrich Krauß
Heilige / Augen- und Gemüths-Lust Vorstellend Alle Sonn- Fest- und Feyrtägliche / Nicht nur / Evangelien Sondern auch / Epistelen und Lectionen Jene Historisch Diese auch Emblemmatisch und mit curieusen / Einfassungen In vielen Kupffer-Stücken von frembder und gantz neuer / Invention, / So wohl zur Kunst-Ubung als Unterhaltung Gottseeliger / Betrachtungen wie auch Vermehrung der Kupffer-Biblen und Außzierung aller Christlichen / Postillen dienlich.
Augsburg, Johann Ulrich Krauß, 1706
Gedruckt in Augsburg
 
Der Augsburger Kupferstecher und Verleger Johann Ulrich Krauß (1655-1719) erlernte sein Kunsthandwerk bei Melchior Küsel (1626- ca. 1683), einem Schüler Matthaeus Merians d. Ä. (1593-1650). Nach mehrjährigem Aufenthalt in Wien trat Krauß in den Augsburger Verlag Melchior Küsels ein und heiratete 1685 dessen Tochter Johanna Sibylla Küsel (um 1650-1717). Unterstützt von seiner gleichfalls als Kupferstecherin tätigen Frau, avancierte Kraus bald zu einem der angesehensten Kupferstecher Augsburgs, und sein Verlagsgeschäft prosperierte. Angebote verschiedener Fürstenhöfe soll er abgelehnt haben. Zwar scheint der Verlag durch die Verwüstungen des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1713) stark in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, doch schon bald konnte die Produktion wieder aufgenommen werden: Im Jahr 1717 weist das Steuerbuch der Stadt Augsburg Kraus als wohlhabenden Bürger aus.
Seine Arbeiten kennzeichnen bemerkenswerte Sorgfalt und gewandte Darstellungskunst. Stilbildend wirkten dabei v. a. die Arbeiten Sébastien Leclercs (1637-1714) und Jean Lepautres (1618-1682). Zu den Kupferstichsammlungen, die Kraus mit Emblemen ausgestattet hat, gehört neben den Tapisseries du Roy die Heilige Augen- und Gemüths-Lust (1706 u. ö.). Gegliedert in zwei Teile (Teil 1: Bl. 1-70; Teil 2: Bl. 71-120), denen jeweils ein ganzseitiger Kupferstich und das Titelblatt vorangestellt sind, enthält die Heilige Augen- und Gemüths-Lust neben der eigentlichen Sammlung einen höchst informativen Vorbericht zu Entstehungsgeschichte und Wirkungsabsicht. Außerdem erleichtert ein Register den Zugriff. Die eigentliche Sammlung von 120 Einzelblättern bietet in streng durchgehaltener Zweiteilung Text-Bild-Ensembles zu Evangelien- und Lesungstexten der sonn- und feiertäglichen Leseordnung. Dabei folgt Kraus mit seiner Gestaltung der oberen Bildhälfte traditionellen Bahnen: Historisierend-illustrative Stiche der jeweiligen Evangelienszenerie werden von mehreren Reimpaaren begleitet, die den zugrundeliegenden Evangelientext in erbaulicher Absicht paraphrasieren; der Rückgriff auf französische Vorlagen und eigene Bilder-Bibeln (Historische Bilder-Bibel ..., 5 Teile, [1698-1700]) ist unverkennbar; demselben Illustrationsprinzip ist auch sein Biblisches Engel- und Kunstwerck (1694) verpflichtet. Anders verfährt Kraus mit den der unteren Blatthälfte vorbehaltenen Lesungstexten: Hier komponiert er komplexe Text-Bild-Ensembles emblematisch-allegorischer Art; direkte Vorbilder fehlen. Dafür beeindrucken die meisten Ensembles der unteren Bildhälfte durch ungewöhnliche Text-Bild-Kombinationen (Nr. 28, 65 u. a.) und den souveränen Umgang mit emblematisch-allegorischen Motivtraditionen (Nr. 1, 26 u. v. a.), bevorzugt nichtreligiöser Provenienz. Die Heilige Augen- und Gemüths-Lust gilt denn auch weniger der konfessionell gebundenen Glaubensschulung als vielmehr einer auf private Schriftlesung berechneten, letztlich synästhetischen Glaubensvertiefung.
Mit seinem Präsentationskonzept stieß Krauß auf reges Käuferinteresse; die Heilige Augen- und Gemüths-Lust erlebte zahlreiche Auflagen in verschiedenen Formaten.
 
Literatur: Lechner, Nr. 29. - Fedja Anzelewsky (Hg.): Hollstein's German engravings, etchings and woodcuts. Ca. 1400-1700. Bd. 19. Amsterdam 1976, Nr. 713-780. - Augustyn: Augsburger Buchillustration, S. 842f. - Maria Lanckoroñska: Die Augsburger Druckgraphik des 17. und 18. Jahrhunderts. In: Hermann Rinn (Hg.): Augusta 955-1955. Forschungen und Studien zur Kultur- und Wirtschaftsgeschichte Augsburgs. München 1955, S. 347-362. - Maria Lanckoroñska u. Richard Öhler: Die Buchillustration des XVIII. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bd. 1. Berlin 1932, S. 19-40, 92-94; Bd. 3. Berlin 1934, S. 77-80. - Otto Reichl: Die Illustrationen in vier geistlichen Büchern des Augsburger Kupferstechers Johann Ulrich Kraus. Straßburg 1933. - Christina Thon (Hg.): Augsburger Barock. Ausstellung unter dem Patronat von ICOM. Augsburg 1968, S. 405-452.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 390. - Praz, S. 389.
 
Künstler: Johann Ulrich Krauß
 
Sprache(n): dt.
Exemplare: ZIKG: SB 306/3 R    -    Signatur: BSB: Res/2 B. hist. 27








Zur Blätterversion



Hieronymus Ammon
Imitatio Crameriana sive Exercitum Pietatis Domesticum
Nürnberg, Jeremias Dümmler, 1647
 
Die von dem Nürnberger Ratsschreiber Hieronymus Ammon verfaßte 'Imitatio Crameriana' orientiert sich, wie schon der Titel vermuten läßt, an den 'Emblemata Sacra' des Stettiner Pastors und Theologen David Cramer (1617) und soll der Meditation über die Grundlagen des Glaubens dienen.
In dem 1647 in Nürnberg erschienenen Werk greift Ammon auf die Bibelmotti und picturae bei Cramer zurück, kombiniert diese jedoch neu, so daß Variationen entstehen; die Kupfer (Typis et Sumptibus) stammen von Jeremias Dümler.
Der Aufbau der insgesamt 40 meditationes folgt einer klaren Struktur: Auf der verso-Seite befindet sich ein lateinisches Bibelzitat sowie dessen Übertragung ins Deutsche. Parallel dazu wird die recto-Seite, auf der das dazugehörige Emblem abgedruckt ist, von einem lateinischen Motto und dessen deutscher Übersetzung eingeleitet; darauf folgt die pictura, an die sich eine lateinische Sentenz und deren deutsche Übersetzung anschließen. Eine Ausnahme bildet das Emblem auf Bl. A 3r, das einleitende Funktion übernimmt: Zugunsten einer rein lateinischen Version wurde auf die deutsche Übertragung verzichtet, die subscriptio ist auf vier Verse erweitert worden; ebenfalls singulär ist der genaue Nachweis der Bibelstelle (Sir 38,28), die als Motto fungiert.
Ganz im Sinne des protestantischen Schriftprinzips gestaltet sich die auffällige Dominanz der Bibelzitate, wie sie sich schon in der Cramerschen Vorlage findet.
 
Literatur: Mödersheim (2002).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 33. - VD17: 12:643230B
 
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Kollation: [44] Bl. : Kupfert.     -    Format: 4     -     Fingerprint: s.b. n.n, t.t, eiDe C 1647R
Exemplare: ZiKG: SB 247/1 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 3 v








Zur Blätterversion



Johann Vogel
Meditationes emblematicae de restaurata pace Germaniae. Sinnebilder Von dem widergebrachten Teutschen Frieden
Frankfurt a. M., Johann David Zunner, 1649
 
Der Nürnberger Pfarrer Johannes Vogel (1589-1663) ist vor allem durch geistliche Lyrik hervorgetreten. Seine 1649 in Frankfurt bei Johann D. Zunner verlegten 'Meditationes de restaurata pace' des Johann Vogel preisen in 24 Sinnbildern den durch die Friedensverhandlungen von 1648 beendeten 30jährigen Krieg.
Den einzelnen meditationes geht ein lateinischer Text voraus, der sich sowohl auf die formalen als auch auf die inhaltlichen Aspekte des Sinnbildes bezieht und im Anschluß ins Deutsche übertragen wird. Den Ausgangspunkt der Reflektion bildet meist ein Exkurs in die antike Mythologie und Philosophie.
Auf der gegenüberliegenden recto-Seite findet sich das zugehörige Sinnbild, das die traditionelle Dreiteilung eines Emblems zugunsten der formalen Ausgeglichenheit variiert: So folgt dem Motto ein lateinisches Distichon, an das sich die pictura anschließt, unter die eine deutsche Übersetzung von Motto und „subscriptio“ gesetzt ist; der Aufbau orientiert sich an der parallelen verso-Seite.
 
Literatur: Killy, Literatur-Lexikon Bd. 12, S. 47.
Bibliographie: Praz, S. 531. - Landwehr (1972), Nr. 628. - Sinnbild (1991), S. 225. - VD17: 23:000260P
 
Künstler: Lukas Schnitzer
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [2] Bl., XXIV Doppel-S., [1] Bl. 24 Ill. (Kupferst     -    Format: 4     -     Fingerprint: l.er n.n? t.t, inzu 3 1649C
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 227








Zur Blätterversion



Ignaz Franz Xaver von Wilhelm
Coelum aspectabile Christiano-politica astronomia in instructione principis observatum.
München, Magdalena Riedlin, 1739
 
Ignaz Franz Xaver von Wilhelm (*1674) gehörte neun Jahre lang dem Jesuitenorden an, den er 1701 jedoch wieder verließ. Als Kabinettsekretär der Wittelsbacher war er vor allem ein Mann der politischen Praxis, der sich aber in seinen zum Teil nur handschriftlich überlieferten literarischen Arbeiten nicht nur mit tagespolitischen Fragen auseinandersetzte, sondern auch versuchte, die Geschichte in den Dienst der Politik zu stellen. Diese Tendenz hat auch die Anlage seiner beiden emblematischen Fürstenspiegel, des 'Annus politicus' und des 'Coelum aspectabile', bestimmt.
Zwar weist das Titelblatt das Werk 'Coelum aspectabile' als zweiten Teil des' Annus politicus' aus, aber beide Bände unterscheiden sich in ihrer Konzeption so gravierend, daß sie als eigenständige Werke angesehen werden können. Der zweite Teil des 'Annus politicus' ist einfacher strukturiert. Er enthält zwölf einteilige "Diskurse", deren ganzseitige Eingangsbilder ein Tierkreiszeichen und einen emblematischen Sachverhalt bieten, denen jeweils ein eigenes Motto zugeordnet ist und deren Sinn in einer Subscriptio aus sechs lateinischen Versen erläutert wird. Die Diskurse selbst sind eng auf die Tafeln bezogen, die sie einer Allegorese unterziehen, teilweise aber auch über die abgebildeten Sachverhalte hinausgehen. Die den einzelnen Tierkreiszeichen zugeordneten Diskursthemen finden sich im Inhaltsverzeichnis, S. 3-6, zusammengestellt. Die dort genannten Bibelzitate sind auch in der Datenbank bei den entsprechenden Emblemen jeweils angeführt, da sie einen Bezug zum Sinnbild aufweisen können.
An Wilhelms emblematischen Fürstenspiegeln waren namhafte Augsburger Künstler beteiligt, die für eine hohe technische Qualität der Illustrationen gesorgt haben und das Werk den Zwecken höfischer Repräsentation dienlich machten.
 
Literatur: de Backer / Sommervogel, Bd. 8, Sp. 1134. - Bosl: Bayerische Biographie, S. 848. - Peil: Fürstenspiegel, S. 79-89.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 643
 
Künstler: Hieronymus Sperling
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2
Signatur: UBM: 0014/W 2 Hist. 570(2








Zur Blätterversion



Ignaz Franz Xaver von Wilhelm
Annus politicus per duodecim discursus tum critico-politicos, tum politico-historicos evolutus
München, Magdalena Riedlin, 1731
 
Ignaz Franz Xaver von Wilhelm (*1674) gehörte neun Jahre lang dem Jesuitenorden an, den er 1701 jedoch wieder verließ. Als Kabinettsekretär der Wittelsbacher war er vor allem ein Mann der politischen Praxis, der sich aber in seinen zum Teil nur handschriftlich überlieferten literarischen Arbeiten nicht nur mit tagespolitischen Fragen auseinandersetzte, sondern auch versuchte, die Geschichte in den Dienst der Politik zu stellen. Diese Tendenz hat auch die Anlage seiner beiden emblematischen Fürstenspiegel, des 'Annus politicus' und des 'Coelum aspectabile', bestimmt.
Der Titel des 'Annus politicus' gibt hinreichend Aufschluß über die Anlage des Werkes. Der Band enthält zwölf zweiteilige "Diskurse"; zunächst wird eine politische Frage grundsätzlich erörtert, die dann im zweiten Teil des Diskurses an Exempeln aus der Geschichte des bayerischen Herrscherhauses erläutert wird. Die genealogische Abfolge bestimmt dabei die Ordnung der Exempel, die mit Karl dem Großen beginnt und mit Karl Albrecht, dem Vater Maximilian Josephs, des Adressaten des Werks, endet. Da Wilhelm auch über den geschichtlichen Rahmen der Exempel ausführlich informiert, enthält sein Fürstenspiegel über eine Sammlung staatstheoretischer Traktate hinaus auch ein Kompendium bayerischer Geschichte. Jedem Diskurs wird ein ganzseitiger Kupferstich vorangestellt, der formatfüllend einen emblematischen Sachverhalt abbildet und ein Motto sowie im oberen Bildteil das Portrait der jeweiligen Exempelgestalt enthält. Putten oder Personifikationen im Bildvordergrund sind mit ihrem Handeln auf den emblematischen Sachverhalt bezogen, so daß jeder Kupferstich ein emblematisch-allegorisch-genealogisches Ensemble bildet. Jeder Diskursteil wird von einer kleinformatigen Pictura-Motto-Kombination beschlossen, die als Vignettenemblem die Aussage des Eingangsbildes noch einmal aufgreift oder perspektiviert. Auch die Putten in den Eingangsinitialen der Diskurse stehen zum Thema meistens in einem sinnvollen Bezug.
An Wilhelms emblematischen Fürstenspiegeln waren namhafte Augsburger Künstler beteiligt, die für eine hohe technische Qualität der Illustrationen gesorgt haben und das Werk den Zwecken höfischer Repräsentation dienlich machten.
 
Literatur: de Backer / Sommervogel, Bd. 8, Sp. 1134. - Bosl: Bayerische Biographie, S. 848. - Peil: Fürstenspiegel, S. 79-89.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 643.
 
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2
Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 912-1








Zur Blätterversion



Abgetrocknete Thränen: Das ist: Von der Wunderthätigen Zäher-trieffenden Bildnus der Gnaden-reichen Gottes-Gebährerin, So zu Pötsch ... an beeden Augen zu weinen angefangen ...; Lob- Preiß- Danck- und Lehr-Discursen, durch fünf und dreyssig, Mit anmuthigen Concepten geist- und weltlichen Historien bereichten Symbolen; So dann auch verschiedenen Predigten
Nürnberg / Frankfurt a. M., Johann Christoph Lochner, 1698
 
Das Werk kann als emblematisches Mirakelbuch angesehen werden, das über den 35 Tage andauernden Tränenfluß eines Marienbildes in Pötzsch im Jahr 1696 informiert und erbauliche Betrachtungen damit verknüpft. Die 35 Kapitel, auch als "Sinnbild" oder "Symbol" bezeichnet, werden von einer knappen Zusammenfassung der nachfolgenden Erläuterung eingeleitet. Darauf folgt jeweils ein emblematischer Holzschnitt, dem ein Motto und ein Bibelzitat eingeschrieben sind, beides lateinisch mit deutscher Übersetzung. Als subscriptio dienen lateinische Verse und ihre deutsche Wiedergabe in Vierhebern. Der darauf folgende Text ist zwar meistens mit dem Bibelzitat überschrieben und wiederholt oft auch die subscriptio, ist jedoch nicht im Sinne eines Prosakommentars auf die Erläuterung des Emblems beschränkt, sondern nutzt dieses als Blickfang und Ausgangspunkt der relativ langen Ausführungen, die auch auf Exempel zurückgreifen. Ein umfassendes Register zu Beginn des Werkes ("Kurtzer Begriff und Auszug Aller in diesen Symbolen sich befindenden Materien") verzeichnet die Motti und Bibelzitate der Embleme sowie die Gliederung der jeweiligen Abhandlung und macht damit die 'Abgetrockneten Thränen' auch als Predigthandbuch nutzbar. Vorgebunden sind zwei Kupferstiche, die das Gnadenbild und den Wiener Altar zeigen, der das Gnadenbild aufgenommen hat.
Im Anschluß findet sich eine Sammlung von sechs Predigten anläßlich der Überführung des Gnadenbildes nach Passau, der ebenfalls ein Emblem vorangestellt ist.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 40.
Bibliographie: Schilling (1980), Nr. 24. - VD17: 12:194589D
 
 
Sprache(n): lt. und dt.     -     Kollation: [1] gef. Bl., [19] Bl., 456, 404 [i.e. 104] S., [8     -    Format: 4     -     Fingerprint: n.en t-en bii, jege 7 1698A
Signatur: BSB: Res/ Hom. 2085 h








Zur Blätterversion



Geistliche Todts=Gedancken Bey allerhand Gemählden und Schildereyen
Linz, Franz Anton Ilger, 1753
Gedruckt bei Friedrich Gabriel Mangold in Passau
 
Der Band enthält eine 52 Blätter umfassende Totentanz-Kupferstichfolge von Michael Heinrich Rentz (1701-1758), die auf entsprechende Fresken im Kukser Spital zurückgeht und größtenteils von den 'Imagines mortis' des Hans Holbein d. J. (1497-1543) abhängt. Bei den emblematischen Medaillons im oberen Rahmenteil der Stiche dürfte es sich um einen nur für die Buchpublikation konzipierten Zusatz handeln. Die Embleme weisen gereimte deutsche Motti auf und beziehen sich in sehr unterschiedlicher Weise auf die jeweilige durch gereimte Vierzeiler kommentierte Hauptillustration.
 
Literatur: Tanz der Toten - Todestanz. Der monumentale Totentanz im deutschsprachigen Raum. Ausstellungskatalog Kassel 1998, S. 246-248, S. 259. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 206.
 
Künstler: Michael Rentz
 
Sprache(n): dt.
Exemplare: BSB: 2 Im. mort. 5 o; 2 Im mort. 5 m    -    Signatur: BSB: 2 Im. mort. 5 n








Zur Blätterversion



Camillo Camilli
Imprese illustri di diversi, coi discorsi di Camillo Camilli et con le figure intagliate in Rame di Girolamo Porro Padovano
Venedig, Francesco Ziletti, 1586
 
Die Impresensammlung des Camillo Camilli (ca. 1560-1615), die in drei Teilen insgesamt 108 Embleme vereinigt, erschien 1586 in Venedig. Girolamo Porro (ca. 1550-?1604) fertigte die mit einer Kartusche umgebenen Kupferstiche und Holzschnitte.
Der erste Teil enthält 59 Impresen (Nr. 1-59), die zweite Abteilung umfaßt 31 Sinnbilder (Nr. 60-90), 18 Embleme bilden den Abschluß (Nr. 91-108).
Die Impresen sind alphabetisch nach dem Vornamen der Impresenträger geordnet. Dabei können die Personen auch mit mehreren Impresen vertreten sein (Höchstzahl: vier). Bis auf eine Ausnahme (Cesarini, Gabriello: Nr. 23-25, 77) erscheint jede Person aber nur in jeweils einem der drei Bücher. Unter den insgesamt 94 Trägern von persönlichen Impresen befinden sich auch vier Frauen (Nr. 26, 50, 59, 106). Drei Impresen stammen von Institutionen, und zwar von Akademien (Nr. 33, 60, 90).
Allen Impresen sind ein Prosakommentar sowie ein oder mehrere Gedichte beigegeben, so daß jede Imprese etwa drei Druckseiten beansprucht. Kommentare und Gedichte liefern jeweils einen Beitrag für die Deutung der vorangestellten Imprese und geben oft Auskunft über den Impresenträger.
Im Rahmen der Datenbank werden die Impresen ohne Rücksicht auf die drei Buchteile von 1 bis 108 durchgezählt, die Impresenträger anhand ihres Nachnamens erfaßt. Biographische Angaben zu den Personen, die in den Kommentarspalten der einzelnen Embleme Verwendung finden und über Camillis Ausführungen hinausgehen, basieren, wenn nichts anderes vermerkt ist, auf dem "Indice Biografico Italiano" (Nappo, Tommaso: Indice Biografico Italiano. 3. Edizione corretta ed ampliata. München: Saur 2002).
Faksimile-Neudruck: Portland/Or. Collegium Graphicum 1972 (The Printed Sources of Western Art. 21-23).
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 86.
Bibliographie: Praz, S. 296. - Landwehr (1976), Nr. 202.
 
Künstler: Girolamo Porro
 
Sprache(n): it.
Signatur: BSB: 4 L.eleg.m. 33m








Zur Blätterversion



Johannes Mantelius
AE. Albertini Emblemata Hieropolitica Versibus et Prosa illustrabat Ioannes a Melitanus a Corylo Eiusdem Musae Errantes
Köln, Konstantin Münich, 1647
 
Bei dem 1647 in Köln bei Konstantin Münich im Druck erschienenen Werk 'Albertini Emblemata Hieropolitica' des Ioannes Melitanus a Corylo (Ps. f. Johannes Mantelius, 1599-1676) handelt es sich um eine lateinische Neufassung von Aegidius Albertinus' 'Hirnschleifer', einem 55 Sinnbilder zählenden Emblembuch in Prosa, dessen Erstausgabe 1618 in München herausgegeben wurde und auf das sich Melitanus a Corylo in der praefatio seines Werkes beziehen muß, auch wenn er nur den Autorennamen (Albertinus) seiner Vorlage erwähnt.
Die formale Gliederung der Embleme folgt im wesentlichen der geforderten Dreiteilung, auch wenn die Grenzen der subscriptio nicht immer eindeutig bestimmt werden können, so daß sich fließende Übergänge zueinander ergeben: Zunächst findet sich am Kopf der jeweiligen Seite das Thema angegeben, dem sich ein Zitat biblischer oder antik-paganer Provenienz anschließt; es folgt die pictura, der sich ihrerseits Zitate (antike Autoren oder Kirchenväter) in unterschiedlichem Umfang zuordnen. Auf der nachfolgenden (recto-)Seite findet sich ein ausführlicher Text, in den ebenfalls zahlreiche Zitate eingearbeitet sind und der das angegebene Thema unter den Gesichtspunkten 'Jugend, öffentliches Leben' und 'christliche Ethik' problematisiert. Im Vergleich zur Vorlage, die zu den einzelnen Emblemen verschiedene "Discurse" bietet, kürzt die Bearbeitung sehr stark.
 
Bibliographie: Dünnhaupt S. 234, 51.1. - VD17: 23:287132H
 
 
Sprache(n): lt.     -     Fingerprint: u.u, n.m. i.ce quni 3 1647A
Signatur: BSB: Res/ L.eleg.m. 1346 x








Zur Blätterversion



Michele Cicogna
Fiamme d'amor divino dell' anima desiderosa di far e tutto il bene, e d'inpedire tutto il male. 4. Aufl.
Venedig, Giovanni Giacomo Hertz, 1678
 
Das nur 10,5 cm x 7,5 cm große Büchlein enthält 42 von I bis XLII durchgezählte "Soliloqui", also "Selbstgespräche", die als inbrünstige Gebete zu Gott gestaltet sind. Am Ende des Buches (S. 131-142) befindet sich ein Abschnitt, der mit "Formula del testamento spirituale" überschrieben ist und in 20 Unterpunkten fromme Absichtserklärungen enthält, die im Sinne einer Vorbereitung auf den Tod das Seelenheil befördern sollen.
Wie im Vorwort angegeben, basieren die Texte der "Soliloqui"auf den "Sacre canzonette" des neapolitanischen Dichters Anello Sarriano, die zuerst 1668 erschienen, sowie auf weiteren namentlich nicht genannten Autoren. Jedem "Soliloquio" ist ein ganzseitiger Kupferstich vorangestellt, der meist die als Mädchen dargestellte Seele und den als geflügelten Knaben mit Nimbus erscheinenden Amor divinus zeigt. Unter dem Kupferstich findet sich stets ein Bibelspruch mit grober Stellenangabe.
Alle 42 Embleme sind in vereinfachter Ausführung den Bildtafeln aus Herman Hugos (1588-1629) 'Pia desideria' nachempfunden, die zuerst 1624 erschien. Dabei stellt sich im Vergleich heraus, daß nur Hugos Tafeln Nr. 37 (PD III,7) und 43 (PD III,13) nicht verarbeitet wurden, während alle anderen Kupferstiche Berücksichtigung fanden. Denn Cicognas 16. Abbildung vereint den Bibelspruch der Tafel 15 (PD I,15) und die Pictura der Tafel 39 (PD III,9) aus den 'Pia desideria'. Das 41. Bild der 'Fiamme d'amor divino' kombiniert den Text von Hugos Tafel 42 (PD III,12) mit dem Stich von Nr. 44 (PD III, 14). Auch scheint die Pictura von Cicognas "Soliloquio XXVIII." das Hintergrund-Bildmotiv der entsprechenden Tafel 27 (PD II,12) aus den 'Pia desideria' zu verarbeiten. Die Bildreihenfolge der 'Pia desideria' wurde in den 'Fiamme' - abgesehen von den Auslassungen und Kontaminationen - annähernd eingehalten, allerdings wurde bei den "Soliloqui" 31 (vgl. PD III,3 = Tafel 33) und 34 (vgl. PD II,15 = Tafel 30) umgestellt. Die fehlende numerische Übereinstimmung auch bei parallel verwendeten Tafeln rührt daher, daß Cicogna für sein "Soliloquio I." den Kupferstich verwendet, welchen Hugo dem 1. Buch voranstellt. Folglich paßt Hugos Tafel Nr. 1 zu Cicognas Bild des "Soliloquio II." usw.
 
Literatur: Reimbold, Ernst Thomas: "Geistliche Seelenlust". Ein Beitrag zur barocken Bildmeditation: Hugo Hermann, Pia Desideria, Antwerpen 1624. In: Symbolon NF 4 (1978),S. 93-162. - Rödter, Gabriele Dorothea: Via piae animae. Grundlagenuntersuchung zur emblematischen Verknüpfung von Bild und Wort in den "Pia desideria" (1624) des Herman Hugo S.J. (1588-1629). Frankfurt/M., Berlin, Bern, New York, Paris, Wien 1992 (= Mikrokosmos, Bd. 32). - Schilling: Übersetzungen. (= Schilling, Michael: "Der rechte Teutschte Hugo". Deutschsprachige Übersetzungen und Bearbeitungen der "Pia Desideria" Hermann Hugos SJ. In: GRM 39 (1989), S. 283-300.)
Bibliographie: Kemp / Schilling
 
 
Sprache(n): it.
Signatur: BSB: Asc. 1076








Zur Blätterversion



Pedro Rodriguez de Montforte
Descripcion de las honras que se hicieron a la Catholica Magd. de D. Phelippe quarto Rey de las Espanas y de nuevo mundo
Madrid, 1666
 
Die 'Descripción de las honras ...' beschreibt das Leichenbegängnis des spanischen Königs Philipp IV. im Jahre 1665. Der Autor, Pedro Rodriguez de Monforte, bekleidete mehrere hohe Ämter am Hof in Madrid. Als königlicher Hofkaplan war er an Vorbereitung und Durchführung der Trauerfeiern beteiligt. Die 'Descripción' ist der Witwe Mariana de Austria gewidmet. Der Bericht ist als abschließender Akt der Feiern zu betrachten. Die 120 Blätter des Quartbandes sind jeweils auf der recto-Seite paginiert; Monforte beschreibt zuerst die letzten Tage und den Tod des Königs (fol. 1-27v), darauf seine Aufbahrung (fol. 29v-35) und die Prozession zum Escorial (35-50); er erklärt, wie es zur Wahl der Kirche La Encarnación als Ort des Trauergottesdienstes kam (fol. 50-54), beschreibt ihre Dekoration (fol. 54-71) und die Sitzordnung der Abgeordneten der spanischen Städte (71-87v). Der Gottesdienst selbst wird nur kurz beschrieben (fol. 87v-88v); es folgen das Leichenbegängnis (fol. 88v-113) und eine Nachrede (113-120).
In zwei Blöcken und ohne Paginierung sind Kupferstiche in das Buch eingebunden, die nach den Dekorationen in der Kirche des Klosters La Encarnación in Madrid entstanden, wo der Trauergottesdienst stattfand. Der erste Block zeigt die 16 Embleme, die in Vorhof und Atrium der Kirche angebracht waren, der zweite Block die 25 Embleme im Kirchenschiff. Die genaue Anordnung der Dekorationen geht aus der Reihenfolge der Stiche nicht hervor und ist auch aus anderen Quellen nicht zu eruieren. Sicher ist nur, daß die Vorlage für den letzten Kupferstich an der Tribüne im Mittelschiff angebracht war. Steven N. Orso beschreibt in seinem Buch 'Art and death at the Spanish Habsburg Court' ein Exemplar, das - jeweils innerhalb der zwei Blöcke mit Kupfern - in der Reihenfolge der Kupfer Unterschiede zum Münchner Exemplar aufweist. Die Differenzen können beim nachträglichen Einbinden der Kupfer in das Werk entstanden sein.
Stecher der Kupfer war Pedro de Villafranca y Malagón, seit 1654 Hofkupferstecher. Er hat auch das Titelkupfer, nach einer Zeichnung von Sebastián de Herrera Barnuero, angefertigt. Die Wappen der spanischen Städte, die Vertreter zu den Trauerfeierlichkeiten abgesandt hatten, waren bereits anläßlich des Leichenbegängnisses des Prinzen Balthasar Carlos im Jahre 1646 gemeinsam von Villafranca, Juan de Noort und Herman Panneels ausgeführt worden; vier der Tafeln wurden unverändert, die fünfte zugeschnitten übernommen.
Die Embleme sind dreiteilig aufgebaut: Der obere, größere Teil des Kupfers wird jeweils von der Pictura eingenommen; in ihr ist auf einem Spruchband das Motto, meist ein Bibelzitat, angeführt; unter der Pictura ist in einem kleineren Bereich ein Tuch in trompe-l’oeil-Manier gezeichnet, auf dem die Subscriptio, gereimte Drei- bis Fünfzeiler, notiert sind.
Mehrere der Picturae greifen zu ungewöhnlichen, nicht vorgeprägten Bildlösungen, in denen der dynastische Fortbestand der spanischen Habsburger-Linie betont wird. Das hängt mit der politisch brisanten Situation am Hof in Madrid zusammen: Nach dem Tod von Philipp IV. hängt der Fortbestand der Habsburger-Herrschaft vom Überleben seines kränklichen, erst fünfjährigen Sohnes Carlos, später Karl II., ab. Aufgrund eines Ehevertrages von 1649 hatte im Falle seines Ablebens der französische König Ludwig XIV. Anspruch auf die spanischen Erblande.
Neben dem gekrönten Schädel und dem Knochenarm mit Sense, die an den Tod des Königs erinnern, kehrt vor allem ein verkrüppelter Baum im Bildvordergrund als Motiv wieder. Die Sonne wird als Symbol für königliche Macht auch auf die möglichen Thronfolger, Carlos und Margarita María, angewandt, so daß im Einzelfall drei Sonnen in einer Pictura erscheinen können.
 
Literatur: Steven N. Orso, Art and death at the Spanish Habsburg court. The royal exequies for Philip IV, Columbia, Missouri 1989. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 213.
 
Künstler: Pedro de Villafranca y Malagón
 
Sprache(n): span.     -     Kollation: 16 Bl., 120 S.: 49 Ill.
Signatur: BSB: Rar. 4454








Zur Blätterversion



Francesco Terzio
Austriacae gentis imaginum partes 1-5
Innsbruck, 1569
 
Francesco Terzio (1523-1591), der Hofmaler des Erzherzogs Ferdinand II. von Österreich-Tirol (1529-1595), veröffentlichte 1573 eine Sammlung mit großformatigen, ganzseitigen Kupferstichen von 74 Persönlichkeiten aus der Habsburger-Dynastie sowie deren Verwandten und Vorfahren. Wie Terzio eingangs (vgl. Emblem Nr. 01) erklärt, dienen die Bronzestatuen in der Innsbrucker Hofkirche als Vorlagen für die Kupferstiche einiger Personen (vgl. Nr. 04, 06, 08, 09, 10, 11, 15, 41, 43, 44, 45, 46).
Die Tafeln enthalten gravierte lateinische Inschriften, und zwar jeweils ein vierzeiliges hexametrisches Lobgedicht auf der Basis der Statue sowie eine kurzgefaßte biographische Würdigung in Prosa unterhalb des Sockels. Oft sind den Standbildern allegorische Darstellungen, teilweise mit Inschriftentafel, beigegeben.
Das Werk gliedert sich in fünf Teile, die jeweils einem Mitglied der Habsburger gewidmet sind: Kaiser Maximilian II. (1. Teil, vgl. Emblem Nr. 01), Erzherzog Ferdinand II. von Österreich-Tirol (2. Teil, vgl. Nr. 16), Erzherzog Karl von Innerösterreich (3. Teil, vgl. Nr. 36), König Philipp II. von Spanien (4. Teil, vgl. Nr. 42) und Maria von Spanien, der Gemahlin Kaiser Maximilians II. (5. Teil, vgl. Nr. 48f.).
Der erste Teil vereinigt 16 prominente habsburgische Kaiser, Könige und Erzherzöge. Hinter dem Widmungsadressaten Ferdinand von Österreich-Tirol erscheinen im zweiten Teil die zum Teil historisch nicht faßbaren 18 Grafen von Habsburg sowie Sigibert, das Bindeglied zwischen den merowingischen Frankenkönigen und den Grafen von Habsburg. Hierbei zeigen die Tafeln, welche die Abbildungen der Grafen beinhalten (vgl. Nr. 17 bis 34), immer zwei Personen samt ihrer Impresen.
Nach dem Kupferstich mit dem Widmungsadressaten enthält der dritte Teil fünf merowingische Könige, die als Ahnen der Habsburger angesehen werden. Sechs 'ausländische' Verwandte und Vorfahren der österreichischen Habsburger bringt der vierte Teil, während 27 Gattinnen und Töchter von Habsburgern den Abschluß bilden, wobei abgesehen von Maria, der Gemahlin Kaiser Maximilians II., auch jeweils zwei Damen auf einer Buchseite zu sehen sind.
Den 47 Männer-Standbildern sind Impresen beigegeben, die sich jeweils am oberen Seitenrand in der Mitte befinden. 46 Impresen lassen sich bei Typotius nachweisen, nur die Imprese von Juan d'Austria (vgl. Nr. 47) ist dort nicht verzeichnet. Ferner hat Typotius die beiden emblematischen Darstellungen, die den Kupferstich Marias von Spanien (vgl. Nr. 48f.) zieren, in den 'Symbola divina et humana', sie aber den beiden Ehefrauen Kaiser Maximilians I. zugeordnet.
Über die 49 Impresen hinaus wird in der Datenbank auch das Emblem auf der letzten Seite der 'Austriacae gentis imaginum' berücksichtigt (vgl. Nr. 50), obwohl es sich um keine Imprese handelt.
Im Katalog der BSB ist das Tafelwerk auf 1573 datiert, im Katalog der UB München auf 1559; das Titelkupfer zeigt jedoch am rechten unteren Bildrand die Jahreszahl "MDLXIX".
 
Literatur: Albert Ilg, Francesco Terzio, der Hofmaler Erzherzogs Ferdinand von Tirol, in: Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses in Wien, Bd. 9 (1889), S. 235-262.
Bibliographie: Praz, S. 513.
 
Künstler: Francesco Terzio
 
Sprache(n): lt.
Signatur: BSB: Chalc. 174








Zur Blätterversion



Jakob Bornitz
Emblemata Ethico Politica Ingenua atque erudita interpretatione nunc primum illustrata Per M. Nicolaum Meerfeldt
Mainz, Ludwig Bourgeat, 1669
 
Der in Torgau geborene Jakob Bornitz studierte politische Ökonomie und lebte als 'doctor iuris' und kaiserlicher Rat Rudolphs II. und Matthias' in Schweidnitz. Unter seinen zahlreichen Schriften zur systematischen Volkswirtschaftslehre sticht insbesondere der 'Tractatus politicus de rerum sufficientia in republica et civitate procuranda' (1625) heraus, eine Art Enzyklopädie der Privatwirtschaftszweige, die Kaiser Ferdinand gewidmet war.
Auch in den 1669 verlegten 'Emblemata Ethico Politica' (Mainz) wird Bornitz' Interesse für die Angelegenheiten des öffentlichen Lebens deutlich.
Die insgesamt 100 Embleme sind in zwei Syllogen gegliedert, die durch einen Zwischentitel voneinander getrennt sind. Der Aufbau der Embleme folgt der traditionellen Dreiteilung in Motto, pictura und subscritpio; eine umfangreiche "explicatio" in Prosa ergänzt und vertieft die intendierte Lehre. Die subscriptio wird in lateinischer und deutscher Sprache geboten, beide Texte umrahmen die kreisrunde pictura, deren Rand das Motto trägt. Beide Befunde legen eine Dominanz des (geschriebenen) Wortes nahe. Teilweise wurden picturae vertauscht, wo dies offensichtlich war, wurde eine Korrektur vorgenommen (Syll. I, Nr. 9 und 10); auf offenkundig falsche Emblemzählungen wird im Kommentar zu den Einzelemblemen hingewiesen.
 
Bibliographie: Landwehr (1972) Nr. 141. - VD17: 23:267281G
 
Künstler: Nicolaus Meerfeldt
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Kollation: [1] Bl., 100 [i.e. 101], 101 S. : Ill. (Kupferst.)     -    Format: 4     -     Fingerprint: m.æ- I.o- s.o- DrMe 3 1669R
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 16 k








Zur Blätterversion



Mathias Holtzwart
Emblematum Tyrocinia: Sive Picta Poesis latinogermanica
Straßburg, Bernhard Jobin, 1581
 
Mathias Holtzwart (ca. 1540-1581?), Stadtschreiber von Rappoltsweiler im Elsaß, wirkte vor allem im literarischen Kreis um den Verleger Bernhard Jobin, bei dem auch sein Emblembuch erschien. Zu diesem Späthumanistenkreis zählten auch der Dichter Johann Fischart (1546-1590), der die Einleitung über Geschichte und Anwendung der Embleme schrieb, und der Formschneider Tobias Stimmer (1539-1584), der die picturae gestaltete.
Die 71 Embleme sind nach den Sachgruppen Erziehung, Gelehrsamkeit und deren Ruhm, Freundschaft, Liebe, Tugend und Laster sowie Religion gegliedert. Holtzwart verfolgt praktisch-moralische Intentionen, was insbesondere in den deutschen Texten auf der Rückseite der picturae zum Ausdruck kommt. Die Druckstöcke Stimmers wurden in Nicolaus Reusners Emblembuch 'Emblemata, partim ethica, et physica' nochmals verwendet. Die mit der Widmung an den Grafen Friedrich von Württemberg und Mömpelgard intendierte Anstellung im Hofdienst erlangte Holtzwart nicht.
Anders als Henkel / Schöne, die nur 28 Embleme berücksichtigen, sind in der Datenbank alle Embleme erfaßt. Außerdem erlaubt die Datenbank auch den Einblick in die (von Reusner stammenden?) handschriftlichen subscriptio-Varianten.
 
Literatur: Henkel / Schöne, S. XLV. - von Düffel / Schmidt (1968). - Schilling (1980), Nr. 3. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 142.
Bibliographie: Praz, S. 371. - Landwehr (1972), Nr. 355.
 
Künstler: Tobias Stimmer
 
Sprache(n): lt.; dt.     -     Kollation: [104 Bl.]
Signatur: BSB: Res/ L.eleg.m. 450 i








Zur Blätterversion



Nicolas Reusner
Aureolorum emblematum liber singularis
Straßburg, Bernhard Jobin, 1587
 
Der Jurist Nicolas Reusner (1545 Lemberg - 1602 Jena) legte mit seinem 'Aureolorum Emblematum liber' (Erstausgabe 1587) bei dem Verleger Bernhard Jobin eine Emblemsammlung vor, die sämtliche 1581 ebenfalls bei Jobin erschienenen Embleme Holtzwarts ('Emblematum Tyrocinia') enthält und greift darüber hinaus auf weitere Zeichnungen Tobias Stimmers (1539-1584) zurück, nach denen die Holzschnitte angefertigt wurden.
Wie schon bei Holtzwart, so lassen sich auch bei Reusner die Embleme den Sachgruppen Erziehung, Gelehrsamkeit und deren Ruhm, Freundschaft, Liebe, Tugend und Laster sowie Religion zuordnen. Dabei geht einer Widmung, die sich auf teils historische Persönlichkeiten, teils mythologische Figuren bezieht, das lateinische, selten griechische Motto voran, an das sich die pictura anschließt; ein lateinisches Distichon und ein deutscher Zweizeiler, der als Übersetzung anzusehen ist, runden das Emblem in formaler Hinsicht ab, dessen Geschlossenheit zusätzlich durch einen Zierrahmen hervorgehoben wird.
Im Anschluß an die über 120 Sinnbilder folgen unter dem Titel 'Agalmata' zwölf Jahreszeitenallegorien; lateinische Distichen zu den Bereichen freie Künste, Musen, Planeten und Tugenden beschließen den Band.
 
Literatur: Henkel / Schöne, S. XLIXf. - Schilling (1990).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 497.
 
Künstler: Tobias Stimmer
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [88] Bl.
Signatur: BSB: Rar. 4593








Zur Blätterversion



Scipione Bargagli
Dell' Imprese
Venedig, Francesco de' Franceschi Senese, 1594
 
Die Beschäftigung des Sieneser Adligen Scipione Bargagli (Siena 1540 - Siena 1612) mit der Impresenkunst umfaßt einen Zeitraum von wenigstens 30 Jahren. Der erste Teil seiner 'Imprese' wurde 1578 veröffentlicht (Siena: Bonetti), in den 90er Jahren folgten die Teile II und III. Darüber hinaus existieren zahlreiche handschriftliche Manuskripte und fragmentarische Entwürfe zu diesem Thema. Bereits 1558 entwarf der junge Mann die Imprese für die von ihm gegründete Accademia degli Accesi, und noch 1611 verfaßte er zum Anlaß des Einzugs von Herzog Cosimo II. de Medici den Traktat 'Sopra l’Impresa e ornamente dell’Arme del Gran Duca'.
Die venezianische Ausgabe der 'Imprese' von 1594 enthält alle drei Teile mit einer neuen Widmungsvorrede an Giacomo Curzio (datiert: "Marzo 1594"); das Münchner Exemplar ist Joachim Camerarius‘ 'Symbolorum et Emblematum ex re herbaria desumtorum Centuria una' (Nürnberg, 1590) beigebunden.
Inhaltlich stellen die 'Imprese' einen Dialog der drei Edelleute Attonito Intronato, Ippolito Augustini und Bellisario Bolgarini (1539-1619) dar. Letzterer war ein langjähriger Freund Bargaglis; die beiden anderen Gesprächsteilnehmer sind nicht nachweisbar, Attonitos Beiname Intronato verweist wohl auf seine Mitgliedschaft in der Accademia degli Intronati. Im Gespräch stellen die drei Männer vor allem theoretische Erörterungen über die Impresenkunst an; die als Beispiele herangezogenen Impresen werde nicht jedes Mal abgebildet, sondern oft nur dem Motto nach erwähnt. Auslegungen und Deutungshinweise werden auch bei abgebildeten Impresen nicht immer geleistet. Zusätzlich werden einige - vor allem nicht abgebildete - Impresen an anderer Stelle im Buch noch einmal erwähnt, dabei können Deutungshinweise fallen, die bei einer ersten Nennung unterblieben sind. Aus diesem Grund wurde der gesamte Text digitalisiert, abgesehen lediglich von der Widmungsrede und einem Vorwort an die Leser.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 142.
 
 
Sprache(n): it.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 28-1 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Salomon Neugebauer
Selectorum Symbolorum Heroicorum Centuria Gemina Enotata Atque enodata
Frankfurt / M., Lukas Jennis, 1619
 
Salomon Neugebauer, der den Zunamen 'a Cadano' trug, war zunächst Hofmeister eines polnischen Kastilians, bevor er als Syndikus in die Dienste des Fürstentums Brieg trat. Neben den 1619 bei dem Frankfurter Verleger Lukas Jennis erschienenen 'Selectorum symbolorum heroicorum centuria' ist insbesondere seine 'Historia rerum polonicorum' (Frankfurt, 1611) zu erwähnen.
Die 'Centuria gemina' umfaßt 202 Sinnbilder, die auf (teilweise falsch) paginierte Oktavseiten gedruckt wurden und sich größtenteils in den 'Symbola divina et humana' (Prag, 1601-03) des Jacob Typotius nachweisen lassen. Als Verfasser der Zueignungen firmieren Gothardus Arthusius und Iulius Wilhelm Zincgref.
Die Sammlung läßt zwei zentrale Absichten erkennen: Zum einen sollen die rühmlichen Eigenschaften der Widmungsträger herausgestellt werden, zum anderen verfolgt sie ein didaktisches Anliegen (Belehrung), das insbesondere hinter der bisweilen typisierten Wiederholung der gepriesenen Tugenden (Tapferkeit, Fürsorge, Klugheit, Weisheit, Frömmigkeit u. a. m.) hindurchscheint. Die einzelnen Embleme folgen in ihrer formalen Anlage der traditionellen Dreiteilung in Motto, pictura und subscriptio: Der dedicatio, deren Träger dem Kreis der weltlichen und geistlichen Würdenträger entstammt, folgt die pictura, der das Motto eingeschrieben ist und so eine mediale Gleichwertigkeit von Wort und Bild nahelegt. Eine in Prosa verfaßte subscriptio beschließt das Sinnbildgefüge, deren auffälligstes Merkmal die exakte Wiedergabe von Motto und pictura ist; daran angeschlossen findet sich eine knappe Angabe zur Bedeutung sowie ein argumentum, das der antiken Dichtung, Mythologie oder Geschichte entnommen ist oder sich auf aktuelle politische Ereignisse (Türkenkriege) bezieht.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 451. - VD17: 23:274340U
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [8] Bl., 406 S., [12] Bl.     -    Format: 8     -     Fingerprint: umum ioer e-m- lesc 3 1619A
Exemplare: ZIKG: SB 219/35 R    -    Signatur: BSB: Res/ L.eleg.m. 553








Zur Blätterversion



Paul Zetl
Philosophia sacra sive Vita Divi Stanislai Kostka, Soc. Iesu, positionibus moralibus et philosophicis illustrata ac ... praeviis apotheoseos ... consecrata / a P. Paulo Zetel S.I. praeside, defendentibus ... Ioanne Iacobo Hilpert ... et Andrea Wolfle ... in ... Universitate Dilingana
Dillingen, 1715
Gedruckt bei Johann Moritz Körner in Dillingen
 
1715 erschien in Dillingen die 'Philosophia sacra sive vita divi Stanislai Kostka Soc. Jesu' in zwei leicht voneinander abweichenden Ausgaben: zunächst wohl als Dissertation von Johannes Jakob Hilpert und Andreas Wölfle unter dem wie üblich als Autor fungierenden Betreuer Paul Zetl. Der 1680 in Schleißheim bei München geborene Jesuit lehrte an den Universitäten Dillingen und Ingolstadt zunächst Philosophie, später Moraltheologie. Er starb 1740 in Hall in Tirol. Die zweite Ausgabe (1727) tilgt alle Autorennamen und setzt an ihre Stelle das Dillinger Jesuitenkolleg; ansonsten bleibt der Text bis auf minimale Änderungen (Vorwort, Register) unverändert. In 40 Kapiteln, denen jeweils eine ganzseitige Kupfertafel vorausgeht, wird das Leben, Sterben und posthume Wirken des Jesuiten Stanislaus Kostka (1550-1568) verherrlicht, wobei Widmung und Vorwort das Ziel deutlich aussprechen: Kostkas Heiligsprechung soll erreicht werden, was sich aber - wohl auch wegen des Ablebens zweier Päpste - bis 1726 verzögert. 1727 wird er nicht nur durch eine Reihe von Schulactus an jesuitischen Gymnasien gefeiert, es erfolgt auch eine erneute Ausgabe der Schrift unter dem Titel Sancti Stanislai Kostka S.I. vita ...' (Titelaufnahme teilweise: 'Vita Sancti Stanislai Kostka ...'), für die das letzte Kapitel zu einem eigenen, 100 Seiten langen Teil ausgebaut wird, die übrigen 39 aber unverändert bleiben. Wieder erscheint ein Teil der Drucke unter Zetls Namen, ein anderer unter dem des Jesuitenkollegs. Das Titelkupfer der Ausgaben von 1715 hatte der aus einer bedeutenden Augsburger Künstlerfamilie stammende Johann Ulrich Krauß (1655-1719) gestochen, das Titelkupfer der Ausgaben von 1727 stammt von dem Augsburger Simon Thaddäus Sondermayr (2. Viertel 18. Jahrhundert). Die Kupfertafeln zu den einzelnen Kapiteln sind nicht signiert; sie bieten Szenen aus dem Leben des Stanislas Kostka und im oberen Bildrahmen eine emblematische Vignette, die die Szene kommentiert. Zusätzlich zu den 40 Emblemen des Haupttextes sind auch die emblematische Schlußvignette und die vier Embleme des Titelkupfers in die Datenbank aufgenommen.
 
Literatur: Stadler: Heiligen-Lexikon, Bd. 5, S. 356-360. - Wimmer / Melzer / Gelmi: Namen und Heilige, S. 760f. - Aldo-Giovanni Secchi: Alle gegen einen: Hl. Stanislaus Kostka, Patron der Jugend; nach authentischen Quellen, Udligenswil 1994.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 344-346. - Praz, S. 541. - de Backer / Sommervogel, Bd. 8, Sp. 1494-1497; Bd. 3, Sp. 81 (Nr. 345) u. Sp. 83 (Nr. 5).
 
Künstler: Johann Ulrich Krauß
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: BSB: 4 V.ss. 533; UBM: 4 H.eccl. 1125; 4 WA 961; 8 WA 1188; 0014/W 4 H.eccl. 1126; Ausg. von 1727: BSB: Res/ V.ss. 861; Res/ V.ss. 861 a; UBM: 0014/W 8 H. eccl. 1044; 0014/W 8 H. eccl. 1675.    -    Signatur: BSB: 4 Diss. 4913 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Aquilae virtutum Leopoldinarum symbolicae imagines Oeniponti in templo Societatis Iesus suspensae, dum augustissimo Caesari Leopoldo Magno a moestissima patria ibidem parentaretur anno, quo tristis mors Leopoldi contigit, Iosepho gloriosos haerede terris imperatore relicto
Innsbruck, 1705
 
Das Emblembuch beinhaltet 17 Sinnbilder, die anläßlich der Trauerfeierlichkeiten für den am 06. Mai 1705 verstorbenen römisch-deutschen Kaiser Leopold I. (geb. 09.06.1640, Kaiserkrönung: 18.07.1658) - gemäß dem Titelblatt - in der Jesuitenkirche von Innsbruck aufgehängt waren.
Alle Embleme enthalten als zentralen Bildgegenstand einen Adler, der als traditionelles Wappentier der römisch-deutschen Kaiser den verstorbenen Leopold I. repräsentiert. Jedes Sinnbild nimmt eine Druckseite ein und bringt jeweils eine Tugend des verstorbenen Monarchen zum Ausdruck, die oberhalb des Emblems genannt wird. Ferner ist jedes Emblem von einem reich verzierten Rahmenwerk umgeben und enthält eine ebenfalls gestochene Subscriptio.
Die nach Praz den Emblemen folgende Leichenpredigt von F. M. Pecher, S. J., ist in dem vorliegenden Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München nicht enthalten.
 
Bibliographie: De Backer / Sommervogel, IV, 630, n. 117. - Praz, S. 546. - Landwehr (1972), Nr. 36.
 
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: UBM: 0014/W 2 Hist. 95#13    -    Signatur: BSB: Res/2 P.o.lat. 74,14








Zur Blätterversion



Ernst Bidermann
Ehren-Gebäu Oesterreichischer Helden-Tugenden/ Mit welchen weilandt der Durchleüchtigste Fürst/ unnd Herr/ Herr Ferdinandus Carolus Ertzhertzog zu Oesterreich/ [et]c. [et]c. in Lebenszeiten herrlich gezieret ware Bey deroselben Ertzfürstlichen Traur-Gerüst/ unnd Leichbegängnuß/ in nachfolgender Lobred und Sinn-Bildnussen vorgestelt Von P. Ernesto Bidermanno ... Zu Ynßprugg in der Kirchen Soc. Jesu Im Jar M.DC.LXIII. Monats Martii den III.
Innsbruck, 1663
Gedruckt bei Hieronymus Paur in Innsbruck
 
Nach dem Tod des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Karl am 31.12.1662 fand am 3. März 1663 die Trauerfeierlichkeit in der Jesuitenkirche zu Innsbruck statt. Der Regent von Tirol, geboren am 17.03.1628, hatte 1646 die Herrschaft von seiner Mutter Claudia de' Medici übernommen, die seit 1632 für ihren verstorbenen Gatten, Erzherzog Leopold V. von Österreich, bis zur Mündigkeit des Sohnes amtierte.
Die von dem Jesuiten Ernst Bidermann in deutscher Sprache gehaltene Leichenpredigt nimmt Bezug auf einige Embleme, die vermutlich auch die Kirche zierten. Insgesamt handelt es sich um zehn Sinnbilder, anhand derer die Milde (clementia), Freigebigkeit (munificentia), Stärke (fortitudo), Frömmigkeit (pietas) und die erlangte Glückseligkeit (felicitas) des verstorbenen Erzherzogs sowie des Habsburger-Hauses gewürdigt werden. Jedem dieser fünf Themen sind jeweils zwei Emblem-Kupferstiche zugeordnet.
Alle Embleme sind von einem rechteckigen oder ovalen Rahmen umgeben. Die Oberseite des Rahmens enthält jeweils eine Kartusche mit der Themenangabe, die Unterseite eine Kartusche mit dem Motto. Subscriptiones gibt es keine, jedoch werden mit Ausnahme des letzten alle Sinnbilder in der Predigt erläutert. Meist sind die Kupferstiche daher in - mehr oder weniger großer - Nähe ihrer Erwähnung in den Text eingebunden. Den Stich mit dem Castrum doloris hat Matthäus Küsell signiert; die Emblemtafeln sind unsigniert.
 
Bibliographie: Praz, S. 270. - Landwehr (1972), Nr. 126. - CLE J.37. - VD17: 12:123458U
 
Künstler: Matthaeus Küsell
 
Sprache(n): dt. lt.     -     Kollation: [1] gef. Bl., [14], [10] Bl. : Frontisp., 10 Ill.     -    Format: 2     -     Fingerprint: : e-c- t.r- enrs dede C 1663R
Exemplare: BSB: 2 P. o. germ. 3; ZIKG SB 277/14 R (unvollständig)    -    Signatur: BSB: Res/2 Or. Fun. 123








Zur Blätterversion



Funeris solemnia
München, 1763
 
Der Münchner Kupferstecher Franz Xaver Jungwierth (1720-1790) bearbeitete und publizierte unter Mitarbeit von Ignaz Schilling im vorliegenden Werk die Embleme und Inschriften, mit denen die Theatiner anläßlich der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Kardinal Johann Theodor von Bayern im Februar 1763 die Münchener Theatinerkirche geschmückt hatten.
Johann Theodor (09.03.1703-27.01.1763) bekleidete seit 1719 das Amt des Bischofs von Regensburg. Später kamen noch die Episkopate von Freising (1727) und Lüttich (1744) hinzu. 1746 wurde Johann Theodor zum Kardinal ernannt. Er war der zweitjüngste Sohn des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel (1662-1726) und hatte seinen ältesten Bruder und Nachfolger des Vaters im Kurfürstenamt, Karl Albrecht (1697-1745), der von 1742 auch als Kaiser Karl VII. amtierte, um 18 Jahre überlebt.
Die 'Funeris Solemnia' umfassen 16 paginierte Blätter, welche neben Widmung, Castrum doloris und Inschriften auch acht Embleme enthalten. Diese loben jeweils eine besondere Tugend des verstorbenen Bischofs. Alle Sinnbilder und auch die gestochenen Subscriptiones sind von einem kunstvollen barocken Rahmenwerk umgeben.
Jungwierth und Schilling haben die Tafeln 3 und 5 signiert, Jungwierth hat auch die Widmung unterzeichnet (Taf. 2) und nennt sich auch auf dem Titelblatt.
 
Bibliographie: Kemp / Schilling S. 302f.
 
Künstler: Franz Xaver Jungwierth; Ignaz Schilling
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: BSB: Chalc 61 a    -    Signatur: BSB: Chalc 61








Zur Blätterversion



Johann Edlweckh
Triumphus virtutum in funere Caroli VII. Romanorum imperatoris semp. Aug. Superstes, et solemnium occasione exequiarum in electorali templo clericorum regularium, vulgo Theatinorum, Monachii X. Kal. Apriliis ac deinceps, anno ob tantum funus infausto MDCCXLV. Ad lugentium solamen apparatu litterario celebratus
München, 1745
Gedruckt bei Johann Jakob Vötter in München
 
Kaiser Karl VII. starb am 20. Januar 1745 nach nur dreijähriger Herrschaft im Alter von 47 Jahren im Schloß Nymphenburg. Die Begräbnisfeier fand nach Angabe des Titelblattes im 'Triumphus virtutum' allerdings erst am 23. März statt.
Auch wenn Praz dem 'Triumphus virtutum' keinen Autor zuweist, kann wohl der Theatiner Johann Edlweckh, der die Widmung an den neuen bayerischen Kurfürsten Maximilian III. Joseph verantwortet, als Urheber des Werkes gelten.
Die Schrift beschreibt und zeigt die Inschriften und Bilder, mit denen die Münchner Theatinerkirche anläßlich der Exequien geschmückt war. Allerdings stellen nur die zwölf als 'Epigrammata emblematica' bezeichneten Stiche vollständige Embleme dar (vgl. emb_edlwe_triump00005-00016). Jedoch sind auch unter den Inscriptiones vier Embleme zu finden (vgl. emb_edlwe_triump00001-00004).
Die vierzehn Elogia (img_edlwe_triump00031-00059) enthalten als Emblemata nuda Adlerembleme, welche das Langhaus vom Chor bis zum Hauptportal zu beiden Seiten säumten und die Leistungen und Tugenden des verstorbenen Kaisers feierten. Am Ende des 'Triumphus virtutum' werden ebenfalls als Emblemata nuda noch ingesamt sechs an verschiedenen Orten in der Kirche aufgehängte Sinnbilder vorgestellt (vgl. img_edlwe_triump00079f.). Die Emblemata nuda wurden nicht in die Datenbank aufgenommen.
Die Emblemtafeln und die Tafel mit dem Castrum doloris sind von Franz Xaver Jungwierth und Nikolaus Gottfried Stuber signiert, den Stich mit der Büste Karls VII. hat Georg Sigmund Rösch unterzeichnet.
Die nach Seite 102 mit neu beginnender Paginierung angehängte Leichenpredigt Edlweckhs wurde bei der Digitalisierung nicht mitberücksichtigt.
 
Literatur: Hess??
Bibliographie: Praz, S. 575.
 
Künstler: Franz Xaver Jungwierth; Nikolaus Gottfried Stuber; Georg Sigmund Rösch
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 5 Bl., 102 S.
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 834 a; : Fiche 2 Bavar. 834 a, Beibd.2; Res/2 Bavar. 834; : Res/2 Bavar. 970,II,16 a; UBM: 0014/W 2 Hist 106    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 970,II,16








Zur Blätterversion



Cenotaphium Piis Manibus Ferdinandi III Rom. Imp. Ungariae Bohemiaeq[ue] regis, Archiducis Austriae &c: &c: Caesareis Virtutib. et Symbolis adornatum a Caesareo et Academico Collegio Soc.tis Jesu Viennae inter parentales moerores erectum, Die XIII Iunii Anno D[omi]ni MDCLVII.
Augsburg, Melchior und Matthäus Küsell, 1657
 
Zu den Gemeinschaftspublikationen der Brüder Melchior und Matthäus Küsell, die in Augsburg als Kupferstecher tätig waren, gehört auch das 'Bilderbuch' mit den Exequiendekorationen der Wiener Jesuiten für Kaiser Ferdinand III. (1608-1657). Der Band enthält 35 Embleme sowie die Abbildungen von zwölf Tugenden, die dem verstorbenen Kaiser zugesprochen werden. Die Tugenden sind auf Sockeln plaziert, die hinreichend Platz für die lateinischen und deutschen (gestochenen) Inschriften bieten. Die Embleme erscheinen in Medaillons, die von einem Lorbeerkranz umgeben sind und von einem Doppeladler gehalten werden. Das Motto ist in die Pictura integriert, die Subscriptio füllt eine relativ einfach gestaltete Kartusche unterhalb des Medaillons aus. Auffällig ist, daß entgegen sonstigen Gepflogenheiten die lateinischen Inschriften länger sind als ihre deutschen Wiedergaben.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 212. - Appuhn-Radtke, Sibylle: Augsburger Buchillustration im 17. Jahrhundert. In: Gier / Janota, S. 735-790, hier S. 777-781. - Künast (1997), S. 1246.
Bibliographie: VD17: 23:284630G
 
Künstler: Matthaeus Küsell; Melchior Küsell
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Kollation: [1], 12, 35 Bl., [1] gef. Bl. : Kupfert., 48 Ill.     -    Format: 4
Exemplare: BSB: Res/4 L.eleg.m. 40; Res/4 L.eleg.m. 40 a.    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 41








Zur Blätterversion



Juan de Solorzano Pereira
Emblemata centum regio-politica
Madrid, 1651
 
Der Autor der 'Emblemata centum regio-politica', Juan de Solórzano Pereira, ist vor allem als Verfasser mehrerer juristischer Werke bekannt, darunter seine bis heute neuaufgelegte Zusammenstellung des indianischen Rechts ('De Indiarum iure', 1629, Bd. 2: 1639). Geboren 1575, erhielt Solórzano Pereira eine Ausbildung an der Universität von Salamanca, wo mehrere der bedeutendsten Gelehrten und Dichter seiner Zeit wirkten, bevor er 18 Jahre als 'oidor' in Lima verbrachte. Er starb 1655.
Sein lateinisch verfaßtes Emblembuch erschien 1651; es bedeutete keinen großen Erfolg, da es bereits kurz nach seinem Erscheinen von Andrés Mendo in einer gekürzten Übersetzung ins Spanische vorgelegt wurde ('Príncipe perfecto y Ministros avisados, documentos politicos, y morales ...', Lyon 1661; zum Verhältnis beider Bände ausführlich Rey Sierra, Ana María: 'Mendo, a la sombra de Solórzano Pereira', in: W. Harms / D. Peil [Hg.]: Polyvalenz und Multifunktionalität der Emblematik. Akten des 5. Internationalen Kongresses der Society for Emblem Studies. Frankfurt / Main 2002, S. 679-690); der Erfolg dieser Übersetzung läßt sich daran ermessen, daß bereits im folgenden Jahr eine Neuauflage erscheinen konnte (vgl. Landwehr [1976], Nr. 507 und 507a). Schon 1658 hatte Solórzano Pereira selbst eine Übersetzung seines Emblembuches veröffentlicht, die allerdings eher eine freie Paraphrase des ursprünglichen Inhalts bot; eine weitere Ausgabe von ca. 1660 brachte dann den Originaltext und die Paraphrase. Wesentlich später (1779) erschien in Madrid wieder eine Ausgabe.
Die 'Emblemata centum regio-politica' gehören zu den emblematischen Fürstenspiegeln; als wichtigste Vorlage hat Saavedra Fajardos 'Idea de un príncipe político christiano' (München 1640) zu gelten.
Jedes Emblem besteht jeweils aus einem lateinischen Motto, das zusätzlich – gelegentlich mit kleinen Variationen - in die darunter folgende Pictura als Spruchbandmotto integriert ist; den Abschluß bildet ein kurzes, vier- bis achtzeiliges lateinisches Gedicht, an das sich dann eine umfangreichen Abhandlung ('Commentarius') anschließt. Die Kupferstiche sind nicht signiert.
Digitalisiert wurden das Titelblatt, die Widmungsrede an den König und die einhundert Embleme, sowie ein 'Index et summarium emblematum', in dem alle Embleme kurz beschrieben und die Richtung ihrer Ausdeutung benannt wird, außerdem eine weitere kurze Vorbemerkung ('Praetermissa'), in der Solórzano unter anderem auf Parallelen seiner Emblemmotive zu Julius Wilhelm Zincgrefs 'Emblematum Ethico-Politicorum Centuria' (Oppenheim 1619) eingeht. Nicht aufgenommen wurden die sich auf die Kommentare beziehenden Register der Bibelstellen, der 'locorum utriusque iuris', sowie ein Gesamtregister ('Index absolutissimus').
 
Literatur: Gonzalez de Zarate (1987). - Gonzalez de Zarate (???). - Rey Sierra (2002).
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 693.
 
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2
Exemplare: ZIKG: SB 253/6 R    -    Signatur: BSB: Pol.g. 63








Zur Blätterversion



Elogia heroum Caesareorum in Italia.
Wien, Johann Baptist Schönwetter, 1702
 
Das Buch stammt aus der Druckerei von Johann Baptist Schönwetter, der als Universitätsbuchdrucker, später auch Hofbuchführer und Reichs-Hofbuchdrucker in Wien nachgewiesen wird. Er ist der Buchführerfamilie Schönwetter mit Stammsitz in Frankfurt am Main zuzurechnen und druckte neben Zeitungen, Kalendern und Gebetbüchlein auch politische Nachrichten und Kriegsnachrichten, die meist nur wenige Seiten stark waren. Für das vorliegende Werk können leider weder Verfasser noch Stecher namhaft gemacht werden.
Das Werk besteht aus acht Emblemen, die unmittelbar auf die jüngsten Ereignisse des spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) Bezug nehmen, welche zwischen Mai 1701 und Februar 1702 in Italien stattfanden und aus habsburgischer Sicht erfolgreich verliefen. Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) hatte im Frühjahr 1701 im Auftrag Kaiser Leopolds I. (1658-1705) ein Heer über die Alpen nach Italien geführt, weil die Franzosen im Begriff waren, sich der dortigen spanischen Besitztümer, der Lombardei sowie der Königreiche Neapel und Sizilien, zu bemächtigen.
Mit einer Ausnahme (vgl. Seite 7) ist jedes Emblem einem der kaiserlichen Befehlshaber im Krieg gegen die Franzosen gewidmet. Die Intention des Werkes ist es, über die unterlegenen Franzosen zu spotten und den Kaiserlichen die Charaktereigenschaften der Tapferkeit und Schnelligkeit zuzuschreiben, die Verlierer dagegen mit dem Attribut der Feigheit zu versehen.
Die Embleme sind zweisprachig, jeder Pictura sind jeweils ein lateinisches und ein deutsches Motto sowie eine Subscriptio ebenfalls in beiden Sprachen beigefügt. Die Zweisprachigkeit des Werkes ist bereits im Titel angelegt. Während dort jedoch die Aussagen identisch sind, treten in den Emblemen die deutschen und die lateinischen Texte inhaltlich auseinander. Dadurch erhält jede Pictura eine zweifache Auslegung, wobei die Stoßrichtung - Spott gegenüber den Franzosen - die gleiche bleibt. Die lateinische Subscriptio ist etwas allgemeiner gehalten, die deutsche Variante ist deutlicher auf die historischen Geschehnisse bezogen.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 178.
 
 
Sprache(n): lt., dt.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 251,31








Zur Blätterversion



Genii Serenissimorum Principum Philippi Wilhelmi Comitis Palatini Rheni, ... Sponsi Et Annae Catharinae Constantiae Augustissimorum Regum Sigismundi III. Filiae Vladislai IV. Sororis Poloniae et Sueciae &c. Principis Sponsae: Quos In nuptiali eorundem Solennitate Tria Societatis Jesu Collegia Dusseldorpiense, Monasterioeiffliacum e[t] Marcoduranum Clementissimis Suis Dominis Et Munificentissimis Fundatoribus
Köln, Heinrich Kraft, 1642
 
Anläßlich der Hochzeit von Philipp Wilhelm (1615-1690), dem Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1578-1653), und Anna Katharina Konstanze von Polen (1619-1651), der Tochter von Sigismund III. Wasa (1566-1632), dem König von Polen (1587-1632) und Schweden (1592-1599), veröffentlichten die Jesuiten von Düsseldorf und Münstereifel im Jahre 1642 bei Heinrich Krafft in Köln das Emblembuch 'Genii nuptiales'.
Das Titelblatt zeigt in Medaillons je drei Löwen- und Adlerembleme, die sich damit den Wappentieren der beiden herrschaftlichen Häuser widmen (Embleme 1-6). Daneben enthält der Band zehn ganzseitige Embleme mit aufwendigem Rahmenwerk und ausführlicher Subscriptio (Embleme 7-16).
Jedes dieser zehn Embleme zeigt in der Pictura mindestens einen Putto (Genius) oder auch zwei Putti (Embleme 7, 11 und 16) und mehr (Emblem 14), oft mit Fackel in der Hand (Embleme 12-16). Diese Sinnbilder werden von jeweils zwei Prosatexten umrahmt. Der erste, dem Emblem vorausgehende würdigt eine bestimmte Tugend des Bräutigams, der zweite, dem Emblem folgende Text lobt den entsprechenden Vorzug der Braut. Meist bezieht sich das Emblem nur auf Philipp Wilhelm, nur zwei Sinnbilder bringen auch Anna Katharina Konstanze ins Spiel (Embleme 8 und 16).
Nach Landwehr war J. E. Löffler der Urheber der Kupferstiche.
 
Bibliographie: Praz, S. 558. - Landwehr (1976), Nr. 200. - Sinnbild (1991), S. 209.
 
Künstler: Johann Heinrich Löffler
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [40] Bl. : Kupfert., zahlr. Ill. (Kupferst.), Port     -    Format: 2     -     Fingerprint: n-vt s.as t.i; Tevi C 1642R
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 336 a; Cgm 2213,37.    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 336








Zur Blätterversion



Heinrich Engelgrave
Lucis euangelicae Sub velum Sacrorum Emblematum, reconditae, Pars tertia. Hoc est Caeleste Pantheon
Köln, 1659
 
Die 1659 bei Johannes Busaeus erschienene Ausgabe umfaßt beide Teile des 'Pantheons' und zählt insgesamt 57 Embleme zu den Heiligen- und Marienfesten. Das Titelkupfer zeigt Christus, der von Engeln umgeben ist; daran anschließend Titelblatt, "dedicatio" und "praefatio". Als Widmungsträger erscheint D. Andreas Cruesen, Erzbischof von Mecheln.
Der erste Teil des 'Caeleste Pantheon' umfaßt die Embleme 1 bis 24 sowie drei Indizes ("Index Festorum et Paragraphorum", "Index locorum Sacrae Scripturae", "Index Alphabeticus"), der zweite Teil vervollständigt die insgesamt 57 Embleme und setzt an das Ende sechs Indizes (die Indizes zu den Festtagen, den Bibelstellen, einem Sachregister sowie "Index utriusque partis in Dominicas totius anni", "Index utriusque in partis Quadragesimam", "Index utriusque partis controversiarum contra Heterodoxos").
Der Aufbau der einzelnen Embleme gliedert sich wie folgt: einleitend die liturgische Bestimmung, an die sich das Bibelzitat anschließt; daran im Anschluß die pictura, gefolgt von einem Zitat aus der antiken Literatur (Vergil, Horaz, Ovid u.a.m.), dem argumentum und der in Paragraphen eingeteilten Übersicht, schließlich die 'explicatio' mit Fußnoten. Das Kapitel zum Hl. Xaver findet sich als Emblem 43 im Hauptteil (Paginierung wie Hom. 427-3,2; vgl. ebd.).
Insgesamt zählt die Ausgabe 488 Seiten (ohne Einleitung und Indizes). Die Randglossen der Ausgabe BSB: 2 Hom. 94-3,1/2 erscheinen durchweg als Fußnoten; die Zuschreibungen von Th. Dekens, H. Warmoldi, Loyens und Adrianus de Waldenburch (vgl. BSB: 2 Hom. 94-3,1/2) entfallen, dafür folgt nach dem Trennblatt zwischen 1. und 2. Teil eine "Censura" von Adrianus de Waldenburch (Presbyter und Kanonikus der Kölner Kirche). - Bei der Digitalisierung wurde berücksichtigt: Titelblatt, Titelkupfer, einleitende Texte (dedicatio, praefatio), die einzelnen Bildtafeln mit Motto, liturgischer Bestimmung und der Inhaltsangabe des nachfolgenden Prosakommentars sowie sämtliche Indizes.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 266 - Sinnbild (1991), S. 207. - CLE JS
 
 
Sprache(n): lt.
Signatur: BSB: Hom. 428-3,1/2








Zur Blätterversion



Marcus Zuerius Boxhorn
Emblemata politica
Amsterdam, Johann Jansson, 1651
 
Der lateinische Dichter und philologische Schriftsteller Marcus Zuerius Boxhorn (1602-1653) erhielt seine Ausbildung in Leiden, wo er ab 1632 den Lehrstuhl für Beredsamkeit innehatte, den er 1648 abgab, da er im gleichen Jahr Daniel Heinsius auf dem Lehrstuhl für Geschichte nachfolgte. Neben seiner Tätigkeit in der Verwaltung des 'Collegium oratorium' (ab 1636) machte sich Boxhorn insbesondere durch seine Schrift 'Institutionum seu disquisitionum politicarum', einer Abhandlung zur Nationalökonomie, einen Namen.
Die 'Emblemata Politica', eine Sammlung von 17 Sinnbildern, erschienen im Jahr 1651 bei dem Verleger Joannes Janssonius in Amsterdam; sie finden sich als erster Teil neben den Dissertationes 'De Romanorum Imperio' (ebenfalls Marcus Z. Boxhorn) sowie einer Abhandlung über das Gesandtenrecht ('Solutio quaestionis veteris et novae', 1669) aus der Feder des Ochsenfurther Professors für Jurisprudenz Richardus Zoucheus (Anmerkungen von Christian Henelius).
Der Aufbau der Sinnbilder folgt der traditionellen Gliederung in Motto, pictura und subscriptio, die von einem Prosakommentar unterschiedlichen Umfangs eingenommen wird. In seinem Vorwort gibt Boxhorn das Ziel der 'Emblemata' an, das darin besteht, über die Darstellung des 'bonum', 'divinum et humanum' in ihrer wechselseitigen Verschränkung Kriterien des weisen und tugendhaften Herrschers herauszuarbeiten, dessen Grundlage er in einer umfassenden Erkenntnisleistung gegeben sieht: Neben der Erkenntnis Gottes ('ad deum') nennt er die Erkenntnis der anderen ('ad alios'), womit wohl die zahlreichen Exempla aus der griechischen (Herkules, Alexander der Große, Odysseus u.a.) und römischen (Domitian, Hannibal u.a.) Geschichte bzw. Mythologie gemeint sein dürften, sowie die Selbsterkenntnis ('ad se'); als Vergleich dient ihm der Heliotrop, der sich der Sonne zuwendet. Demokrit, Heraklit, Platon, Pythagoras und Sokrates sowie Tacitus, Scipio, Horaz und Plinius dienen als Quelle; hinsichtlich der Rechtfertigung für seine Herrscherbelehrung beruft sich Boxhorn auf die Tradition der Regentenerziehung durch Philosophen, als deren prominenteste Beispiele er Sokrates und Alkibiades sowie Platon und Dionysius anführt.
 
Bibliographie: Landwehr (1988), Nr. 76.
 
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: ZIKG: SB 235/12 R    -    Signatur: BSB: Pol.g. 126








Zur Blätterversion



Paris Gille
Castrum Doloris, Quod Celsissimo ac Reverendissimo Archiepiscopo Salisburgensi S. Sedis Apostolicae Legato, S.R.I. Principi Paridi E Comitibus Lodroni De Patria & Litteris Meritissimo 16. Decembris Pientissime Defuncto Ex Debito Et Merito Struxit Inter Patriae solemnes maerores, & inferias Moesta Academia Benedictina Salisburgensis. In Aula eiusdem Anno M.DC.LIV. Die 5. Mensis Ianuarii
Salzburg, Johann Baptist Mayr, 1654
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Paris Graf von Lodron (1586-1653) wurde 1619 zum Salzburger Fürsterzbischof gewählt. Neben der beginnenden architektonischen Neugestaltung der Stadt gelang es ihm vor allem, daß Salzburg durch seine geschickte Politik nicht in den Dreißigjährigen Krieg hineingezogen wurde. 1620 erhob Kaiser Ferdinand das Gymnasium zur Universität, die Paris Graf von Lodron 1625 "auf ewige Zeiten" den Benediktinern übergab. Nach seinem Tod im Dezember 1653 wurde in der Aula der Universität ein Castrum Doloris errichtet, dessen Gesamtansicht die Kupfertafel von Wolfgang Kilian (1581-1662) nach Christian Zach (ca. 1620-1668) zeigt. Auf ihr sind neun Embleme zu sehen, die im Werk, das aus 24 ganzseitigen Emblemen und der oratio funebris besteht, wieder aufgegriffen werden. Die vier von Löwen gehaltenen stehen dabei am Anfang und spannen thematisch den Bogen von seinen Verdiensten (links) bis zu seinem Tod (rechts), die fünf anderen gehören zum Abschnitt, der dem Magnati laboriosissimo gewidmet ist; dann folgen je fünf weitere, die Paris Graf von Lodron als Gründer der Universität, als Erzbischof und als Fürsten ehren.
Die Schrift wurde 1681 in dem Sammelband 'Corona gratulatoria' erneut veröffentlicht.
 
Literatur: Martin (1982), S. 84-102. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 211.
Bibliographie: Praz, S. 548. - Landwehr (1972), Nr. 177 u. 313. - VD17: 12:129152H
 
Künstler: Wolfgang Kilian; Christian Zach
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [1] gef. Bl., [32] Bl. : Kupfert., zahlr. Ill. (Ku     -    Format: 2     -     Fingerprint: O.I- t.s, t.t. i.t, C 1681R
Signatur: BSB: 2 L.eleg.m. 16 m








Zur Blätterversion



Paris Gille
Corona Gratulatoria Seu Gratulationes Diversae Quas Magnis Principibus Accinuit Alma & Celeberrima Universitas Salisburgensis
Salzburg, Johann Baptist Mayr, 1681
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Paris Gille, Benediktiner und ehemaliger Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, gibt im Jahre 1681 das Sammelwerk 'Corona gratulatoria' heraus, welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint. Die einzelnen Schriften sind zwischen den Jahren 1654 und 1668 erschienen. Im einzelnen handelt es sich um folgende Titel: 'Castrum doloris ... archiepiscopo Salisburgensi ... Paridi e comitibus Lodroni', 'Horizon Juvaviensis', 'Infula oblata', 'Suffragium deorum conspirantium', 'Gratulatio panegyrica' sowie 'Juvavi ter felix urna'.
Abgesehen vom ersten Beiband 'Castrum doloris', der bereits in der Ausgabe von 1654 (BSB: 2 L.eleg.m. 16 m) in der Datenbank existiert, sind die übrigen fünf Beibände der 'Corona gratulatoria' jeweils unter ihrem eigenen Titel separat in die Datenbank aufgenommen.
 
Bibliographie: Praz, S. 350f. - Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17: 12:129135T
 
 
Sprache(n): lt.     -    Format: 2     -     Fingerprint: o.c. O.I- t.s, t;s, C 1681R
Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56








Zur Blätterversion



Paris Gille
Horizon Iuvaviensis Sub Novo Sidere Celsissimi ac Reverendissimi Domini Domini Guidobaldi E Comitibus De Thun, Archiepiscopi Salisburgensis, S. Sedis Apostolicae Legati, S.R.I. Principis VIII. Kal. Octobris Anno M.DC.LIV. Augustissime Inaugurati, Illustrissimae Familiae Gloriosissimus, Laetissimae Patriae Felicissimus, A Musis Benedictinis Salisburgensibus Decantatus, Eidem Celsissimo Principi Ex debito obsequio Dedicatus
1681
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Der 'Horizon Juvaviensis' ist der zweite Beiband im 1681 von Paris Gille, einem Benediktiner und ehemaligen Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, herausgegebenen Sammelwerk 'Corona gratulatoria', welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint.
Der 'Horizon Juvaviensis' ist dem Salzburger Erzbischof Guidobald, Graf von Thun (1616-1668), anläßlich seiner Inauguration am 24. September 1654 gewidmet.
Die Schrift enthält 33 Blätter und 22 numerierte Embleme in zwei verschiedenen Rahmungen, die ihrerseits je sechs emblematische Motive aufweisen. Während das Titelkupfer von Wolfgang Kilian nach Vorlage von Christian Zach gestochen wurde, sind die Embleme unsigniert. Die Rahmenembleme sind als Embleme 23-30 erfaßt.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17: 12:129087L
 
Künstler: Wolfgang Kilian; Christian Zach
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [49] Bl. zahlr. Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: e.s- m.I. s.,& AuQu C 1681R
Exemplare: BSB: 2 L.eleg.m. 64 a; Res/2 L.eleg.m. 64; UBM: 0014/W 4 Vetus 53    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56 Beibd. 2








Zur Blätterversion



Paris Gille
Infula Illustrissimo Et Reverendissimo Domino Domino Carolo Ex Comitibus De Liechtenstein Episcopo Olomucensi &c. Candido Lapillo Lecta, & adcantata Ab Apolline Et Musis Salisburgensibus. Anno M.DC.LXIV.
1681
Gedruckt in Salzburg
 
Die 'Infula oblata' ist der dritte Beiband im 1681 von Paris Gille, einem Benediktiner und ehemaligen Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, herausgegebenen Sammelwerk 'Corona gratulatoria', welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint.
Die 'Infula oblata' aus dem Jahre 1664 ist dem Grafen Karl von Lichtenstein-Kastelkorn (1624-1695) gewidmet, der seit 1654 Salzburger Domdechant war und zum Bischof des mährischen Olmütz bestimmt wurde. 1665 wurde er als Bischof inauguriert.
Die Schrift enthält neun ganzseitige, medaillonförmige Embleme. Das Titelkupfer wurde von Bartholomäus Kilian nach Vorlage von B. Schramman gestochen, die Embleme sind unsigniert.
 
Bibliographie: Praz, S. 350f. - Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17:12:129171P
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [28] Bl. Kupfert., 9 Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: æ-i- t.e. n-e- nala C 1681R
Exemplare: BSB: Res/2 P.o.lat. 82,17    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56 Beibd. 3








Zur Blätterversion



Paris Gille
Suffragium Deorum Conspirantium In Illustrissimum & Reverendissimum Dominum Dominum Wenceslaum E Com. De Thun Nuper Electum Episcopum Passaviensem, Ad Solemnissimam Inaugurationem Die XII. Aprilis, Anno M.DC.LXV. A Musis Benedictinis Salisburgensibus Decantatum
1681
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Das 'Suffragium deorum conspirantium' ist der vierte Beiband im 1681 von Paris Gille, einem Benediktiner und ehemaligen Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, herausgegebenen Sammelwerk 'Corona gratulatoria', welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint.
Das 'Suffragium deorum conspirantium' ist Wenzeslaus, Graf von Thun (1629-1673) gewidmet, dem jüngeren Halbbruder des Salzburger Erzbischofs Guidobald von Thun (1616-1668). Anlaß für die Publikation ist Wenzeslaus' Inauguration als Bischof von Passau am 12. April 1665.
Die Salzburger Gratulationsschrift enthält nach Praz und Landwehr ein Titelkupfer und sieben Embleme, wobei jeweils zwei verbundene Palmzweige als Rahmen für Motto und Pictura fungieren. Titelkupfer und ein Emblem (Nr. 6) fehlen in dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München.
Die Embleme enthalten keine Hinweise auf die beteiligten Künstler. Allerdings befindet sich in den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek München eine Einzelausgabe des 'Suffragium deorum conspirantium' (Res/2 Bavar. 950,XI,7), dessen Titelkupfer der Salzburger Paul Seel nach einer Vorlage von B. Schramman gestochen hat. Dieses Exemplar unterscheidet sich von dem vorliegenden 'Corona-gratulatoria'-Beitrag ferner durch eine Paginierung der Textseiten und die Anordnung der Embleme in der umgekehrten Reihenfolge. Das emblematische Titelkupfer (Nr. 8-11) und das in der 'Corona gratulatoria' fehlende Emblem (Nr. 6) wurden in der Datenbank erfaßt.
 
Bibliographie: Praz, S. 350f. - Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17: 12:129175U
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [14] Bl. 6 Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: n-do m,am t:is s.is C 1681R
Exemplare: BSB: Res/2 Bavar. 950,XI,7    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56 Beibd. 3








Zur Blätterversion



Paris Gille
Gratulatio Panegyrica Quam Eminentissimo, Celsissimo ac Reverendissimo Domino Domino Guidobaldo Ex Comitibus De Thun S.R.E. Cardinali Archiepiscopo Salisburgensi, S. Sedis Apostolicae Legato, Episcopo Ratisbonensi, S.R.I. Principi Nec Non S.C.M. Ad Comita Imperialia Plenipotentiario &c. Cum Cardinalis Romana Purpura Salisburgum Suum auspicatissimo Adventu illustraret, Ex humillimo obsequio dixerunt Musae Salisburgenses Anno M.DC.LXIIX.
1681
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Die 'Gratulatio panegyrica' ist der fünfte Beiband im 1681 von Paris Gille, einem Benediktiner und ehemaligen Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, herausgegebenen Sammelwerk 'Corona gratulatoria', welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint.
Die 'Gratulatio panegyrica' ist wie der zweite Beiband dem Salzburger Erzbischof Guidobald von Thun (1654-1668) gewidmet, der 1667 zusätzlich mit der Bischofswürde von Regensburg ausgestattet und zum Kardinal ernannt wurde. Gemäß dem Titelblatt entstand die Gratulationsschrift anläßlich der Rückkehr Guidobalds aus Rom, wo er den Kardinalshut empfangen hatte, nach Salzburg im März 1668, seinem Todesjahr.
Die Publikation enthält 12 ganzseitige Embleme, deren kreisrunde Pictura von einem kartuschenartigen Rahmen umgeben ist. Die Sinnbilder sind von G. A. Wolfgang nach der Vorlage von Burckhard Schramman gestochen. Das Titelkupfer, gefertigt von Bartholomäus Kilian nach Vorlage von B. Schramman, enthält ebenfalls emblematische Motive, die hier als Embleme 13-25 erfaßt sind.
Weil im 'Corona-gratulatoria'-Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München das Titelkupfer fehlt, wurde für dieses Blatt ersatzweise die 'Gratulatio-panegyrica'-Ausgabe Res/2 Diss. 31#Beibd. 3 herangezogen.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17: 12:129181V
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [27] Bl. zahlr. Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: ama- isro i.V. **** C 1681R
Exemplare: BSB: Res/2 Diss. 31 Beibd. 3; Res/2 Bavar. 382; Res/2 L.eleg.m. 118 s Beibd. 2    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56 Beibd. 4








Zur Blätterversion



Paris Gille
Iuvavi Ter Felix Urna Ex Qua Celsissimus ac Reverendissimus Dominus Dominus Maximilianus Gandolphus E Comitibus De Küenburg, Archiepiscopus Salisburgensis S. Sedis Apostolicae Legatus S.R.I. Princeps, &c. Post duos eiusdem Prosapiae & Honoris Antecessores Tertia, Sacraque sorte lectus eoque magno omine Ad publicum solatium, plausumque Aere ac Ore Celebratus est A Musis Salisburgensibus
1681
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
'Juvavi ter felix urna' ist der sechste Beiband im 1681 von Paris Gille, einem Benediktiner und ehemaligen Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik, herausgegebenen Sammelwerk 'Corona gratulatoria', welches sechs von seiner Universität verantwortete Huldigungsschriften für Salzburger Geistliche mit Bischofswürde vereint.
Anläßlich der Wahl Graf Maximilian Gandolfs von Kuenburg zum Salzburger Erzbischof (1668-1687) wurde 'Juvavi ter felix urna' verfaßt. Die Gratulationsschrift enthält 24 ganzseitige Embleme mit ovaler Pictura in vier unterschiedlichen Rahmen. Die Sinnbilder sind nicht signiert.
Die ersten sechs Embleme befassen sich mit der Abstammung und Freigebigkeit, die folgenden sechs (Nr. 7-12) mit Bildung und Führungsqualität des neuen Erzbischofs. Anschließend werden Glück und Liebenswürdigkeit (Nr. 13-18), zuletzt Gerechtigkeit und Frömmigkeit Max Gandolfs (Nr. 19-24) behandelt.
Weil im 'Corona-gratulatoria'-Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München das Titelkupfer fehlt, wurde für dieses Blatt ersatzweise dasjenige der 'Juvavi-ter-felix-urna'-Ausgabe Res/2 Diss. 31#Beibd. 4 herangezogen, welches, gestochen von Matthäus Küsell nach Vorlage von Burckhard Schamman, emblematische Motive aufweist. Diese sind als Embleme 25-30 erfaßt.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 313. - VD17: 12:129087L
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [49] Bl. zahlr. Ill. (Kupferst.)     -    Format: 2     -     Fingerprint: e.s- m.I. s.,& AuQu C 1681R
Exemplare: BSB: Res/2 Diss. 31 Beibd. 4; 2 Bavar. 450 a Beibd. 2    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 56 Beibd. 6








Zur Blätterversion



Imago primi saeculi societatis Iesu a provincia Flandro-Belgica eiusdem societatis repraesentata
Gedruckt in Antwerpen
 
Die 'Imago primi saeculi' (1640) wurde zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Gesellschaft Jesu bei Moretus in Antwerpen gedruckt. Als Herausgeber fungierte Johannes Bollandus (1596-1665), Mitherausgeber war Jan de Tollenaar (1582-1643). Noch im gleichen Jahr entstand, ebenfalls bei Moretus, eine Übersetzung ins Niederländische ('Afbeeldinghe van d’eerste eeuwe der Societeyt Jesu').
Das Titelkupfer fertigte Cornelis Galle nach einem Entwurf des Malers und Kupferstechers Philip Fruytiers (1610-1666) an. Es scheint wahrscheinlicher, daß es sich dabei um den älteren Galle handelt (1576-1650), weil sein Sohn (1615-1678) zum Zeitpunkt der Entstehung noch relativ jung war und insgesamt nicht an die Fähigkeiten seines Vaters heranreichte; allerdings ist ein bedeutender Teil des Werkes beider nicht eindeutig dem Vater bzw. Sohn zuzuordnen.
Das Werk gliedert sich in eine Vorrede an den Leser, die auch einen Überblick über den Gesamtaufbau bietet (viii S.), die "Dissertationes Prolegomenae" (S. 1-52) und dann in sechs Bücher, die unter den Themen "Societas nascens" (S. 53-203), "Societas crescens" (S. 204-330), "Societas agens" (S. 331-480), "Societas patiens" (S. 481-580), "Societas honorata" (S. 581-727) und "Societas Flandro-Belgica" (S. 728-952) die Geschichte der Gesellschaft seit ihrer Gründung 1540 behandeln. Ein Register (xxii S.) schließt den Band ab.
Die insgesamt 125 Kupferstiche im Band sind unsigniert; sie sind in Gruppen verschiedenen Umfangs zusammengestellt, die jeweils am Ende der Prolegomena bzw. der sechs Bücher angeführt werden: S. 43-52 (9), 173-203 (31), 317-330 (14), 452-480 (28), 564-580 (17), 714-727 (14), 937-949 (12). Dabei wurden einzelne Stiche aus verschiedenen anderen Emblembüchern übernommen: S. 44 aus Hugos 'Pia desideria' (1624), S. 180 aus Cats' 'Maechden-plicht', S. 456 aus Bourgoignes 'Ghebreken der Tonghe ende Middelen om diete verbeteren' (1631), S. 466 aus 'Thronus Cupidinis' (1620). Der Aufbau der Embleme ist stets gleich: auf eine formelhafte Themenbenennung folgt die Pictura, darunter das Motto, die Subscriptio in meist lateinischen, selten griechischen oder hebräischen Versen.
Das Emblem auf S. 714 enthält die falsche Pictura, die weiter unten auf S. 720 - nunmehr richtig - auftaucht.
Das Titelkupfer wird von einer weiblichen Personifikation der Gesellschaft Jesu bestimmt, die auf dem überwundenen Chronos sitzt und so den Anspruch auf langen Bestand der Gesellschaft unterstreicht. Der ihr zugeordnete Ausspruch "Non nobis Domine, non nobis; sed Nomine tuo" nimmt Bezug auf den Leitspruch der Jesuiten "Omnia ad maiorem Dei gloria". Links und rechts von ihr werden von Putti je drei Medaillons vor eine Säule gehalten; in den sechs römisch numerierten Medaillons werden charakteristische Embleme der sechs Teile in verkleinerter, z.T. inhaltlich reduzierter Form aufgenommen und so die thematischen Schwerpunkte der sechs Kapitel angedeutet. Die Sockel der Säulen sind wiederum mit je einem Emblem geschmückt; beide beziehen sich allgemeiner auf den zum Zeitpunkt des Druckes hundertjährigen Bestand der Gesellschaft.
Auch einzelne weitere Elemente des Titelkupfers nehmen Bezug auf bestimmte folgende Embleme; so ruft ein Putto mit einem Jagdfalken auf dem Arm und dem Spruchband "Ad nutum" bereits den unbedingten Gehorsam der Ordensmitglieder ihren Vorgesetzten gegenüber auf, wie er in den Emblemen S. 191-194 thematisiert wird, andererseits auch Emblem S. 942, wo ebenfalls ein Jagdvogel in der Pictura auftaucht. Ein Kompaß auf einem Spruchband "Tearraque marique" verweist auf das Emblem S. 323, wo ein Kompaß auf den Nordstern ausgerichtet ist und in dem der strikte Gehorsam des Ordens dem Papst gegenüber emblematisch umgesetzt wird.
Zwei Motive lassen keinen Zusammenhang mit einem der folgenden Embleme erkennen und sind ihrem Inhalt und ihrer Bedeutung nach unklar. Links unten hält ein Putto mit dem Spruchband "Sine labe" eine Art Pfanne am Griff, rechts hat sein Pendant mit dem Spruchband "Sine aere" einen Fuß auf einen nicht genau erkennbaren Gegenstand gestellt; dabei weist er in der Titelei auf die Worte "officina Plantiniana".
 
Bibliographie: Praz, S. 380. - De Backer-Sommervogel I,1625,5. - Landwehr (1988) Nr. 378. - Sinnbild (1991), S. 212. - CLEJS I,S. 56f.
 
 
Sprache(n): lt., griech., hebr.     -     Fingerprint: Q.NA t.uo n-i- Scpa 3 M.DC.XL.
Exemplare: ZIKG: 4 SB 240/49 R    -    Signatur: BSB: Res/2 Jes. 12








Zur Blätterversion



Paris Gille
Novum Tres Inter Deas Iunonem, Venerem Et Palladem Paridis Iudicium In Quo Denuo Expositum Pomum, Posthabitis Caeteris, Soli Decernitur Optimae, Emblematice sub oculos datum
1694
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Im Jahre 1694 erscheint in Salzburg das Werk 'Novum tres inter deas Junonem, Venerem et Palladem Paridis judicium'. Autor ist Paris Gille, Benediktiner und ehemaliger Salzburger Universitätsprofessor für Dichtkunst und Rhetorik.
In diesem Werk läßt Gille das mythische Urteil des trojanischen Königssohnes Paris über die drei Göttinnen Juno, Venus und Pallas Athene wiederholen und revidieren. Denn nun erhält Athene den Apfel als Siegespreis, da Paris ihre Gaben, Tugend und Weisheit, jetzt höher bewertet als die Geschenke der Juno, Macht und Reichtum, sowie die Schönheit und Freuden der Venus. Daß unter diesem neuen Entscheid des Paris die Auffassung des gleichnamigen Paris Gille zu verstehen ist, erscheint offensichtlich.
In den drei Teilen des Buches diskutiert Paris mit den drei Göttinnen. Zunächst mit Juno, dann mit Venus und zuletzt mit Pallas Athene. Alle Thesen dieser Gespräche sind durch einen ganzseitigen Kupferstich in unterschiedlicher Rahmung, mit Motto und Distichon emblematisch gestaltet. Abgesehen von zwei lateinischen Lukian-Zitaten entstammt jedes Motto einem römischen Dichter. Die Subscriptio nimmt sehr oft den Charakter eines Aphorismus an.
Die 22 Embleme des Juno-Teiles und die 52 Sinnbilder des Venus-Abschnittes sind antithetisch angeordnet, d. h., einer werbenden Aussage der jeweiligen Göttin stellt Paris seine konträre Meinung gegenüber. Allein die 26 Embleme, die dem Gespräch mit Pallas Athene gewidmet sind, reihen die Vorzüge von Tugend und Weisheit sowie deren richtigen Gebrauch aneinander.
Den versifizierten Erörterungen der jeweiligen These im Anschluß an das Eingangsemblem ist eine "Exegesis" in Prosa vorangestellt, welche das Emblem erklärt.
Die Kupferstiche sind teilweise signiert. Demnach sind sie von P. Kilian beziehungsweise Justus van den Nypoort nach Vorlagen Nypoorts gestochen. Nach Landwehr, Nr. 314, gehen die 52 Kupferstiche des Venus-Teils auf die 'Amorum Emblemata' von Vaenius (van Veen) zurück. Die Titelkupfer fertigte Johann Jakob von Sandrart nach den Vorlagen des Johann Karl von Reslfeld.
 
Bibliographie: Praz, S. 351. - Landwehr (1972), Nr. 314. - VD17: 23:299615G
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [245 Bl.]     -     Fingerprint: m.e. i.am t.i, TaVi C 1694R
Exemplare: UBM: 2 P. lat. rec. 135; ZIKG: SB 294/10 R    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 57








Zur Blätterversion



In memoriam gloriosae victoriae hungaricae a Germanorum fortissimo exercitu auspiciis Leopoldi Imp. invictiss. A. C. MDCLXXXVI. de Turcis reportatae emblemata aliquot edita
1687
Gedruckt bei Theophilus (Witwe) Göbel in Augsburg
 
Gemäß dem Titel widmet sich die nur acht Blätter und sieben Embleme umfassende Schrift den im Jahre 1686 über die Osmanen in Ungarn errungenen Siegen Kaiser Leopolds I. (1658-1705). Motti und Subscriptiones der Embleme sind in lateinischer und deutscher Sprache verfaßt. Beide Motti befinden sich im Rahmen der kreisrunden Pictura. Obwohl die lateinischen und deutschen Texte sich weitgehend entsprechen, gibt es jedoch immer wieder inhaltliche Abweichungen.
Die verso-Seite der Blätter enthält jeweils Erläuterungen zum Verständnis des zugehörigen Emblems. Das Werk existiert in zwei Ausgaben von 1686 beziehungsweise 1687, wobei letztere - wozu auch das digitalisierte Exemplar zählt - die Erläuterungen zusätzlich in deutscher Sprache enthält. Ansonsten unterscheiden sich die Ausgaben nicht.
Hinweise auf die Autorschaft und die beteiligten Künstler gibt es nicht.
 
Bibliographie: Praz, S. 564. - VD17: 12:622332M
 
 
Sprache(n): lt.; dt.     -     Kollation: [1], VII Bl. : Ill. (Kupferst.)     -    Format: 4     -     Fingerprint: d.en r.hr teen ent. C 1687R
Exemplare: BSB: 4 L.eleg.m. 55 a; Res/2 L.eleg.m. 59, Beibd. 4 (1686)    -    Signatur: BSB: Res/4 Turc. 94,26








Zur Blätterversion



Votum Unanime Parnassi Salisburgensis Deorum Iudicio Et Assensu Approbatum, Dum In Celsiss.mum ac Rever.mum S.R.I. Principem, Et Archiepiscopum Salisburgensem &c. &c. Electus Esset Joannes Ernestus e S.R.I. Comitibus De Thun, Episcopus Seccoviensis, Eidem In Auspicatissimi, ac Longaevi Regiminis Augurium Humillima animi submissione dicatum, ac oblatum A Venerantibus Suis Musis Benedictino-Salisburgensibus
Salzburg, 1686
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Graf Johann Ernst von Thun (1643-1709), bisher Bischof von Seckau in der Steiermark, wurde am 30.01.1687 Erzbischof von Salzburg. Anläßlich seiner Wahl brachten die Salzburger Benediktiner eine emblematische Gratulationsschrift heraus. Das Werk enthält 25 Embleme, die in fünf Abschnitten mit jeweils fünf Sinnbildern Eigenschaften des neuen Oberhirten darstellen. Dabei unterscheiden sich alle fünf Teile durch die Gestaltung des Rahmens, der jeweils die fünf zum betreffenden Kapitel gehörenden Embleme umgibt.
Der erste Teil lobt die Wahl des Grafen als weise göttliche Entscheidung, der zweite Teil würdigt die edle Abstammung des Kandidaten, der dritte Teil die Vergrößerung des Familienruhms durch die Tugend Johann Ernsts, der vierte Teil die Klugheit und den Ehrgeiz, seine Halbbrüder, die ebenfalls Bischofsämter innehatten, in seiner Amtsführung zu übertreffen. Der fünfte Teil thematisiert die Hochherzigkeit und die Erfahrung des neuen Salzburger Erzbischofs.
Einen Hinweis auf die am Werk beteiligten Künstler gibt es nicht.
 
Literatur: SinnBilderWelten, Nr. 173.
Bibliographie: Praz, S. 576. - VD17: 12:127958P
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [57] Bl. : Frontisp. (Portr.), zahlr. Ill. (Kupfer     -     Fingerprint: o-s- o.e- uro, Cave C 1687C
Exemplare: BSB: 2 Bavar. 950,XII,33; BSB: 2 Diss. 31 Beibd. 5; BSB: Res/2 L.eleg.m. 118 m; UBM: 2 H.eccl. 930#7; ZKGM: SB 287/12 R    -    Signatur: BSB: Res/2 Diss. 31 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Johann Reinhard Marx
Doron Basilikon Sive Corona Imperii Romani Ferdinando IV. Austriaco, Electo Romanorum Regi ... S.R.I. Principum Electorum Consensu Delata Augustae Vindelic. VII. Id. Mens. Iunii Imposita Ratisponae, XIV. Kal. Iul. Anno a Partu Virginis MDCLIII. / Emblematum Inauguralium Lemniscis Implexa
Frankfurt, Christian Hermsdorff, 1653
Gedruckt bei Anton Humm in Frankfurt
 
Anläßlich der Krönung Ferdinands IV. (8. 9. 1633-9. 7. 1654), König von Böhmen (seit 1646) und Ungarn (seit 1647), zum römisch-deutschen König im Juni 1653 gab der Mainzer Johann Reinhard Marx die emblematische Schrift 'Doron basilikon: sive corona imperii Romani Ferdinando IV. ... delata' heraus.
Ferdinand war der älteste Sohn Kaiser Ferdinands III. aus erster Ehe und starb bereits ein Jahr nach der Krönung im Alter von 21 Jahren an den Pocken.
Die Embleme greifen unterschiedliche Aspekte der Krönung auf: Bei den ersten vier Sinnbildern wird - ausgehend von den Bibelzitaten - mit dem Zahlwort 'quartus' gespielt, da Ferdinand der vierte römisch-deutsche Monarch dieses Namens ist. Während das fünfte Emblem die Freigebigkeit und Friedfertigkeit des neuen Herrscher beschwört, sind die folgenden vier Sinnbilder den geistlichen Kurfürsten gewidmet (Nr. 6-9), wobei dem Erzbischof von Mainz als wichtigstem Kurfürsten zwei Embleme zugeeignet sind. Im Anschluß daran werden die drei Reichskleinodien Reichsapfel, Schwert und Zepter thematisiert (Nr. 10-12), denen Sinnbilder der fünf weltlichen Kurfürsten und ihres entsprechenden Hofamtes folgen (Nr. 13-17). Den Abschluß bildet ein Emblem, das erneut die erhoffte Freigebigkeit König Ferdinands IV. zum Gegenstand hat (Nr. 18). Nach den eigentlichen Subscriptiones kommen jeweils längere Gedichte, die einen oder mehrere Aspekte des Emblems erneut aufgreifen.
Auf die beteiligten Künstler gibt es keine Hinweise. Allen Sinnbildern sind zwei Bibelzitate zugeordnet, jedoch nur das erste ist in die Datenbank aufgenommen. Die zweite Schriftstelle ist aber im entsprechenden Scan zu sehen.
 
Bibliographie: Praz, S. 414. - VD17: 14:006013N
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 54 S. : Portr. (Kupferst.), zahlr. Ill. (Kupferst.     -    Format: 4     -     Fingerprint: esia mamae ess. VoEt 3 1653R
Exemplare: BSB: 4 H. un. 110 Beibd. 1; BSB: Res/4 L.eleg.m. 133    -    Signatur: BSB: 4 Diss. 201 Beibd. 2








Zur Blätterversion



Franz Xaver Dorn
Litaniae Lauretanae
Augsburg, Johann Baptist Burckart, 1750
 
Das in vielen Auflagen verbreitete und auch ins Deutsche übersetzte Erbauungsbuch des Friedberger Stadtpredigers Franz Xaver Dorn gehört wie die 'Elogia mariana' zum Typus der emblematisch illustrierten Lauretanischen Litanei, zeigt sich in der Bildgestaltung jedoch durchaus eigenständig. Auch für Dorns Illustrationen, die von Joseph und Johannes Klauber signiert sind, ist eine formale Nähe zum Emblem sowie die Übernahme einzelner emblematischer Motive zu konstatieren. Aus dieser Perspektive ist die Anrufung als Motto zu verstehen, während ein Bibelzitat als "Epigramm-Zeile" (Lechner) eingesetzt wird. Die Bilder werden durch "orationes" ergänzt, die in ein Gebet münden. Auch Dorns Buch ist für die Bildmeditation bestimmt, da das Verständnis der komplex gestalteten Illustrationen bei einem oberflächlichen Zugriff nicht erschlossen werden kann. Für den Aufbau der einzelnen picturae lassen sich zwei unterschiedliche Muster erkennen: In den meisten Fällen ordnen sich über einer meist in der Bildmitte befindlichen Mariendarstellung (häufig mit dem Christuskind im Arm) einzelne emblematische Motive an, während sich im unteren Bildkompartiment eine aus dem Alten oder Neuen Testament stammende Szene anschließt, die häufig durch eine oder mehrere biblische Figuren ersetzt wird; als Bildhintergrund wurde in den meisten Fällen eine Landschaft gewählt. Daneben lassen sich Beispiele nachweisen, die auf das Bildzitat einer Bibelszene verzichten. Unterschiedlich ist auch die Verwendung der Bibelzitate gestaltet: So ist neben einer streng emblematischen Verwendung, die den einzelnen Motiven ein der Bibel entnommenes Motto hinzufügt, ein über das Zitat inszenierter 'Dialog"'der jeweils abgebildeten Personen auszumachen; darüber hinaus finden sich zahlreiche Einzelbegriffe, Fürbitten und Abbreviaturen in die pictura eingearbeitet. Häufig wird ein Bibelzitat oder ein vergleichbarer Sinnspruch als Rahmung benutzt, der die gesamte Darstellung einzufassen scheint. - Wurden in die einzelnen Bildtafeln eigenständige Embleme eingearbeitet, so werden diese mitsamt dem dazugehörigen Motto getrennt aufgeführt. Auch die Einzelmotive des Titelkupfers werden als Abbreviatur der dazugehörigen Tafel wie Einzelembleme geführt, während die nur auf den Spruchbändern der beiden Engel verzeichneten Anrufungen ausgespart bleiben, da ihnen kein Bildgegenstand zugeordnet ist.
 
Literatur: Lechner, Nr. 16. - Genoveva Nitz, Art. 'Lauretanische Litanei'. In: Marienlexikon, Bd. 4 (1997), S. 33-44. - Lüdicke-Kaute. - Kemp: Emblem, S. 333. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 31
 
Künstler: Johannes Klauber; Joseph Klauber
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: BSB: Asc. 1489 (Ausg. 1771); BSB: Asc. 5551 o (dt. Übers. von 1840).    -    Signatur: BSB: Chalc. 249








Zur Blätterversion



Giovanni Ferro
Teatro d'Imprese di Giovanni Ferro all' Ill. Mo: e R.mo S. Cardinal Barberino Parte Prima
Venedig, 1623
Gedruckt bei Giacomo Sarzina
 
Mit etwa 600 abgebildeten Impresen ist Giovanni Ferros 'Teatro d’Imprese' eines der umfangreichsten italienischen Impresenwerke. Es erschien verhältnismäßig spät (1623) und kann auf eine reiche Tradition italienischer und französischer Impresenkunst und europäischer Emblematik (vor allem Joachim Camerarius) zurückgreifen. Autoren, bei denen sich Ferro Anleihen nimmt (unter anderen Aresi, Bargagli, Camilli, Capaccio, Contile, Giovio, Pittoni, Ruscelli), werden zum Teil in hochovalen Medaillons auf dem Titelkupfer zum ersten Teil porträtiert. Gewidmet ist der Band dem Kardinal Maffeo Barberini, der im Jahr der Veröffentlichung zum Papst gewählt wurde (Urban VIII.).
Der erste Teil besteht aus theoretischen Traktaten und bietet abgesehen von einer Tafel mit 16 Impresen, die alle im zweiten Teil wiederabgebildet und ausführlich kommentiert werden, keine Picturae; er wurde einerseits aus konservatorischen Gründen digitalisiert, aber auch weil in den einzelnen Kapiteln immer wieder Bezug auf Abbildungen im zweiten Teil genommen wird, so daß - bei geduldiger Suche - hier Ergänzungen zu den Ausführungen in Teil II zu finden sind.
Digitalisiert wurde der gesamte Band, weggelassen wurden nur die leeren Seiten hinter dem Schmutztitel, dem ersten und zweiten Titelkupfer, sowie die Leerseite vor dem Porträt Maffeo Barberinis im Teil I (nicht dagegen die Leerseite vor dem Porträt von Ferro vor der Seite 1 im zweiten Teil).
Die auf Maffeo Barberini als Träger angelegten Impresen stammen wohl von Ferro selbst, gehören zu den ansprechendsten und künstlerisch aufwendigsten des Bandes, während die aus verschiedenen Quellen zusammengetragenen anderen in der Qualität der Ausführung divergieren. In der Mehrzahl werden die Picturae in einem kreisrunden Feld gezeigt, das in ein rechteckiges, einfach schraffiertes eingelassen ist. Bei einigen Impresen wird dieses Feld wiederum von einem breiten Rahmen mit Tieren, Pflanzen oder in Medaillons eingelassenen mythologischen Szenen gerahmt, ohne daß der Bezug zur eigentlichen Pictura immer einleuchtend wäre. Möglicherweise wurden verschiedene Holzschnitte und Kupferstiche, die für ältere Werke angefertigt wurden, direkt übernommen. Die beiden Titelkupfer sowie das Porträt Maffeo Barberinis signierte der Zeichner und Kupferstecher Gaspare Grispoldi (1. Hälfte 17. Jh.), zu weiteren Stechern haben wir keine Angaben.
Die Quellenangaben in den Randglossen konnten oftmals nicht verifiziert werden, da die Abbreviaturen nicht immer klar einem älteren Impresen- oder Emblemwerk zuzuordnen waren. Sie wurden in solchen Fällen unter Hinzufügung eines Fragezeichens in das Feld 'Quelle' in die Datenbank übernommen. Eine gründliche und erschöpfende Aufarbeitung der Quellenrezeption im 'Teatro d’Imprese' würde einen Arbeitsaufwand erfordern, der im Rahmen dieses Projektes nicht zu leisten war. Hingegen konnten des öfteren mögliche Quellen bestimmt werden, die Ferro in seinen Glossen nicht nennt (so des öfteren Pittoni: 'Imprese di diversi Prencipi', und Ruscelli: 'Imprese illustri'). Verweise auf die sechsbändige Predigtsammlung des Theologen Paolo Aresi ('Delle sacre imprese', 1629-1635) wurden wegen des späteren Erscheinungsdatums seiner 'Sacre Imprese' in das Feld 'Rezeptionszeugnis' eingetragen, obwohl Ferro ihn unter die Porträtmedaillons seiner Gewährsmänner im Titelkupfer des ersten Teils einreiht.
Der erste Teil wurde in der Internet-Präsentation nach den einzelnen Kapiteln gegliedert. Da im zweiten Teil keine Gliederung nach Personen, deren Stand erkennbar ist oder die gezeigten Gegenstände in ein ordo-System eingefügt wären, erschien es zweckmäßig, die Gliederung nach dem Alphabet vorzunehmen, dem folgend die einzelnen res präsentiert werden.
Mehrere ausführliche Register erleichtern die Benutzung des Werkes, so zu den res, den über 4000 Motti in verschiedenen Sprachen (die italienischen Motti werden buchstabenweise nach den lateinischen aufgeführt), den Impresenträgern, erwähnten Akademien und Städten. Außerdem gibt Ferro in einem Verzeichnis die von ihm benutzten Quellen an.
Biographische Angaben zu den Impresenträgern wurden, soweit möglich, am 'Archivo Biografico Italiano' bzw. für Träger anderer Nationalitäten an den entsprechenden biographischen Archiven überprüft.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 295 .
 
Künstler: Gaspare Grispoldi
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [XVI] Bl., 296 S.     -    Format: 2
Exemplare: ZIKG: SB 223/10 R    -    Signatur: BSB: 2 L.eleg.m. 52








Zur Blätterversion



Trifaria Domus Austriacae Gloria Marchionum, Ducum Ac Imperatorum-Archi-Ducum Ordinatissima Successionis Series, Emblematicis In Basilica Picturis ...Divi Leopoldi, Pij Austriae Marchionis...Canoniae Calustroneoburgensis Sancti Fundatoris Sexto Fundationis Saeculo in Jubilaeam Festivitatem Digesta Ac Illustrata.
Wien, 1714
 
Im Jahre 1114 hatte der österreichische Markgraf Leopold III. der Heilige (1095-1136) das Stift Klosterneuburg gegründet. Anläßlich der Sechshundertjahrfeier wurde 1714 eine emblematische Festschrift veröffentlicht, eventuell von den Augustiner-Chorherren des Stifts selbst. Auf dem Titelblatt gibt ein handschriftlicher Eintrag Johannes Kess als Autor des Werkes an. Es enthält zwölf ganzseitige Embleme, welche Tugenden des Stifters loben. Einige dieser Kunstwerke mit den Tugenden Leopolds III. sind signiert, und zwar von J. A. Weickhman (Nr. 1, Nr. 5, Nr. 6, Nr. 10), F. v. Pütt (Nr. 7, Nr. 8), G. Bamgan(i)er (was Praz, S. 575, als "Cr. Baumgartner" liest, Nr. 9).
Ferner enthält das Werk einen Überblick über die österreichischen Regenten bis hin zu Karl VI., der seit 1711 römisch-deutscher Kaiser war. Die Statuen oder Porträtbüsten dieser Herrscher sind in chronologischer Abfolge auf drei Faltblättern an Triumphbögen angebracht. An die Faltblätter schließen sich jeweils mehrseitige Lebensbeschreibungen der Dargestellten an. Allen Personen sind Embleme beigegeben, deren Subscriptio jeweils am Anfang des zugehörigen Prosatextes steht.
Das erste Faltblatt zeigt die sechs Markgrafen von Leopold I. (976-994) bis Leopold III. dem Heiligen. Letzterer beherrscht auch den 2. Triumphbogen, der die Reihe der Markgrafen und Herzöge bis zum letzten Babenberger Friedrich II. dem Streitbaren (1230-1246) weiterführt. Der dritte Triumphbogen umfaßt die habsburgischen Könige und Kaiser von Rudolf I. (1273-1291) bis Karl VI. (1711-1740). Die drei Triumphbögen sind gefertigt von J. v. Bruggen. Die Vorlagen für die letzten zwei Faltblätter lieferte M. Steindl. Beim ersten Triumphbogen fehlt der Namenszug des Zeichners.
In der Emblem-Datenbank werden die Herrscher in der Reihenfolge geführt, in der sie im Text angeordnet sind. Nach Praz, S. 575, sind die zwölf ganzseitigen Embleme in der Schabetechnik (Mezzotinto) erstellt. Allerdings dürften auch die Faltblätter auf dieselbe Weise entstanden sein.
 
Bibliographie: Praz, S. 574f.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 78 Bl.
Exemplare: BSB: 2 L.eleg.m. 58 b; BSB: 4 L.eleg.m. 404 e; BSB: Res/2 L.eleg.m. 58; UBM: 0014/W 2 P. lat.rec. 115    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 58








Zur Blätterversion



Ernst Bidermann
Ehren-Crone Unsterblicher Helden-Tugenten/ Mit welchen deß ... Herrens Sigismund Francisc/ Ertzhertzogens zu Oesterreich .... Preyß-würdiger LebensWandel herrlich gezieret ware : Bey dem hochansehlichen Traur-Gerüste/ Warmit ... Leopoldus I. Die Leicht-Begängnuß Ihres Herren Veteren allergnedigst geehret haben / Durch P. Ernestum Bidermannum ... in nachgesetzter Lobred/ und Sinn-Bildnussen vorgestelt. Zu Ynßprugg in der Kirchen Soc. Jesu im Jar M.DC.LXV. Monats Septembr. 18.
Innsbruck, 1665
Gedruckt bei Hieronymus Paur in Innsbruck
 
Anläßlich des Todes von Sigismund Franz, Erzherzog von Österreich und Herrscher von Tirol sowie den Vorlanden, fand am 18. September 1665 die Trauerfeierlichkeit in der Jesuitenkirche zu Innsbruck statt. Sigismund Franz, geboren am 27. 11. 1630 als zweiter Sohn des Erzherzogs Leopold V. (1586-1632), war zunächst seit 1646 Bischof von Augsburg, obwohl er keine Priesterweihe empfangen hatte. 1653 kam das Episkopat von Gurk, 1659 dasjenige von Trient hinzu. Nach dem Tod seines älteren Bruders Ferdinand Karl (1628-1662) übernahm er dessen Amt als Landesfürst von Tirol. Am 25.06.1665 starb Sigismund Franz bereits. Da er keine Nachkommen hinterließ, erlosch die Tiroler Nebenlinie der Habsburger. Tirol und die Vorlande fielen an den Kaiser Leopold I. (1640-1705) zurück, der auch das Castrum doloris für Sigismund Franz errichten ließ.
Die von dem Jesuiten Ernst Bidermann in deutscher Sprache gehaltene Leichenpredigt nimmt Bezug auf acht Embleme, die vermutlich auch die Kirche zierten. Die Buchausgabe umfaßt neben Titelkupfer, Titelblatt und Widmung 30 Textseiten und acht ganzseitige Kupferstiche mit den Sinnbildern.
Alle Embleme sind von aufwendigem Rahmenwerk umgeben. Die Oberseite des Rahmens enthält jeweils eine Kartusche mit der Themenangabe, die Unterseite eine Kartusche mit dem Motto. Hinweise auf die beteiligten Künstler lassen sich nicht finden. Subscriptiones gibt es keine, jedoch werden alle Sinnbilder in der Predigt erläutert. Meist sind die Kupferstiche daher in - mehr oder weniger großer - Nähe ihrer Erwähnung in den Text eingebunden.
Weil die Tafeln Nr. 6 und 7 im BSB-Exemplar Res/2 Or. fun. 362 fehlen, wurden die Abbildungen der entsprechenden Seiten dem Sammelband BSB: Res/4 L.eleg.m. 40 entnommen, wo die Kupferstiche ohne den zugehörigen Text und in willkürlicher Reihenfolge beigebunden sind. Die Plazierung der eingefügten Tafeln im Werk orientiert sich am Exemplar UBM: 2 Hist. 2413(1.
 
Bibliographie: Praz, S. 271f. - Landwehr (1972), Nr.127. - VD17: 12:124101W
 
Künstler: Matthaeus Küsell
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [1] gef. Bl., [2] Bl., 30 S., 6 Bl. : Frontisp., 6     -    Format: 2     -     Fingerprint: odur l-er i-n- gise 3 1665R
Exemplare: BSB: Res/4 L.eleg.m. 40; UBM: 2 Hist. 2413(1    -    Signatur: BSB: Res/2 Or. fun. 362 (Taf. 6 und 7 fehlen.)








Zur Blätterversion



Amoris divini et humani Antipathia. - denuo recusa
Salzburg, Johann Baptist Mayr, 1694
 
Die von Johannes Baptist Mayr verlegte 'Amoris divini et humani antipathia' (Salzburg 1694) ist der Königin Eleonore Maria von Polen (1653-1697) gewidmet, einer Tochter Kaiser Ferdinands III., die nach dem Tod ihres ersten Gemahls nach Wien zurückkehrte und 1678 den kaiserlichen Feldherrn und Herzog von Lothringen, Karl V. Leopold (1643-1690) heiratete.
Insgesamt umfaßt die Ausgabe 83 Embleme, die in zwei Teile zu je 42 bzw. 41 Sinnbilder gegliedert sind. Jedes einzelne Sinnbild enthält zunächst das (lateinische) Motto, auf das die pictura folgt, an die sich eine französische und eine spanische subscriptio anschließen. Es folgt ein knapper Prosakommentar, in den teilweise Zitate aus dem biblischen und antik-paganen (Vergil, Plinius, Polybios, Seneca) Kontext sowie aus den Schriften einzelner Kirchenväter (Gregor d. Gr., Augustinus) eingearbeitet wurden; Randglossen verweisen auf die jeweiligen Autoren, ohne allerdings die exakte Stelle anzugeben. Ein Themenregister mit Motto-Angabe erleichtert den Zugriff. - Die beiden vertauschten picturae der Embleme Nr. 6 und 10 werden in der berichtigten Reihenfolge angeführt.
Mayrs Emblembuch ist eine kürzende Bearbeitung der entsprechenden Ausgabe Amsterdam 1629. Mayr übernimmt alle Embleme, läßt jedoch die holländischen Zweizeiler und die französischen Sechszeiler unberücksichtigt. Das zweiteilige Werk erschien unter demselben Titel zuerst 1626 in Amsterdam in einer kürzeren Fassung; ihr folgte 1628 ein (leicht erweiterter) Raubdruck und 1629 die endgültige Ausgabe, die mehrfach aufgelegt wurde.
 
Literatur: Porteman (1975)
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 549. - VD17 12:644061X
 
 
Sprache(n): lt., frz., span.     -     Kollation: [9] Bl., 175 S.; 83 Ill. (Kupferst.)     -     Fingerprint: Æ.N- t.n- s.s: Haeu 3 1694R
Signatur: BSB: Res/ L.eleg.m. 70 m








Zur Blätterversion



Triumphus Amoris, De Cunctis universi huius Incolis Actus, Emblematibus ac Symbolis Latinis, Italicis, Gallicis, Germanicis Oculis exhibitus. Oder: Die über den gantzen Erd-Cräiß Triumphirende Liebe : in nachdencklichen Sinn-Bildern / neben sehr curiosen Lateinischen/ Italianischen/ Französischen und Teutschen Bey-Sprüchen/ auch kurtzweiligen Versen/ fürgestellet = Trionfo D'Amore = Triomphe De L'Amour
Augsburg, Joseph Friedrich Leopold, 1695
Gedruckt bei Joseph Friedrich Leopold in Augsburg
 
Bei dem 1695 in Augsburg verlegten 'Triumphus Amoris' handelt es sich um eine Sammlung von 44 Sinnbildern aus dem Bereich der Liebesemblematik. Als Verleger und Kupferstecher führt das Titelblatt Joseph Friedrich Leopold an. Gewissermaßen als Einleitung fungiert ein Sonett ('Die Liebe an das Frauenzimmer').
Das Werk ist in Lagen zu je vier Blättern zusammengebunden; jede davon enthält auf der linken Seite die subscriptio, die in vier verschiedenen Sprachen (lateinisch, italienisch, französisch, deutsch) präsentiert wird. Der Umfang der lateinischen subscriptio schwankt zwischen zwei (Distichon) und drei Versen, die volkssprachlichen (italienisch, französisch, deutsch) subscriptiones hingegen umfassen in der Regel vier Verse. Auf der gegenüberliegenden rechten Seite befindet sich die dazugehörige pictura; bestimmendes Bildelement ist Amor (Cupido).
Das Werk ist eine Bearbeitung der 'Emblemata Amatoria' des Philip Ayres (vgl. Praz, S. 263) bzw. einer unter demselben Titel erschienenen Sammlung von 1690 (vgl. Praz, S. 323) mit Stichen von Jan van Vianen (vgl. Praz, S. 127-131). Leopold ersetzt die holländischen Verse durch deutsche. 32 der 44 Embleme gehen auf das Werk 'Thronus Cupidinis' zurück, 11 stammen aus Otto van Veens 'Amorum Emblemata' und eines wird auf Heinsius ('Emblemata amatoria') zurückgeführt. In der Datenbank sind die Entsprechungen zu Ayres und zu den Primärquellen berücksichtigt.
 
Literatur: Praz, S. 127-131.
Bibliographie: Praz, S. 517. - Landwehr (1972), Nr. 598. - ARS F. 569. - VD17: 1:084165H
 
Künstler: Joseph Friedrich Leopold
 
Sprache(n): lt., it. frz., dt.     -     Kollation: [6], 44, 44 Bl. : Kupfert., Tbl. r&s, 1 Ill. (Kupf     -    Format: 8     -     Fingerprint: n.t, n-t: n,n? agn? C 1695A
Signatur: BSB: Chalc. 64








Zur Blätterversion



Palatinae virtutis Imago morti erepta, mundo reddita et symbolis inclusa: dum Joanni Wilhelmo S. R. J. Archidapifero et electori parentaret Carolus Philippus
Innsbruck, 1716
Gedruckt in Innsbruck
 
Anläßlich des Todes von Johann Wilhelm (1658-1716), Herzog von Jülich und Berg sowie seit 1690 Kurfürst von der Pfalz, verfaßten die Innsbrucker Jesuiten die 'Palatinae virtutis imago'. Die Schrift enthält neben einem emblematischen Titelkupfer sechzehn nummerierte ganzseitige emblematische Kupfertafeln. Die Sinnbilder stellen die Leistungen und Tugenden des Verstorbenen dar und sind mit aufwendigem Rahmenwerk, Themenangabe sowie lateinischer Subscriptio ausgestattet. Die Stiche fertigte der Augsburger Künstler Jacob Andreas Friedrich (1684-1751) nach Vorlagen von Franz Michael Hueber (+ 1746).
Das Titelkupfer stellt Tapferkeit (fortitudo) und Milde (clementia) als herausragende Tugenden des verstorbenen Johann Wilhelm dar. Ihren Ausdruck finden diese Eigenschaften im Löwen, dem Wappentier der Pfalz, beziehungsweise im Lamm, da der verstorbene Kurfürst offenbar Träger des Ordens vom Goldenen Vlies war, das ein Widderfell-Anhänger zierte. Die folgenden sechzehn Embleme der Publikation enthalten dann im Wechsel jeweils einen Löwen oder ein Lamm als zentrales Bildmotiv der Pictura.
Die 'Palatinae virtutis imago' findet sich auch der Leichenpredigt Nicolaus Staudachers (1660-1736) auf den Kurfürsten Johann Wilhelm beigebunden, die unter dem Titel 'Lob / Nachfolg und Wunder-würdige Verg'sellschafftung Deß Löwen mit dem Lamb' ebenfalls 1716 in Heidelberg bei Johann Mayer erschienen ist. Zwar gibt es thematische Parallelen zwischen der Predigt und der 'Palatinae virtutis imago' hinsichtlich der dominierenden Löwen- und Lamm-Metaphorik, aber keine grundsätzliche inhaltliche Übereinstimmung. Daher ist letzteres Werk wohl als eigenständige Publikation der Innsbrucker Jesuiten aufzufassen und nicht als genuiner Bestandteil von Staudachers Veröffentlichung zu werten (so Kemp / Schilling, S. 309f.).
 
Literatur: SinnBilderWelten, Nr. 209.
Bibliographie: Praz, S. 566f. - De Backer / Sommervogel, Bd. 4, Sp. 630, Nr. 125. - Kemp / Schilling, S. 309.
 
Künstler: Jacob Andreas Friedrich; Franz Michael Hueber
 
Exemplare: Res/2 Bavar. 970,VI,47 (Emblem Nr. 16 fehlt); Res/2 Bavar. 970,VI,48 (vollständig); Res/2 Bavar. 448; Res 2 L.eleg.m. 129,12; UBM: 2 P. lat.rec. 157    -    Signatur: BSB: Res/2 Bavar. 448








Zur Blätterversion



Johann Baptist Mayr
Unterthänigster Glück- und Freuden-Ruff In sechs Sinn-Bildern vorgestellt/ Und Ihro Hochfürstl. Gnaden [et]c. [et]c. Dem Hochwürdigisten/ Hochgebohrnen Fürsten und Herrn/ Herrn Joanni Ernesto Ertz-Bischoffen zu Saltzburg/ Legaten deß H. Apostol. Stuels zu Rom/ Deß Heil. Römischen Reichs Fürsten Primaten in Teutschland [et]c. ... In tieffest-gehorsamster Demuth überreicht Von ... Johann Baptist Mayr/ Hoff- und Academ. Buchdr.
Salzburg, Johann Baptist Mayr, 1687
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Am 30. Juni 1687 wurde Johann Ernst Graf von Thun (1643-1709), der seit 1679 Bischof von Seckau in der Steiermark war, zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Zum Amtsantritt gab der "Hof- und akademische Buchdrucker" Johann Baptist Mayr (1634-1708) eine deutschsprachige Huldigungsschrift heraus, die sechs Embleme mit lateinischen Motti enthält. Die Sinnbilder sind unsigniert, die Picturae in der Technik des Holzschnitts erstellt.
 
Literatur: Schilling (1980), Nr. 13. - Lechner, Nr. 34. - SinnBilderWelten, Nr. 172.
Bibliographie: VD17: 12:128287S
 
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [16] Bl.     -    Format: 2     -     Fingerprint: n.VM n.n, t.n, WeJc C 1687A
Exemplare: BSB: Res/2 Diss. 31 Beibd. 6; UBM: 0014/W 2 H.eccl. 930; 2 Bavar. 950,IV,27; UBM: 0014/W 2 H.eccl. 930    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 21 s Beibd. 11








Zur Blätterversion



Josepho I. Aug. Rom. et Hung. Regi, in expeditione ad Rhenum Landavia recepta triumphatori in urbem reduci, applausus emblematicus
 
Joseph I. (1678-1711) wurde 1687 König von Ungarn, 1688 König von Böhmen und 1690 König des römisch-deutschen Reiches. Nach dem Tod seines Vaters Kaiser Leopold I. (1658-1705) wurde er 1705 zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Im Jahre 1702 wurde unter Josephs Führung im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) die pfälzische Festung Landau aus französischer Hand zurückerobert, nachdem sie 1680 im Zuge der Reunionspolitik Ludwigs XIV. von den Franzosen besetzt und durch den französischen Festungsbaumeister Sébastian le Prestre de Vauban (1633-1707) in den Jahren 1688-91 ausgebaut worden war. Allerdings wird Landau 1703 an die Franzosen, 1704 erneut an die Kaiserlichen und 1713 schließlich wieder an die Franzosen zurückgehen.
Gemäß den beiden Titelblättern, einem lateinischen und einem deutschsprachigen, entstand die Schrift anläßlich der Ankunft Josephs I. in Wien nach der Eroberung der Festung Landau. Die fünf beidseitig bedruckten Blätter enthalten acht Embleme. Neben einem lateinischen Motto und einem lateinischen Distichon umfassen diese auch jeweils einen deutschsprachigen alexandrinischen Sechszeiler mit unterschiedlichen Reimschemata. Die Motti zeichnen sich zum Teil durch eine erhebliche Länge aus (vgl. Nr. 5, 6 und 8).
Die an der Entstehung des Werkes beteiligten Künstler sind ebenso wenig vermerkt, wie Ort, Jahr, Verfasser oder Verleger.
 
Literatur: Schilling (1974), S. 120.
Bibliographie: Schilling (1974), S. 120.
 
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Kollation: [5 Bl.]
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 250,3 m








Zur Blätterversion



Epulae Geniales, Serenissimis Principibus Neogamis, Philippo Wilhelmo, Com: Pal: Rheni, Bav. Iul. Cliv. Mont. Duci: Comiti in Veld. Spon. March. Ravensp. Mörs. Dno in Ravenstein, etc. et Elisabethae Ameliae, Landgraviae Hass. Comiti in Catzenelenbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda, Isenburg et Büdigen, etc. Clementissimis Dominis nostris; Cum patriis Montibus optatissimum praesentiae suae iubar inferrent, Religiosa frugalitate, Votiva Liberalitate, in publicam Grati animi, Amoris, Latitia significationem exhibitae a Collegio Societatis Jesu Dusseldorpiensi
Köln, Hartger Worringen, 1653
 
Nach dem Tod seiner ersten Gemahlin Anna Katharina heiratete Philipp Wilhelm (1615-1690), Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich und Berg (1653-1690), Kurfürst von der Pfalz (1685-1690), im Jahre 1653 Elisabeth Amalia Magdalena (1635-1709), die Tochter des Landgrafen von Hessen-Darmstadt.
Mit den 'Epulae geniales' wollten die Düsseldorfer Jesuiten dem Brautpaar ein Festmahl bereiten, allerdings für den Geist (ingenia), nicht für den Mund (vgl. Bl. A 3). Daher bringen sie nach Liedern und Gedichten als emblematische Hauptspeise aufrichtige Wünsche (vota mera) in zehn Gängen (fercula), wobei antike Götter als Speisenträger fungieren. Zum Nachtisch (mensa secunda) werden erneut Lyrik und Gesänge serviert.
Die Kupferstiche sind nicht signiert.
 
Bibliographie: Praz, S. 31. - Landwehr (1972), Nr. 201.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [20] Bl. : Kupfert., zahlr. Ill. (Kupferst.), Note     -    Format: 2     -     Fingerprint: s.em m:t, o:o: QuSo C 1653R
Exemplare: BSB: Cgm 2213,37    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 23








Zur Blätterversion



Lieb über alle Lieb. Effect vnd Würkung Göttlicher vnd Menschlicher Lieb. Auß Göttlicher Schrifft vnd Heiligen Vättern durch schöne Figüren vnd Neue Jnventionen raepraesentiert
München, Peter König, 1629
Gedruckt bei Anna Berg in München
 
Der Band 'Lieb über alle Lieb.' wurde 1629 bei Anna Berg zu München gedruckt; als Verleger zeichnet Peter König verantwortlich, Kunstführer, Handelsmann und Kupferstecher, der um 1626 in München gearbeitet hat. Von ihm stammen wohl auch die Kupferplatten für die insgesamt 58 Embleme, die den Sieg der göttlichen vor der weltlichen Liebe zum Thema haben. Aus der Feder Königs stammt auch die 'dedicatio', die das Werk Catharina Berhardina widmet, der Äbtissin des Klosters St. Clara bei St. Jacob am Anger zu München.
Die Bildtafeln der einzelnen Embleme sind nicht gezählt; sie finden sich zwischen die jeweilige verso- und recto-Seite eingefügt. Dabei finden sich auf der verso-Seite nach der Nummer des Emblems und dem Titel, der als Motto fungiert, mehrere deutsche Zitate aus der Hl. Schrift oder der sie kommentierenden Literatur. Die Bildtafel befindet sich auf der (nächst folgenden) recto-Seite: in 27 Fällen wurde der pictura ein (lateinisches oder deutsches) Motto vorangestellt; die Bildseite beschließt eine subscriptio, die unterschiedlich gestaltet wurde: So kann sie zwei deutsche Verse (sie können auch als Motto fungieren) umfassen, ebenso zwei deutsche Verse, die durch einen lateinischen Titel (der bisweilen als Motto fungiert) eingeleitet werden; schließlich kann sie aus zwei, teilweise der Hl. Schrift entnommenen lateinischen Versen (die auch als Motto fungieren können) bestehen.
Königs Emblembuch ist eine Bearbeitung des zuerst 1626 in Amsterdam erschienen Werkes 'Amoris divini et humani antipathia'. 1628 erschien ein erweiterter Raubdruck dieses Buches mit 54 Emblemen. König scheint diesem Raubdruck 47 Embleme (teilweise seitenvertauscht) entnommen zu haben; die übrigen entstammen anderen Büchern.
Das Werk 'Lieb über alle Lieb' findet sich als Beiband zu Schriften unterschiedlicher Gegenstände; die Seiten des Bandes sind teilweise verschnitten. - In zwei Fällen (43.1 und 56.1) wurden eigenständige Embleme in die pictura eingearbeitet; diese werden mitsamt dem dazugehörigen Motto getrennt aufgeführt.
 
Bibliographie: Kemp / Schilling
 
 
Sprache(n): lt., dt.
Signatur: BSB: Rar. 1426








Zur Blätterversion



Johann Franz Griendl von Ach
Pyramis oder Sinnreiche Ehren-Säule ... zu unterthänigsten Ehren und Glückwünschung der Durchl. Neuen Churf. Herrschaft und Regierung Johann Georg III. Churfürst von Sachsen: Mit 13 Vorstellungen.
Dresden, 1680
 
Der Ingenieur Johann Franz Griendl von Ach, der nach 1680 in kaiserliche Dienste getreten sein soll, hat sich hauptsächlich mit dem Festungswesen befaßt. Vor diesem biographischen Hintergrund überrascht es zunächst nicht, wenn er die Huldigungsschrift, die er 1680 zu Ehren des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. anläßlich seines Regierungsantritts entwirft, als 'Pyramis oder Ehren=Seule' bezeichnet. Aber, so erläutert er im Vorwort, er will die Pyramide nicht "aus zerbrechlichen / und durch das Alter verderblichen Steinwerck / sondern von Sinnreichen Hieroglyphischen Politico-Mystico Sinn=Bildern" errichten. Dabei gestaltet er jeden Buchstaben des kurfürstlichen Namens innerhalb der pictura zum emblematischen Sinnträger um. Gemeinsam mit Motto und subscriptio bilden sie das traditionell dreiteilige Emblem; ein anschließender Kommentar erläutert das Abgebildete und erschließt historische Begleitumstände.
Das Titelkupfer zeigt vor einer Galerie mit Personifikationen verschiedener Tugenden einen Obelisken mit den emblematischen Buchstaben.
Die Ausgabe beginnt fälschlicherweise mit dem Buchstaben "O", die Störung ist wohl auf eine fehlerhafte Bindung zurückzuführen. In der Datenbank werden die Embleme nach der ursprünglich intendierten Ordnung gezählt.
Landwehr (1972), Nr. 325, führt eine Ausgabe von 1681 an.
 
Literatur: Wolfgang Harms: In Buchstabenkörpern die Chiffren der Welt lesen. Zur Inszenierung von Wörtern durch figurale oder verdinglichte Buchstaben. In: Jan-Dirk Müller (Hg.): 'Aufführung' und 'Schrift' in Mittelalter und Früher Neuzeit. Stuttgart [usw.] 1996, S. 575-595, hier S. 588-591. - Peil: Staatsmetaphorik, S. 602, 715f., Abb. 25.
Bibliographie: vgl. Landwehr (1972), Nr. 325. - VD17: 14:008408Z
 
 
Sprache(n): dt.; lt.;     -     Kollation: [26] Bl. : Ill. (Kupferst.), Frontisp. (Kupferst.)     -    Format: 4     -     Fingerprint: ndh- n.in a-on rica C 1680A
Signatur: BSB: Res/4 Diss. 206 Beibd. 19








Zur Blätterversion



Laurentius Wolfgang Woyt
Emblematischer Parnassus Dritter Theil
Augsburg, Jeremias (Erben) Wolff, 1730
 
Im Augsburger Verlag von Jeremias Wolff erschienen in den Jahren 1727, 1728 und 1730 die drei Bände des 'Emblematischen Parnassus' von Laurentius Wolfgang Woytt (1673-1739).
Der Autor war evangelischer Pfarrer und seit 1701 das 89. Mitglied des "Pegnesischen Blumenordens", wo er den Ordensnamen "Philidor" trug. Seine Blume war das Wintergrün, seine Devise "Dem Himmel zu Ehren, die Treue zu nähren, die Sprach zu mehren". Insbesondere trat Woytt als Verfasser geistlicher Lieder hervor. (Vgl. Zedler, Universal-Lexicon, Bd. 59, Sp. 596-599.)
In den drei Teilen des 'Emblematischen Parnassus' werden jeweils auf 42 Tafeln 500 Embleme präsentiert, also insgesamt 1500 Sinnbilder. Jedes Emblem enthält vier gestochene Motti, nämlich in lateinischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Einer Tafel geht stets eine Buchseite mit der Picturabeschreibung und einem Distichon in deutscher Sprache voraus. Nach den Tafeln folgt mit neuer Seitenzählung ein Anhang "Moralische Applicationes", wo die Embleme ausgelegt werden. Dabei bekommt jedes Sinnbild sowohl eine geistliche (im Text: "Theol.") als auch eine weltliche (im Text: "Civil.") Bedeutung zugesprochen. Die beteiligten Künstler sind ...
In der Emblem-Datenbank werden unter der Rubrik "Kommentar" die Ausführungen der "Moralischen Applicationes" zum betreffenden Emblem präsentiert.
 
Literatur: Schwarz (1997). - Augustyn (1997), S. 844 u. Abb. 21.
Bibliographie: Praz, S. 559. - Landwehr (1972), Nr. 646.
 
 
Sprache(n): dt., lt., frz., it.
Exemplare: BSB: Res/4 L.eleg.m. 235-3 (unvollständig)    -    Signatur: ZIKG: SB 327/6 R








Zur Blätterversion



Laurentius Wolfgang Woyt
Emblematischer Parnassus Erster Theil
Augsburg, Jeremias (Erben) Wolff, 1727
 
Im Augsburger Verlag von Jeremias Wolff erschienen in den Jahren 1727, 1728 und 1730 die drei Bände des 'Emblematischen Parnassus' von Laurentius Wolfgang Woytt (1673-1739).
Der Autor war evangelischer Pfarrer und seit 1701 das 89. Mitglied des "Pegnesischen Blumenordens", wo er den Ordensnamen "Philidor" trug. Seine Blume war das Wintergrün, seine Devise "Dem Himmel zu Ehren, die Treue zu nähren, die Sprach zu mehren". Insbesondere trat Woytt als Verfasser geistlicher Lieder hervor. (Vgl. Zedler, Universal-Lexicon, Bd. 59, Sp. 596-599.)
In den drei Teilen des 'Emblematischen Parnassus' werden jeweils auf 42 Tafeln 500 Embleme präsentiert, also insgesamt 1500 Sinnbilder. Jedes Emblem enthält vier gestochene Motti, nämlich in lateinischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Einer Tafel geht stets eine Buchseite mit der Picturabeschreibung und einem Distichon in deutscher Sprache voraus. Nach den Tafeln folgt mit neuer Seitenzählung ein Anhang "Moralische Applicationes", wo die Embleme ausgelegt werden. Dabei bekommt jedes Sinnbild sowohl eine geistliche (im Text: "Theol.") als auch eine weltliche (im Text: "Civil.") Bedeutung zugesprochen. Die beteiligten Künstler sind ...
In der Emblem-Datenbank werden unter der Rubrik "Kommentar" die Ausführungen der "Moralischen Applicationes" zum betreffenden Emblem präsentiert.
 
Literatur: Schwarz (1997). - Augustyn (1997), S. 844 u. Abb. 21.
Bibliographie: Praz, S. 559. - Landwehr (1972), Nr. 646.
 
 
Sprache(n): dt., lt., frz., it.
Exemplare: ZiKG: SB 327/6 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 235-1








Zur Blätterversion



Giovanni Ferro
Teatro D'Imprese ... Parte Seconda
Venedig, 1623
Gedruckt bei Giacomo Sarzina
 
Mit etwa 600 abgebildeten Impresen ist Giovanni Ferros 'Teatro d’Imprese' eines der umfangreichsten italienischen Impresenwerke. Es erschien verhältnismäßig spät (1623) und kann auf eine reiche Tradition italienischer und französischer Impresenkunst und europäischer Emblematik (vor allem Joachim Camerarius) zurückgreifen. Autoren, bei denen sich Ferro Anleihen nimmt (unter anderen Aresi, Bargagli, Camilli, Capaccio, Contile, Giovio, Pittoni, Ruscelli), werden zum Teil in hochovalen Medaillons auf dem Titelkupfer zum ersten Teil porträtiert. Gewidmet ist der Band dem Kardinal Maffeo Barberini, der im Jahr der Veröffentlichung zum Papst gewählt wurde (Urban VIII.).
Der erste Teil besteht aus theoretischen Traktaten und bietet abgesehen von einer Tafel mit 16 Impresen, die alle im zweiten Teil wiederabgebildet und ausführlich kommentiert werden, keine Picturae; er wurde einerseits aus konservatorischen Gründen digitalisiert, aber auch, weil in den einzelnen Kapiteln immer wieder Bezug auf Abbildungen im zweiten Teil genommen wird, so daß - bei geduldiger Suche - hier Ergänzungen zu den Ausführungen in Teil II zu finden sind.
Digitalisiert wurde der gesamte Band, weggelassen wurden nur die leeren Seiten hinter dem Schmutztitel, dem ersten und zweiten Titelkupfer, sowie die Leerseite vor dem Porträt Maffeo Barberinis im Teil I (nicht dagegen die Leerseite vor dem Porträt von Ferro vor der Seite 1 im zweiten Teil).
Die auf Maffeo Barberini als Träger angelegten Impresen stammen wohl von Ferro selbst, gehören zu den ansprechendsten und künstlerisch aufwendigsten des Bandes, während die aus verschiedenen Quellen zusammengetragenen anderen in der Qualität der Ausführung divergieren. In der Mehrzahl werden die Picturae in einem kreisrunden Feld gezeigt, das in ein rechteckiges, einfach schraffiertes eingelassen ist. Bei einigen Impresen wird dieses Feld wiederum von einem breiten Rahmen mit Tieren, Pflanzen oder in Medaillons eingelassenen mythologischen Szenen gerahmt, ohne daß der Bezug zur eigentlichen Pictura immer einleuchtend wäre. Möglicherweise wurden verschiedene Holzschnitte und Kupferstiche, die für ältere Werke angefertigt wurden, direkt übernommen. Die beiden Titelkupfer sowie das Porträt Maffeo Barberinis signierte der Zeichner und Kupferstecher Gaspare Grispoldi (1. Hälfte 17. Jh.), zu weiteren Stechern haben wir keine Angaben.
Die Quellenangaben in den Randglossen konnten oftmals nicht verifiziert werden, da die Abbreviaturen nicht immer klar einem älteren Impresen- oder Emblemwerk zuzuordnen waren. Sie wurden in solchen Fällen unter Hinzufügung eines Fragezeichens in das Feld 'Quelle' in die Datenbank übernommen. Eine gründliche und erschöpfende Aufarbeitung der Quellenrezeption im 'Teatro d’Imprese' würde einen Arbeitsaufwand erfordern, der im Rahmen dieses Projektes nicht zu leisten war. Hingegen konnten des öfteren mögliche Quellen bestimmt werden, die Ferro in seinen Glossen nicht nennt (so des öfteren Pittoni: 'Imprese di diversi Prencipi', und Ruscelli: 'Imprese illustri'). Verweise auf die sechsbändige Predigtsammlung des Theologen Paolo Aresi ('Delle sacre imprese', 1629-1635) wurden wegen des späteren Erscheinungsdatums seiner 'Sacre Imprese' in das Feld 'Rezeptionszeugnis' eingetragen, obwohl Ferro ihn unter die Porträtmedaillons seiner Gewährsmänner im Titelkupfer des ersten Teils einreiht.
Der erste Teil wurde in der Internet-Präsentation nach den einzelnen Kapiteln gegliedert. Da im zweiten Teil keine Gliederung nach Personen, deren Stand erkennbar ist oder die gezeigten Gegenstände in ein ordo-System eingefügt wären, erschien es zweckmäßig, die Gliederung nach dem Alphabet vorzunehmen, dem folgend die einzelnen res präsentiert werden.
Mehrere ausführliche Register erleichtern die Benutzung des Werkes, so zu den res, den über 4000 Motti in verschiedenen Sprachen (die italienischen Motti werden buchstabenweise nach den lateinischen aufgeführt), den Impresenträgern, erwähnten Akademien und Städten. Außerdem gibt Ferro in einem Verzeichnis die von ihm benutzten Quellen an.
Biographische Angaben zu den Impresenträgern wurden, soweit möglich, am 'Archivo Biografico Italiano' bzw. für Träger anderer Nationalitäten an den entsprechenden biographischen Archiven überprüft.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 295.
 
Künstler: Gaspare Grispoldi
 
Sprache(n): it.     -     Kollation: [XC] Bl., 728 S., [2] S.     -    Format: 2
Exemplare: ZIKG: SB 223/10 R    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 52








Zur Blätterversion



Laurentius Wolfgang Woyt
Emblematischer Parnassus Zweyter Theil
Augsburg, Jeremias (Erben) Wolff, 1728
 
Im Augsburger Verlag von Jeremias Wolff erschienen in den Jahren 1727, 1728 und 1730 die drei Bände des 'Emblematischen Parnassus' von Laurentius Wolfgang Woytt (1673-1739).
Der Autor war evangelischer Pfarrer und seit 1701 das 89. Mitglied des "Pegnesischen Blumenordens", wo er den Ordensnamen "Philidor" trug. Seine Blume war das Wintergrün, seine Devise "Dem Himmel zu Ehren, die Treue zu nähren, die Sprach zu mehren". Insbesondere trat Woytt als Verfasser geistlicher Lieder hervor. (Vgl. Zedler, Universal-Lexicon, Bd. 59, Sp. 596-599.)
In den drei Teilen des 'Emblematischen Parnassus' werden jeweils auf 42 Tafeln 500 Embleme präsentiert, also insgesamt 1500 Sinnbilder. Jedes Emblem enthält vier gestochene Motti, nämlich in lateinischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache. Einer Tafel geht stets eine Buchseite mit der Picturabeschreibung und einem Distichon in deutscher Sprache voraus. Nach den Tafeln folgt mit neuer Seitenzählung ein Anhang "Moralische Applicationes", wo die Embleme ausgelegt werden. Dabei bekommt jedes Sinnbild sowohl eine geistliche (im Text: "Theol.") als auch eine weltliche (im Text: "Civil.") Bedeutung zugesprochen. Die beteiligten Künstler sind ...
In der Emblem-Datenbank werden unter der Rubrik "Kommentar" die Ausführungen der "Moralischen Applicationes" zum betreffenden Emblem präsentiert.
 
Literatur: Schwarz (1997). - Augustyn (1997), S. 844 u. Abb. 21.
Bibliographie: Praz, S. 559. - Landwehr (1972), Nr. 646.
 
 
Sprache(n): dt., lt., frz., it.
Exemplare: ZIKG: SB 327/6 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 235-2








Zur Blätterversion



Claude F. Menestrier
Histoire du regne de Louis le Grand par les medailles, emblemes, devises, jettons, inscriptions, armoiries, & autres monumens publics ... Edition nouvelle. Corrigée & augmentée d'un Discours sur la Vie du Roy, & de plusieurs médailles et figures
Paris, Robert Pepie, 1693
 
Der französische Jesuit Claude-François Menestrier (1631-1705) hat sich nicht nur theoretisch mit der Emblematik befaßt, sondern hat sich auch in vielfältiger Weise in der Praxis des höfischen Festwesens engagiert und versucht, seine Erfahrungen theoretisch zu durchdringen. Unter seinen zahlreichen Schriften kann die in verschiedenen Ausgaben erschienene und mehrfach aufgelegte 'Histoire du roy Louis le grand' als Versuch verstanden werden, archivalische mit panegyrischen Interessen zu verbinden.
 
Literatur: Karl Möseneder: Barocke Bildphilosophie und Emblem. Menestriers L’Art des Emblêmes. In: Karl Möseneder (Hg.): Claude-François Menestrier: L’Art des Emblemes ou s’enseigne la morale par les figures de la fable, de l’histoire & de la nature. Nachdruck der Ausgabe Paris 1684. Mittenwald 1981, S. 1-62. - SinnBilderWelten, Nr.186. - Bernhard F. Scholz: Emblempoetik, S. 111-143. - Saunders (2000), S. 122-126.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 519. - Sinnbild (1991), S. 215. - ARS F. 434.
 
 
Sprache(n): frz., lt.
Exemplare: BSB: Res/2 Gall.g. 102; Ausg. 1691: BSB: Res/2 Num.rec. 40; UBM: 2 H.aux. 847#a; ZIKG: SB 289/4 R    -    Signatur: BSB: Res/2 Gall.g. 101








Zur Blätterversion



Battista Pittoni
Imprese di diversi Prencipi, Dvchi, Signori e d’altri Personaggi et Huomini Letterati et Illustri con Privilegio di Venetia per Anni XV. con alcune stanze del Dolce che dichiarano i motti di esse imprese.
Venedig, o.J.
 
Der Band 'Imprese di diversi Prencipi ...' des aus Vicenza stammenden Battista Pittoni (1520-1583) gibt in dieser ersten, undatierten Ausgabe (das Vorwort ist auf den 6. 10. 1562 datiert) insgesamt 54 Impresen in aufwendig gestaltetem Renaissance-Rahmenwerk wieder (die ebenfalls in die Datenbank aufgenommene Ausgabe von 1566 präsentiert weitere 50 Impresen, wobei es keine inhaltlichen Überschneidungen zwischen beiden Bänden gibt). Das Werk war - in beiden Ausgaben - neben der Sammlung von Luca Contile eine der Hauptquellen für die 'Symbola et Emblemata' des Joachim Camerarius und dürfte neben der unmittelbaren Rezeption mittelbar über Camerarius rezipiert worden sein.
Mehrere Stiche sind mit "BPV" (Battista Pittoni Vicentino) signiert.
Auf das Titelkupfer folgt eine die erste folgende recto- und die darauf folgende verso-Seite umfassende Widmungsschrift Pittonis an Alfonso II. d’Este, der übrigens auch Träger der ersten aufgeführten Imprese ist; es folgen, beginnend mit der nächsten recto-Seite, die von 1 bis 52 durchgezählten Impresen. Digitalisiert wurde der gesamte Band.
Jeweils auf einer recto-Seite wird eine pictura mit auf einem Spruchband integriertem Motto gezeigt und auf der folgenden recto-Seite in einer in Stanzenform gehaltenen, einstrophigen subscriptio kommentiert (eine Ausnahme bildet die Imprese Nr. 18, deren Pictura auf der verso-Seite gezeigt wird, so daß sie der subscriptio auf der folgenden recto-Seite gegenüberliegt). Meistens sind die Impresen auf den Seiten mit den subscriptiones in arabischen Zahlen durchgezählt, bei einigen Seiten fehlt die Nummer; statt Nummer 41 wird fälschlich Nr. 34 angegeben.
Picturae und Subscriptiones der Impresen Nr. 46 und 47 sind jeweils auf einer Seite nebeneinander aufgeführt. In gleicher Weise ist zusätzlich auf Pictura- und Subscriptio-Seite der Imprese 38 eine weitere, mit Nr. 45 gezählte Imprese wiedergegeben (die nicht identisch ist mit der weiter unten folgenden Imprese Nr. 45). Die folgenden Impresen sind jeweils um eine bzw. weiter unten dann um zwei Nummern zu niedrig gezählt; offenbar wurden bei ihrer Zählung die sich durch die auf einer Seite wiedergegebenen Impresen 38 und 45 sowie 46 und 47 ergebenden Zahlensprünge nicht berücksichtigt. Pittonis Band bietet also 54 statt der durchgezählten 52 Impresen.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 67.
Bibliographie: Praz, S. 457. - Landwehr (1976), Nr. 604.
 
 
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 154








Zur Blätterversion



Guilielmus Hesius
Emblemata sacra de fide, spe, charitate
Antwerpen, Balthasar Moretus, 1636
 
Guilielmus Hesius (Willem van Hees; 1601-1690) trat 1617 in den Jesuitenorden ein. Er lehrte zeitweilig Poesie, Mathematik und Philosophie. Nach der Priesterweihe war er als Prediger eingesetzt und leitete die Jesuitenkollegien in Aalst und Gent sowie als Superior das Professhaus in Antwerpen.
Die 'Emblemata sacra' entstanden bereits um 1624 und sind das wichtigste literarische Werk des Autors Hesius. Es ist nach den drei theologischen Tugenden Fides, Spes und Charitas in drei Bücher aufgeteilt. Jedes Emblem (mit Ausnahme der Widmungs- und Einleitungsembleme zu den einzelnen Büchern) setzt sich aus sieben Komponenten zusammen. Auf das einleitende Bibelzitat und die Nummer des Emblems folgt die pictura, die sehr oft einen Putto (den 'genius emblematicus') bei einer bedeutsamen Aktion zeigt. Das dann folgende Motto gibt zusammen mit der metrischen subscriptio (Buch I: in Hinkjamben, Buch II: in jambischen Trimetern, Buch III: in Hendekasyllabi) einen ersten Aufschluß über den Sinn des Emblems, der nach einer weiteren Überschrift in einer umfangreichen in elegischen Distichen abgefaßten Meditation vertieft wird.
Die Datenbank verzeichnet nicht nur die für jedes Buch neu durchgezählten Embleme, sondern auch die nicht gezählten Widmungs- und Einleitungsembleme und numeriert die Embleme von 1 bis 116 durch. Die in Harsdörffers 'Hertzbeweglichen Sonntagsandachten' nachzuweisenden Übernahmen sind als Rezeptionszeugnisse erfaßt.
 
Literatur: Fidel Rädle, Freundschaft und Liebe - aber himmelwärts. Zu den 'Emblemata sacra' (1636) des Guilielmus Hesius S. J., in: Mentis amore ligati. Lateinische Freundschaftsdichtung und Dichterfreundschaft in Mittelalter und Neuzeit. Festgabe für Reinhard Düchting, hg. von Boris Körkel, Theo Licht und Jolanta Wiendlocha, Heidelberg 2001, S. 373-388. - Jean-Daniel Krebs, Von der Schelde zur Pegnitz oder von den 'Emblemata sacra' zum 'Lehr-Gedicht', in: Simpliciana 6/7 (19..), S. 185-203.
Bibliographie: de Backer / Sommervogel, Bd. 4, Sp. 336f. - Praz, S. 367. - Sinnbild (1991), S. 210.
 
Künstler: J. Chr. Jegher; Eramus Quellinus
 
Exemplare: ZIKG: SB 236/6 R    -    Signatur: BSB: Res/L.eleg.m. 443








Zur Blätterversion



Lux claustri: Vorstellung eines Religiosen, wie er sich gegen Gott ... verhalten soll, in 27 Emblemat. mit lat. franz. u. deutsch. Versen
Augsburg, Johann Christoph Kolb, o.J.
 
Der Augsburger Zeichner, Kupferstecher und Kupferstichverleger Johann Christoph Kolb (1680-1743) hat für 'Lux claustri' wie schon für sein 'Leben der allerseligsten Jungfrau Maria' auf ein Werk des bedeutenden lothringischen Kupferstechers, Radierers und Zeichners Jacques Callot (1592-1635) zurückgegriffen, das auf 1646 datiert wird. Die Stiche erscheinen bei Kolb, der seine Vorlage nicht nennt, seitenverkehrt; der bei Callot zweisprachig gedruckte Text (Latein und Französisch) wird bei Kolb um eine deutsche Version erweitert und in die Platte eingestochen.
In der Datenbank sind auch die emblematischen Motive des Titelkupfers berücksichtigt.
 
Literatur: Lieure: Callot. - Callot: Werk, S. 1171-1184 (enthält Callots Radierungen ohne Motti). - SinnBilderWelten, Nr. 41. - Zu Kolb auch zahlreiche Hinweise in: Gier / Janota (1997), S. 844f., 1262f. u. ö.
Bibliographie: Praz, S. 294. - Landwehr (1972), Nr. 161. - Landwehr (1976), Nr. 199f.
 
Künstler: Johann Christoph Kolb
 
Exemplare: BSB: Chalc. 40; Chalc. 40 a    -    Signatur: BSB: Chalc. 39








Zur Blätterversion



Johann Ulrich Krauß
Tapisseries du roy
Augsburg, Johann Ulrich Krauß, 1710
Gedruckt bei Johann Jacob Lotter
 
1662 wurde Charles Le Brun die Leitung der französischen königlichen Gobelinmanufaktur übertragen. Seine ersten beiden eigenen Tapisserie-Serien, die er in enger Zusammenarbeit mit der Petite Académie zur Verherrlichung Ludwigs XIV. entwarf, waren die Zyklen der vier Elemente ('Quatre Éléments') und der vier Jahreszeiten ('Quatre Saisons'), die formal weitgehend identisch gestaltet sind. Jeder Wandteppich besteht aus einem Mittelbild und einer Bordüre mit ornamental-allegorischen und emblematischen Motiven. Im Zentrum der Darstellung stehen jeweils zwei mythologische Figuren, in den Bordüren finden sich je vier Embleme, die sich auf die vier königlichen Tugenden (Frömmigkeit, Großmut, Güte und Tapferkeit) beziehen. Félibien hatte eine Beschreibung von Le Bruns Entwürfen mit ihren Devisen publiziert (1665), bevor die Tapisserien fertiggestellt waren; in einer zweiten Auflage (1667) kamen von Charles Perrault verfaßte Epigramme für die Embleme hinzu. Der Miniaturmaler Jacques Bailly (1629-1679) und der Kalligraph Nicolas Jarry präsentierten dem König ein illuminiertes Manuskript, das die Embleme mit ihren Motti und Epigrammen enthielt. Nach Baillys Miniaturen schuf Sébastien Leclerc (1637-1714) Radierungen, die er mit Gesamtdarstellungen der Teppiche ergänzte. Diese Radierungen wurden zusammen mit Félibiens beschreibenden Erklärungen und den Epigrammen Perraults 1670 veröffentlicht und mehrfach wieder aufgelegt und veranlaßten Bailly, sein Manuskript mit Gesamtansichten der Teppiche zu erweitern.
In kleinerem Format hat der erfolgreiche Augsburger Kupferstecher und Verleger Johann Ulrich Krauß die französische Edition der beiden Tapisserie-Zyklen zusammen mit einer vollständigen deutschen Übersetzung wiederholt herausgebracht. Auch Kraus bietet die Gesamtansichten wie auch die Einzeldarstellungen der Embleme. In der Ausgabe von 1690 präsentiert er die Embleme mit ihren gestochenen zweisprachigen Motti auf Doppeltafeln und läßt die Texte folgen, in anderen Auflagen ahmt er das französische Vorbild genauer nach und druckt die picturae zusammen mit ihren subscriptiones auf Einzelblättern, so daß die Einheit von Text und Bild gewahrt bleibt.
In der Vorrede rechtfertigt Krauß sein verlegerisches Interesse an einem emblematischen Werk aus dem Umkreis des französischen Königs mit der Absicht, Kaiser Leopold I. (1640-1705) demonstrieren zu wollen, daß die deutsche Kupferstecherkunst hinter der französischen nicht zurückstehe. Zugleich räumt er ein, daß ökonomische Rücksichten ihn bewogen hätten, sich für ein kleineres Format zu entscheiden: "Wollen aber derselbigen Formen etwas verkleinern / damit ich beydes mir selber / in Beschneidung der Zeit / die Müh verringern / als auch den Kunstliebenden um einen billichern Preiß in solcher Form verkauffen möchte." Damit dürfte erwiesen sein, daß der Emblematik im späten 17. Jahrhundert ein erheblicher Stellenwert auf dem Buch- und Graphikmarkt zukam.
 
Literatur: Stefan Germer: Kunst - Macht - Diskurs. Die intellektuelle Karriere des André Félibien im Frankreich von Louis XIV. München 1997, S. 225-235, S. 517f. - Harms: Pommersfelden, S. 147-149. - Schilling: Vorbilder, S. 64. - Dietmar Peil: Das Schema der vier Elemente in der politischen Metaphorik. In: Francesca Rigotti u. Pierangelo Schiera (Hgg.): Aria, terra, acqua, fuoco: i quattro elementi e le loro metafore. Bologna [usw.] 1996, S. 213-237, hier S. 229-231. - Augustyn (1997), S. 842f. - Künast (1997), S. 1252 (zu Krauß) und S. 1263 (zu Lotter). - Saunders (2000), S. 290-299.
Bibliographie: Landwehr (1972). Nr. 279-282. - Landwehr (1976), Nr. 287-291.
 
Künstler: Johann Ulrich Krauß
 
Sprache(n): frz., dt. lt.
Exemplare: Ausg. 1687: BSB: 2 Art. 137 d; 2 Icon. 113 b; Ausg. 1710: BSB: Fiche 2 Techn. 12 b; Ausg. 1690: BSB: 2 Icon. 111; Res/2 Techn. 12; Ausg. o. J.: BSB: 2 Icon. 113 a    -    Signatur: BSB: Res/2 Techn. 12 b








Zur Blätterversion



Franz ReinzerJohann Bernhard Caelestin von Rödern
Meteorologia Philosophico-Politica: In duodecim Dissertationes per Quaestiones Meteorologicas & Conclusiones Politicas divisa, appositisque Symbolis illustrata / Honori Augusti Romanorum Regis Josephi I. Inscripta Ab Illustrissimo Domino Joanne Bernardo Caelestino, Sac. Rom. Imp. Comite a Rödern, Austriaco Manseensi; Dum sub gloriosis Eiusdem auspiciis Universam Philosophiam publice propugnandam in Caesareo-Academico Societatis Jesu Gymnasio Lincensi susciperet, & ab eadem Augusta Maiestate per Legatum ... Dn. Franciscum Josephum, S.R.I. Comitem a Lamberg ... aureo torque donaretur, Praeside R.P. Francisco Reinzer, e Societate Jesu
Augsburg, Anton Nepperschmid, 1697
Gedruckt bei Anton Nepperschmid in Augsburg
 
Der Jesuit Franz Reinzer (1661-1708) war als Professor der Rhetorik, Philosophie und Theologie u. a. in Linz, Graz, Wien und Krems tätig. Seine mehrfach aufgelegte lateinische 'Meteorologia' erschien zuerst 1697 und wurde 1712 auch in deutscher Übersetzung verlegt. Das Werk enthält 12 "Abtheilungen" ("Dissertationes" mit einer variierenden Anzahl von "Fragen" ("Quaestiones"), die den naturkundlichen Sachverhalt abhandeln, und diesen zugeordneten 'politischen' "Schluß-Reden" ("conclusiones"), die daraus jeweils eine für das öffentliche Leben relevante Verhaltensmaßregel ableiten und die mit einem Emblem eröffnet werden. Alle Embleme sind mit einem Motto versehen, das im Text noch einmal wiederholt und mit einem deutschen Paarreim übersetzt wird. Die dazugehörige subscriptio liefert die "Schluß-Rede" ebenfalls in lateinischen und deutschen Versen. Die pictura illustriert den erörterten naturkundlichen Sachverhalt und bietet die Möglichkeit einer 'politischen' Auslegung.
Die Embleme sind von Wolfgang Joseph Kadorizi entworfen und größtenteils von Johanna Sibylla Krauß (geb. Küsel) gestochen; auch Jakob Müller (+1703) und Johann Striedbeck (+1714) haben einige Stiche signiert.
 
Literatur: Peil, Concordia, S. 409 u. Abb. 3. - Peil: Staatsmetaphorik, S. 629, 855f., 886, u. Abb. 22, 29. - Christoph Meinel: Natur als moralische Anstalt. Die Meteorologia philosophico-politica des Franz Reinzer, S. J., ein naturwissenschaftliches Emblembuch aus dem Jahre 1698. In: Nuncius. Annali di Storia della Scienza 2 (1987), S. 37-94. - Augustyn (1997), S. 843f. - Künast (1997), S. 1255 (zu Nepperschmid).
Bibliographie: de Backer/Sommervogel, Bd. 6, Sp. 1640f. - Praz, S. 468. - Landwehr (1972), Nr. 492-495. - Lechner, Nr. 43. - Schilling (1980), Nr. 10. - Sinnbild (1991), S. 219. - VD17 12:187699A
 
Künstler: Wolfgang Joseph Kadorizi; Jakob Müller; Johanna Sibylla Krauß; Johann Striedbeck
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [4] Bl., 297 S., [2] Bl. : Frontisp., zahlr. Ill.     -    Format: 2     -     Fingerprint: emam vaæ- umn- prab 3 1697R
Exemplare: BSB: 2 P. lat. 1226 Beibd. 2; Ausg. 1698: BSB: Res/2 L.eleg.m 94 s; UBM: 0014/W 2 Phys. 73; 1709: BSB: 2 Phys. sp. 22 m; Res/2 Diss. 59; UBM: 2 Phys. 61#3; 1502 / D 4 REIN; ZIKG: SB 297/30 R; Ausg. 1712: BSB: 2 Phys. sp. 22 n; UBM: 2 Phys. 41    -    Signatur: BSB: 2 Diss. 60 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Battista PittoniLudovico Dolce
Imprese di diversi Principi, Duchi, Signori, e d’altri Personaggi et huomini letterati et illustri. Libro secondo. Con alcune stanze, Sonetti di M. Lodovico Dolce
Venedig, 1566
 
Die Impresensammlung des aus Vicenza stammenden Battista Pittoni (1520-1583), deren erster, undatierter Teil 48, der zweite, 1566 in Venedig erschienene Teil 50 Impresen enthält, übte auf die Emblematik großen Einfluß aus. Die mit aufwendigen Barockkartuschen umgebenen, von Luigi Groto dal Tintoretto gestochenen picturae wurden vielfach rezipiert. Das Werk war - neben der Sammlung von Luca Contile - eine der Hauptquellen für die 'Symbola et emblemata' des Joachim Camerarius und dürfte nicht nur unmittelbar, sondern auch mittelbar über Camerarius rezipiert worden sein. Die Impresen, bestehend aus einer pictura mit auf einem Spruchband integriertem Motto und darunter befindlichem deutendem Gedicht in verziertem Rahmen nehmen jeweils eine Seite ein. Die Gedichte stammen von Lodovico Dolce (1508-1569).
 
Literatur: SinnBilderWelten Nr. 59.
Bibliographie: Praz, S. 458. - Landwehr (1976), Nr. 605.
 
 
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 154 b








Zur Blätterversion



Emblemata trecenta
Augsburg, Jeremias Wolff, 1714
Gedruckt bei Peter Detleffsen in Augsburg
 
Im Jahr 1714 ist die Emblemsammlung 'Trecenta Selecta ingenii acumine & doctrinae utilitate praestantia Emblemata' bei dem Verleger Jeremias Wolff (1663/73?-1724) in Augsburg erschienen; als Drucker firmiert Peter Detleffsen (1679-1724). Wolff war der Sohn des Augsburger Kramers Daniel Wolff und dessen Frau Anna Maria Wagenseil. Nach einer Lehre zum Uhrmacher bei Samuel Beckmann wandte sich Jeremias Wolff schon bald der Verlagstätigkeit zu. Den Schwerpunkt des Sortiments bildeten emblematisch-allegorische Bücher, dekorative und kunstgewerbliche Graphik, Traktate zur Baukunst, Architekturprospekte und Stadtveduten. Nach seinem Tod 1724 führte der Schwiegersohn Johann Balthasar Probst die Verlagsgeschäfte weiter.
Dem äußeren Erscheinungsbild nach gleicht die vorliegende Sammlung der 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung (Augsburg 1693): in einen Bild- (die recto-Seite der folio-Zählung) und einen Textteil (verso-Seite der folio-Zählung) gegliedert, präsentieren die 'Trecenta Emblemata' auf insgesamt 25 Kupfertafeln je 12 numerierte Emblemmedaillons. Die dazugehörigen 'pictura'-Beschreibungen und Motti (in lateinischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache) befinden sich auf der gegenüberliegenden Seite (ebenfalls numeriert). Eine inhaltliche Gliederung der insgesamt 300 Sinnbilder läßt sich nicht ausmachen, auch wenn sich eine gewisse Vorliebe für die Liebesemblematik erkennbar ist.
 
Literatur: Thieme / Becker, Bd. 36, S. 206. - Bosl, Biographie, S. 858. - Schwarz (1997). - Künast (1997), S. 1255f. (zu Wolff) u. 1262f. (zu Detleffsen).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 596 (Ausg. 1716).
 
 
Sprache(n): lt., dt., frz., it.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 54








Zur Blätterversion



Girolamo Ruscelli
Le Imprese / Illustri / Del S.or Ieronimo / Rvscelli. / Aggivntovi nvovam. te / il qvarto libro / da Vincenzo Rvscelli / da Viterbo / Al Serenissimo Principe / Gvglielmo Gonzaga Dvca / di Mantova et Monferrato
Venedig, Francesco de' Franceschi Senese, 1584
Gedruckt bei Francesco de' Franceschi Senese in Venedig
 
Die 'Imprese illustri' des 1500 oder 1505 in Viterbo geborenen Grammatikers und Linguisten Girolamo Ruscelli erschienen zuerst 1566, in seinem Todesjahr. Die Ausgabe von 1583/84 enthält einen angehängten vierten Teil und präsentiert 144 nicht numerierte Impresen in vier Büchern. Die Picturae mit eingeschriebenen Spruchbandmotti sind in reiche Zierrahmen eingefaßt. Im vierten Buch wurden nachträglich Stiche von Nicolo Nelli (geb. um 1530) eingefügt. Ein weiterer Stich ist mit "G.F.P." signiert; das Monogramm konnte bisher nicht entschlüsselt werden. Der Band übernimmt weitestgehend die Impresen aus den älteren Ausgaben, gruppiert sie aber um. Die Seiten sind durchgezählt, nur der vierte Band setzt mit einer neuen Paginierung an, die zudem nach Seite 9 wieder mit Seite 2 ansetzt. Die Kupferstiche sind nicht signiert; das Titelkupfer stammt Landwehr (1976, Nr. 650) zufolge vom aus Venedig stammenden Kupferstechers und Verlegers Giacomo Franco (1550-1620).
Das kurze erste Buch besteht aus acht theoretischen Kapiteln, in denen zur Illustration der Argumentationen auch Impresen wiedergegeben werden. Eröffnet wird es mit 14 unpaginierten Blättern, die drei Register enthalten. Das erste listet die Impresenträger sowie Sacheinträge auf; das zweite und dritte sind kombinierte Bild- und Mottoregister.
Die vier Bücher gliedern sich jeweils nach den in ihnen genannten Impresenträgern, wobei eine bestimmte Ordnung nicht zu erkennen ist; neben den oftmals ausführlichen Berichten über das Leben und den Werdegang des Impresenträgers oder die Geschichte seiner Familie wird die eigentliche Kommentierung einer Imprese meist am Anfang oder aber zum Ende eines Eintrags hin geleistet; sie schwankt dabei stark in Umfang und Exaktheit; einige Impresen werden ohne jeden Kommentar lediglich aufgeführt. Mehrmals macht Ruscelli deutlich, daß er selbst nur Mutmaßungen über den Sinn einer Imprese anstellen kann. Gelegentlich werden in einem Eintrag auch weitere Impresen des selben oder verwandter Impresenträger aufgeführt.
Digitalisiert wurde der gesamte Band mit Ausnahme zweier Leerseiten nach dem Haupttitelkupfer und dem Titelkupfer zum vierten Band. Im Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München wird an zwei Stellen im vierten Buch (S. 65 und 72) die falsche Pictura wiedergegeben, dabei handelt es sich um Picturae, die an anderer Stelle bereits korrekt wiedergegeben wurden; in diesen Fällen wurde der Band des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München (Signatur: SB 183/21 R) zur Digitalisierung herangezogen. Auf den digitalisierten Seiten befindet sich ein entsprechender Vermerk.
Zwei Darstellungen eher allegorischen Charakters auf den Doppelseiten 108f. und 196f. sowie ein Stich mit lediglich erklärendem Charakter auf S. 146 werden nicht kommentiert. Die biographischen Angaben zu den Impresenträgern wurden, soweit möglich, nach den Angaben im 'Archivo Biografico Italiano' bzw. für Impresenträger anderer Nationalitäten nach den entsprechenden biographischen Nachschlagewerken ergänzt.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 650.
 
Künstler: Giacomo Francho; Nicolo Nelli
 
    -     Kollation: [XIV Bl.] 496 S.; 8, 82 S.     -    Format: 4
Exemplare: ZIKG: SB 183/21 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 184








Zur Blätterversion



Johann Andreas Pfeffel
Güldene Aepfel in silbernen Schalen
Augsburg, Johann Andreas Pfeffel, 1746
 
Johann Andreas Pfeffel (1674-1748) war wie sein gleichnamiger Sohn (1715-1768), von dem er nicht immer unterschieden werden kann, Kupferstecher und Verleger. Mit 400 thematisch geordneten Emblemen auf 75 Tafeln (50 mit fünf Emblemen, 25 mit sechs) hat Pfeffels Sammlung beinahe enzyklopädischen Charakter: Allgemeine Szenen (1-50), Tiere (51-150) und Pflanzen (151-250) sind Gegenstand der pictura auf den Kupfertafeln; es folgen Embleme, die kirchliche und andere Festtage sowie Trauer thematisieren (251-400). Die lateinischen Motti und die deutschen 'subscriptiones' befinden sich auf einer gegenüberliegenden Textseite.
Ohne direkt auf Prv 25,11 hinzuweisen, stellt Pfeffel dem Leser in der Vorrede die "Sinnbilder", also die 'picturae', als silberne Schalen vor, welche die "Güldenen Äpfel", also die religiös motivierten Belehrungen und Warnungen, angenehmer machen; entscheidend aber ist, daß man jene kostet: "Die dir vorgestellten Lehren sind heilsam, auf die Gründe der Offenbarung gebaut, und geben im Glauben, Leben und Sterben Unterricht."
 
Literatur: SinnBilderWelten, Nr. 54. - Augustyn (1997), S. 844 und 846. - Künast (1997), S. 1267.
Bibliographie: Praz, S. 453. - Landwehr (1972), Nr. 475.
 
Künstler: Johann Andreas Pfeffel
 
Exemplare: BSB: Res/ L.eleg.m. 1347 m    -    Signatur: BSB: Res/L.eleg.m. 1347 l








Zur Blätterversion



Heinrich Engelgrave
Lux Evangelica sub velum sacrorum Emblematum recondita in Anni Dominicas. Selecta Historia et morali doctrina varie adumbrata
Köln, 1656
 
Der flandrische Jesuit Heinrich Engelgrave (1610-1670) war Rektor der Kollegien zu Oudenaarde, Kassel und Brügge. Unter seinen verschiedenen Schriften waren die jeweils zweibändigen Predigtsammlungen 'Lux evangelica' und 'Coeleste Pantheon' besonders erfolgreich. Die 'Lux evangelica' (zuerst 1648 veröffentlicht) erschien in mehreren Auflagen an verschiedenen Verlagsorten (so in Amsterdam, Antwerpen und Köln) und wurde dabei in unterschiedlicher Weise ausgestattet. Band I enthält 51 Predigten oder predigtähnliche Abhandlungen auf die Kirchensonntage, denen eine allgemeine Abhandlung vorangestellt ist. Die Embleme, die den Abhandlungen als Eingangsbilder vorangehen, werden in mehreren Ausgaben als 'emblemata nuda' ohne pictura wiedergegeben. Für die Digitalisierung wurde die dritte Ausgabe von 1654 gewählt.
Jeder pictura sind zwei Motti beigegeben; das obere ist der Bibel entnommen, das untere entstammt der antiken, meist lateinischen Literatur. Auf die Angabe des Sonntags folgt dann eine Reduktion der sich daran anschließenden Abhandlung auf ihren zentralen Punkt, die meist auch eine kurze Beschreibung der pictura leistet und so den Zusammenhang zwischen dem Emblem und der Abhandlung herstellt. Von dieser Zusammenfassung her erschließt sich meist das Zusammen von pictura und Motti, so daß man ihr die Funktion einer Prosasubscriptio zuschreiben kann, während die eigentlichen Abhandlungen weit über diese Funktion hinausgehen.
Digitalisiert wurden das Titelkupfer (mit emblematischen Darstellungen in den vier Ecken) und die insgesamt 52 Embleme sowie der erste der folgenden Indices ('Index totius operis'), der die Embleme noch einmal aufführt.
 
Bibliographie: Sinnbild (1991), S. 207.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [2] Bl., 511 (= 522) S., [14] Bl.     -    Format: 4     -     Fingerprint: a-on òda- e-,& saut 3 1654.
Exemplare: BSB: 4 Hom. 553-1; UBM: 4 Homil. 1259    -    Signatur: BSB: 4 Asc. 279








Zur Blätterversion



Heinrich Engelgrave
Lux Evangelica sub velum sacrorum Emblematum recondita in Anni Dominicas. Selecta Historia et morali doctrina varie adumbrata. Altera parte
Köln, 1656
 
Der flandrische Jesuit Heinrich Engelgrave (1610-1670) war Rektor der Kollegien zu Oudenaarde, Kassel und Brügge. Unter seinen verschiedenen Schriften waren die jeweils zweibändigen Predigtsammlungen 'Lux evangelica' und 'Coeleste Pantheon' besonders erfolgreich. Die 'Lux evangelica' (zuerst 1648 veröffentlicht) erschien in mehreren Auflagen an verschiedenen Verlagsorten (so in Amsterdam, Antwerpen und Köln) und wurde dabei in unterschiedlicher Weise ausgestattet. Band II enthält 52 Predigten oder predigtähnliche Abhandlungen auf die Kirchensonntage, denen jeweils ein Emblem als Eingangsbild vorangeht; in mehreren Ausgaben werden die Embleme als 'emblemata nuda' ohne pictura wiedergegeben. Für die Digitalisierung wurde die dritte Ausgabe von 1654 gewählt.
Jeder pictura sind zwei Motti beigegeben; das obere ist der Bibel entnommen, das untere entstammt der antiken, meist lateinischen Literatur. Auf die Angabe des Sonntags folgt dann eine Reduktion der sich daran anschließenden Abhandlung auf ihren zentralen Punkt, die meist auch eine kurze Beschreibung der pictura leistet und so den Zusammenhang zwischen dem Emblem und der Abhandlung herstellt. Von dieser Zusammenfassung her erschließt sich meist das Zusammen von pictura und Motti, so daß man ihr die Funktion einer Prosasubscriptio zuschreiben kann, während die eigentlichen Abhandlungen weit über diese Funktion hinausgehen.
Digitalisiert wurden das Titelkupfer (mit emblematischen Darstellungen in den vier Ecken) und die 52 Embleme, nicht jedoch die folgenden Indices, die sich nicht auf die Embleme, sondern auf die von ihnen eingeleiteten Abhandlungen beziehen.
 
Bibliographie: Sinnbild (1991), S. 207.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [6] Bl., 611 S., [21] Bl.     -    Format: 4     -     Fingerprint: dòio U.E, a.n- cocu 3 1654 (half title & colophon)
Exemplare: UBM: 4 Homil. 1259(1,2    -    Signatur: BSB: 4 Asc. 279








Zur Blätterversion



Johann Arndt
Sechs Bücher vom wahren Christentum
Frankfurt am Main, Matthias Andreas, 1715
 
Johann von Arndts (1555-1621) 'Bücher vom wahren Christentum' haben als eines der erfolgreichsten protestantischen Erbauungsbücher zu gelten. Das Werk erschien erstmals 1606 und wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein in unzähligen Ausgaben veröffentlicht; noch für das Jahr 1930 ist eine Ausgabe dokumentiert.
Die ersten drei Bücher leiten zur Verinnerlichung und persönlichen Erfahrung des Glaubens an. Im Aufbau sollen sie dem Dreischritt der Stufenmystik 'Reinigung - Erleuchtung - Vereinigung mit Gott' entsprechen. Arndt greift dabei auf Gedanken und Begriffe der mittelalterlichen Mystik (Selbstverleugnung, Absterben des Eigenwillens, Reinigung des Herzens von der Weltliebe, Demut, Gelassenheit, Vereinigung der Seele mit Gott) zurück und verarbeitet deren Texte (Theologia deutsch, Nachfolge Christi, Angela da Foligno, im dritten Buch besonders Johannes Tauler). Er nahm große Teile des Gebetbüchleins von Valentin Weigel auf (Buch 2, Kap. 34), ohne den - erst 1617 bekannt gewordenen - Verfasser zu kennen. Diese Texte bearbeitete Arndt so, daß aus dem mystischen Weg zur Gotteserkenntnis eine den lutherischen Rechtfertigungsglauben voraussetzende Anleitung zur 'näheren Vereinigung' mit Gott wird. Das vierte Buch richtet den Blick auf das 'Buch der Natur'; in ihm ebenso wie im Menschen selbst soll der Gläubige Gott erkennen.
Die erste mit Emblemen illustrierte Ausgabe von 1678/79 wurde in Riga veröffentlicht, vor allem im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts erschien eine Vielzahl illustrierter Drucke. Wir haben uns unter den zahlreichen Ausgaben in Münchner Beständen für die Ausgabe Frankfurt am Main 1715 (UBM: 8° Asc. 70) entschieden.
Die unpaginierten, nicht gezählten Embleme wurden nachträglich eingebunden. Auf zwei einander gegenüberliegende Kupferstiche (verso- und recto-Seite) folgt (nach zwei Leerseiten) das nachträglich eingeklebte Titelblatt, das eine Doppelseite einnimmt; auf der folgenden recto- und verso-Seite werden die beiden Kupfer erklärt. In der Datenbank werden sie jedoch wegen ihres eher allegorischen Charakters nicht kommentiert.
Jedes Emblem besteht aus einer hochovalen pictura in einem hochrechteckigen aufwendigen Rahmenwerk, in das unter der pictura eine Kartusche für das Motto eingelassen ist; die picturae sind nicht signiert. Sie werden stets auf der recto-Seite abgedruckt; auf der folgenden verso-Seite steht zuoberst ein Prosakommentar unterschiedlicher Länge, der das in der pictura dargestellte Bildmotiv präzise benennt und eine Deutung vornimmt. Darunter wird mit genauer Stellenangabe ein Bibelspruch zitiert. Den Abschluß bildet jeweils eine längere, gereimte subscriptio in unregelmäßigen Versmaßen, die den Sinnhorizont des Emblems gelegentlich erweitert, dabei aber auch 'offener' werden läßt. Meist konzentriert sie sich jedoch darauf, die aus dem Emblemarrangement zu ziehende Lehre nachdrücklich zu unterstreichen.
Das erste Emblem schließt den Einleitungsteil mit mehreren umfangreichen Vorreden ab; das erste Buch beginnt mit einer neuen Paginierung. Dem Aufbau des Buches entsprechend können einige Embleme eng aufeinander bezogen gelesen werden.
Digitalisiert wurden das Titelblatt, die beiden ihm vorangestellten Kupfer samt Deutung, die Embleme sowie zur Orientierung die Titelblätter des zweiten, dritten und vierten Buches.
 
Literatur: Peil (1977). - Peil (1978), S. 46-62.
Bibliographie: Peil (1977), Sp. 1033 (1715 F)
 
 
Sprache(n): dt.
Signatur: UBM: 8 Asc. 70








Zur Blätterversion



Coelestin Leuthner
Coelum Christianum In quo Vita, Doctrina, Passio D. N. Jesu Christi, nonnulla Deiparae Virginis Festa, SS Apostolorum & Evangelistarum Gesta &c. Symbolicis figuris expressa, Epigrammate sacro elucidata, pia meditatione expensa
Augsburg, 1749
 
Der Benediktiner Coelestin Leut(h)ner (1695-1759) lehrte am Freisinger Gymnasium und an der Universität Salzburg; zuletzt war er Superior der zum Wessobrunner Kloster gehörigen Wallfahrtskirche Vilgertshofen. Bekannt wurde er vor allem durch seine 'Historia Monasterii Wessofontani' (Augsburg 1753). 1733 erschien in Augsburg seine 'Vita, Doctrina, Passio Domini Nostri Iesu Christi'. (Nur in der Literatur zu finden war der Titel 'Mysteria vitae Christi considerationibus, symbolis et epigrammatibus illustrata', Augsburg 1723, der eine Vorstufe darstellen könnte.) Auf die deutsche Übersetzung ('Lehr, Leben, und Leyden Jesu Christi unseres Welt-Heylands', Augsburg 1735) folgte 1749 die hier vorliegende erweiterte Ausgabe. In ihr sind nicht nur die 100 Kupfertafeln über das Leben Christi von der Verkündigung bis zur Ausgießung des Heiligen Geistes enthalten, sondern zusätzlich noch 33 weitere über Maria, die Apostel und einige Heilige aufgenommen. Die Vorlagen stammen von dem bedeutenden, 1708 in Mähren geborenen und um 1730 nach Augsburg übersiedelten Gottfried Bernhard Göz (+ 1774); ausgeführt wurden sie von Joseph Sebastian Klauber (ca. 1700-1768).
Jede der dargestellten Szenen enthält drei (bei den Heiligen vier) Felder mit Emblemen, die behandelte Bibelstelle (Leben Christi) sowie eine vierzeilige lateinische Unterschrift; die dazugehörige 'Consideratio' steht der Tafel gegenüber.
Die 33 Tafeln zu Maria, den Aposteln, Evangelisten und Heiligen werden im Original neu von 1 beginnend gezählt, in der Datenbank jedoch als Tafeln 101-133 an die ersten 100 numerierten Tafeln zum Leben Christi angefügt.
Die Reihenfolge der einzelnen Embleme orientiert sich an der Numerierung in den Indices (vgl. 'Index symbolorum' zu den Tafeln 1-100 sowie 'Index auctarii ...' zu 101-133) und weicht zumeist von dem sonst üblichen, von links nach rechts fortschreitenden Schema der Darbietung ab.
 
Literatur: Hemmerle (1956). - Isphording (1982), S. 37. - Augustyn (1997), S. 835f. und S. 842. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 34.
Bibliographie: Praz, S. 403. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 34.
 
Künstler: Gottfried Bernhard Göz; Joseph Klauber
 
Sprache(n): lt.
Signatur: BSB: Res/ Asc. 2862 t








Zur Blätterversion



Triumphus Amoris Quem Reverendissimo, Nobili Et Amplissimo Domino Domino Placido Celeberrimi Monasterii Lambacensis Abbati Et Fundatori Secundo, Nec Non Sac. Caesar. Maiestatis Consiliario, Inclytorum Statuum Super: Austriae Deputato, Patri Suo Amandissimo, Cum Trigesimum Regiminis sui Annum feliciter complevisset, Adornavit Conventus Lambacensis
1670
Gedruckt bei Johann Baptist Mayr in Salzburg
 
Anläßlich des 30. Amtsjubiläums von Abt Plazidus Hieber bedachte der Konvent des oberösterreichischen Benediktinerstiftes Lambach den Jubilar am 8. Mai 1670 mit einer emblematischen Gratulationsschrift.
Plazidus Hieber (22. 10. 1615-12. 09. 1678) war 24jährig am 8. Mai 1640 zum 42. Abt von Lambach gewählt worden, nachdem er in diesem Kloster 1631 sein Noviziat begonnen und am 29. 12. 1638 (oder 1639) die Priesterweihe empfangen hatte. Bei seiner Einkleidung hatte der als Georg Hieber in Füssen geborene Sohn eines Patriziers den Klosternamen Plazidus angenommen.
Während seiner insgesamt 38 Jahre dauernden Regentschaft zeichnete sich der Abt insbesondere durch seine ökonomischen Fähigkeiten und seine rege Bautätigkeit aus, weshalb er auf dem Titelblatt der Jubiläumsschrift auch als "fundator secundus" des Stiftes Lambach gefeiert wird.
Sein größter Erfolg bei der barocken Erneuerung der Klostergebäude, der im 'Triumphus Amoris' immer wieder zum Ausdruck kommt, ist der Neubau der Lambacher Stiftskirche in den Jahren 1652 bis 1656.
Die von Johann Baptist Mayr in Salzburg publizierte Festschrift umfaßt insgesamt 22 bedruckte Folioblätter, wobei nur Titelkupfer, Titelblatt und die Seiten mit den Kupferstichen einseitig bedruckt sind, und enthält sechs Embleme. Da stets dem eingebundenen Blatt mit dem pictura-Kupferstich das Motto und die als subscriptiones aufzufassenden Texte erst auf der nächsten Seite folgen, ist der emblematische Charakter des Werkes der Forschung bisher offenbar entgangen, da der 'Triumphus Amoris' in keiner Emblembibliographie verzeichnet ist.
Die Embleme befassen sich jeweils mit einer herausragenden Leistung oder Tugend Hiebers, nämlich seiner gottgegebenen Weisheit und Frömmigkeit (Taf. nach Bl. Bv), der Loyalität gegenüber dem Kaiser (Taf. nach Bl. Cv), seinen Wohltaten zugunsten der Allgemeinheit (Taf. nach Bl. Dv), dem Einsatz für die Bildung (Taf. nach Bl. Ev), der Selbstaufopferung für seine Mitbrüder (Taf. nach Bl. Fv) und seiner freigebigen Gastfreundschaft (Taf. nach Bl. Gv). Die emblematischen Tafeln sind in die Mitte des jeweiligen Bogens eingelegt.
Das aufwendige Rahmenwerk verdeutlicht anhand von Bauwerkzeugen, sakralen, musischen und Verwaltungsgegenständen (Gesetzbücher, Zepter) ebenfalls die vielfältigen Erfolge des Abtes, dessen Wappen, der eine Kanne in den Klauen haltende Greif, am unteren Ende des Rahmens im Kupferstich zu sehen ist. Hinweise auf die beteiligten Künstler gibt es keine.
Die subscriptiones zeigen immer dieselbe Struktur: Sie nehmen vier Seiten ein und gliedern sich in einen dreiseitigen, durch Scheinstrophen akzentuierten Prosatext mit den Taten Hiebers sowie in ein einseitiges, mit "Ode" überschriebenes Gedicht, welches den Jubilar unter dem thematisierten Aspekt feiert. Die Versmaße der einzelnen Oden differieren.
Delikat erscheint, daß der Titel 'Triumphus Amoris' eine Zuneigung der Konventualen zu ihrem Abt suggeriert, die in dieser Art wohl nicht bestanden hat. Plazidus Hieber war nach übereinstimmender Auffassung von Forschern "mehr gefürchteter autokratischer Prälat als geliebter Vater und Abt" (Dussler, S. 158), dem "sowohl sein außerordentlich stark ausgeprägtes Selbstbewußtsein und sein überbordendes Macht- und Karrierestreben als auch seine autokratische Leitung der geistlichen Institution und seine strenge disziplinarische Führung der Ordensbrüder zeitlebens innerhalb des Konvents verübelt" wurden (Bogner, S. 181). Auch in der Gratulationsschrift wird vorsichtig auf die Strenge des Abtes bei der Einhaltung der Klosterdisziplin hingewiesen (vgl. Bl. G). Der gewaltsame Tod Hiebers am 12. September 1678 - der ungefähr 25jährige Lambacher 'Kuchelmeister' Pater Ernst Fischer hatte drei Tage zuvor den Apfelkuchen des Abtes mit Gift versetzt - macht wieder einmal deutlich, daß zwischen offizieller Diktion und dahinterstehender Geisteshaltung ein großer Unterschied bestehen kann.
 
Literatur: Dussler (1961). - Bogner (1999).
Bibliographie: VD17 12:129185A
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [22] Bl. : Kupfert., 6 Ill. (Kupferst.).     -    Format: 2     -     Fingerprint: uiSi t,t; t.is InEt C 1670R
Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 118 s Beibd. 3








Zur Blätterversion



Joseph Friedrich Leopold
Emblematisches Lust-Cabinet mit 52. Neu inventirten Curiosen und durch Lateinisch- Französisch- Jtalienisch- und Teutsche Beyschrifften erklärten Sinn-Bildern ausgeziert
Augsburg, Joseph Friedrich Leopold, 1700
Gedruckt in Augsburg
 
Der Augsburger Kupferstecher, Verleger und Kusthändler Joseph Friedrich Leopold ließ 1700 ein vermutlich von ihm selbst verfertigtes emblematisches Tafelwerk erscheinen, das auf 52 (gezählten) Tafeln ebensoviele emblematische Medaillons in relativ einfachen Schmuckrahmen präsentiert. Das lateinische Motto steht in einem Spruchband über der pictura, die französischen, italienischen und deutschen Übersetzungen (letztere als zweihebige Paarreime) erscheinen im unteren Teil der Tafeln. Alles Textteile des Bandes sind gestochen. Auf Hinweise zur möglichen Bedeutung der Embleme verzichtet Leopold.
Offensichtlich orientiert Leopold sich an der Augsburger 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung' (zuerst 1693), obwohl sein Werk keine inhaltlichen Übereinstimmungen aufweist. Leopold bleibt vom Umfang her deutlich hinter der 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung' zurück, scheint aber durch das größere Format der Medaillons und der detaillierteren Ausführung der Motive höhere künstlerische Ansprüche zu stellen. Die Nähe zu seinem Vorbild zeigt das Titelkupfer: Die (gestochene) Titelei ist von vier emblematischen Medaillons umgeben, deren Motti nur in jeweils einer der vier im Werk sonst verwendeten Sprachen abgefaßt sind. In der Datenbank werden die Embleme des Titelkupfers im Anschluß an den Tafelteil berücksichtigt.
Als Vorlage für die meisten Embleme ist Pierre LeMoyne nachzuweisen.
 
Literatur: Benzing Sp. 1201. - Paisey, S. 154. - Thieme / Becker, Bd. 23, S. 93f. - Künast (1997), S. 1258.
Bibliographie: VD17 23:639875W. - Landwehr (1972), Nr. 403. - Sinnbild (1991), S. 214. - ARS F. 396.
 
Künstler: Joseph Friedrich Leopold
 
Sprache(n): lt., frz., it., dt.     -     Kollation: Titelkupfer u. 52 Taf.     -    Format: 4     -     Fingerprint: n!en t!t, d.it e.e. 3 1700A
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 120








Zur Blätterversion



Johann Jacob Luck
Sylloge numismatum elegantiorum quae Diuersi Impp. Reges, Principes Comites, Respublicae Diuersas ob causas ab Anno 1500 ad Annum usque 1600 cudi fecerunt. Concinnata et Historica narratione (sed breui) illustrata
Straßburg, 1620
Gedruckt bei Johann Repp in Straßburg
 
Das Buch des aus Straßburg stammenden Ratsherren und Amtsmanns zu Staufenberg, Johann Jacob Luck oder Lucke (1574-1653) ist das erste numismatische Werk, in dem historische Ereignisse, vornehmlich des 16. und 17. Jahrhundets konsequent anhand von Medaillen erörtert werden. Das Werk gleicht in großenTeilen einem Fürstenspiegel, der Medaillen, auf denen die Impresen und Devisen hochrangiger Persönlichkeiten dargestellt sind, abbildet und interpretiert. Aus der Gesamtschau der abgebildeten Medaillen mit den geschilderten Ereignissen entsteht ein (meist partielles) Lebensbild der jeweils behandelten Person, das als überindividuelles Exempel Geltung beansprucht. Einerseits veröffentlichte Luck in dem Buch Medaillen aus den Beständen seiner umfangreichen Sammlung, andererseits entstammen viele der ca. 400 abgebildeten Devisen aber auch den Symbola Divina et Humana von Jacob Typotius, so daß einige Medaillen, deren Avers richtig wiedergegeben ist, mit einer emblematischen pictura auf der Gegenseite abgebildet werden, die nie existiert hat. Durch die Druckkosten des mit vielen Kupfern versehenen Buches verschuldete sich Luck so sehr, daß er bereits 1628 seine mehrere tausend Stück umfassende Münzsammlung verkaufen mußte.
 
Literatur: Stopp (1970), S. 135-145. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 74
Bibliographie: VD17 23:232008R. -SinnBilderWelten (1999), Nr. 74.
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [12] Bl., 383 S., [1] Bl. : Kupfert., zahlr. Ill.     -    Format: 2     -     Fingerprint: i-i- umi, r.us deex 3 1620A
Exemplare: BSB: Res/2 Num. rec. 29    -    Signatur: BSB: Res/2 Num. rec. 30








Zur Blätterversion



Christoph Lackner
Coronae Hungaricae emblematica descriptio
Lauingen, 1615
Gedruckt bei Jakob Winter in Lauingen
 
Der Autor, dem sowohl der Text als auch die Kupferstiche zuzuschreiben sind, war ungarischer Goldschmied und Geheimer Rat in Ödenburg, wo er von 1571 bis 1631 lebte und auch das Bürgermeisteramt innehatte. Er gilt als Günstling Kaiser Ferdinands II. Das vorliegende Exemplar wurde 1615 in Lauingen bei Jakob Winter, dort fürstlicher Drucker von 1601 bis 1615, gedruckt. Dieses Datum liegt zwei Jahre nach dem im Titelbild angegebenem Jahr, der Lauinger Druck könnte also ein bereits im voraus angefertigtes Titelkupfer aufgenommen haben.
Eine handschriftliche Eintragung am unteren Rand des Titelbildes verweist auf Kurfürst Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1615-1690) als ehemaligen Besitzer des Buches, der die Kolorierung veranlaßt haben könnte.
Das Werk stellt eine fiktive Krone für den seit 1612 als Kaiser amtierenden Matthias vor, der bereits am 29. November 1608 zum ungarischen König gekrönt wurde. Die Vorderansicht der Krone ist auf S. 38, die Rückansicht auf S. 39 abgebildet. Die dort in den Rand der Kissen für die links die Krone tragenden Hände eingeschriebenen Namen konnten nicht identifiziert werden. Der Name Stephan Palffy läßt lediglich auf das ungarische Grafengeschlecht der Pálffy von Erdöd schließen.
Lackner orientiert sich an der originalen Stephanskrone, versieht diese aber mit 24 eigens geschaffenen emblematischen Bildern. Ob die ebenfalls sichtbaren acht Edelsteine schon an der wirklichen Stephanskrone angebracht waren, ist unklar. Die Krone zieren also insgesamt 32 Objekte, die durchnumeriert sind und im Text gedeutet werden, wobei den Darstellungen Motti zugeordnet sind.
Der Aufbau der Erläuterungen besteht dabei jeweils aus einem kommentierenden Teil, der den Gehalt des Emblems erläutert, und aus einem Exempel-Teil. Dazwischen ist in einer gegenüber der Abbildung auf der Krone vergrößerten und erweiterten Darstellung die entsprechende emblematische pictura oder der entsprechende Edelstein mit dem jeweiligen Motto eingeschoben.
Der Schlußteil stellt Beispiele zum Motto aus der Hieroglyphik sowie aus der griechischen und römischen Geschichte vor und arbeitet mit Zitaten aus der Bibel und von klassischen Autoren, wie beispielsweise Plato, Cicero, Horaz und Plinius. Die Embleme sind durchaus traditionell angelegt, so zeigt das 23. Emblem vor dem Hintergrund einer Heeresszenerie zwei über Schwert und Totenkopf zur Versöhnung gereichte Hände mit dem Motto 'Concordia bello praeferenda'.
Belesen zeigt sich der Verfasser auch in seiner Eingangswidmung (S. 3-16), in der er sich zunächst an den ungarischen Palatin Georg Thurzo von Bethlenfalva (1567-1616) wendet, dem er das Buch als dem intimus Consiliarius des Königs zueignet. Georg Thurzo entstammt einer Krakauer Patrizierfamilie, die mit Fernhandel und der Erschließung der ungarischen Bodenschätze reich geworden war und seit dem 16. Jahrhundert über politischen Einfluß in Ungarn verfügte.
In der Widmung erläutert Lackner die Rolle der Emblematik und ihre Herkunft aus der ägyptischen Hieroglyphik. Er stellt dafür emblematische Auslegungsmöglichkeiten vor und listet Bedeutungen des Adlers und des Löwen auf, die mit Zitaten und Exempeln wie im nachfolgenden Erläuterungsteil belegt werden. Lackner schreibt weiter, diese Zeichen seien stets Schmuck des Adels gewesen, und leitet so über zu seinem Vorhaben der Darstellung und Interpretation der Krone.
Der Hauptteil der Ausdeutungen zur Krone umfaßt die Seiten 42-187 und schließt mit einem Register ab (S. 201-203). Auf den letzten Seiten sind vor dem Hinweis auf den Drucker verschiedene Beitragsgedichte und Widmungen mit aufgenommen.
Das Werk enthält zwar auch panegyrische Elemente, ähnelt aber in seinem emblematischen Teil aufgrund seines belehrenden Charakters einem Fürstenspiegel. Über diese Grundintention hinaus versucht Lackner jedoch, dem Leser Wissen über das Emblem, seine Ausdeutungsmöglichkeiten und Herkunft zu vermitteln.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 175.
Bibliographie: VD17 12:195003H. -SinnBilderWelten (1999), Nr. 175.
 
Künstler: Christoph Lackner
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 207 S. : Kupfert.     -    Format: 4     -     Fingerprint: uria m.e- r.un taDe 3 1615R
Signatur: BSB: Res/4 Austr. 83








Zur Blätterversion



Paolo Maccio
Emblemata
Bologna, 1628
 
Der 1628 in Bologna publizierte Band 'Emblemata' von Paolo Maccio (erw. 1601-1638; auch Macchio oder Mazza) enthält 81 Embleme, in denen meist ausgehend von einem in der Pictura gezeigten Exempel eine allgemeine Maxime entwickelt wird. Der Inhalt bewegt sich zwischen allgemein moralischen und erbaulichen, aber auch gesellschaftlichen und politischen Themen. Einige der Embleme sind einzelnen hervorragenden Persönlichkeiten Bolognas, meist Senatoren, oder Bologneser Körperschaften gewidmet. Ein Bildregister und ein Register mit gewürdigten Personen bzw. Körperschaften schließen den Band ab.
Die Kupferstiche wurden von Agostino Parisini (erw. in Bologna 1625-1636) nach Zeichnungen des Bologneser Malers und Kupferstechers Florio Macchio (tätig in Bologna, 1. Hälfte 17. Jh.) ausgeführt; drei der Kupfer sind signiert (Nr. 65, 76, 79, wobei "AP" / "APF" für 'Agostino Parisini (fecit)' stehen dürfte).
Mit Ausnahme des ersten Emblems, dem zusätzlich eine zweiseitige Erklärung in Prosa folgt, umfaßt jedes Emblem vier Seiten; es besteht jeweils aus einer Pictura auf einer recto-Seite mit darüber notiertem lateinischen Motto und einer italienischen Übersetzung darunter; auf der gegenüberliegenden verso-Seite ist die Subscriptio gesetzt, die meist ein Zitat aus der lateinischen Literatur darstellt. Die der Pictura folgende verso-Seite enthält meist weitere Zitate antiker Autoren, die den Bedeutungszusammenhang erweitern, und auf der vierten Seite folgt eine Paraphrase der Subscriptio in italienischer Sprache.
Auch in den Motti werden oft lateinische Autoren zitiert; die Zitation erfolgt aber oftmals nicht wörtlich, sondern paraphrasierend oder nur den Kerngedanken eines Werkes resümmierend, so daß die antike Quelle, die in einer Randglosse vermerkt ist, manchmal nicht genauer eruiert werden kann. Auch die Subscriptiones weichen im Wortlaut oft erheblich von den zitierten Prätexten ab und entwickeln von diesen ausgehend eigene Argumentationen. Wo möglich und für das Verständnis der Embleme hilfreich, werden die antiken Quellen vermerkt.
Digitalisiert wurde der gesamte Band mit Ausnahme einiger Leerseiten nach den Picturae (S. 30, 86, 94, 134, 142, 150, 154) und der Leerseite nach der Titelkupfer.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 496.
 
Künstler: Florio Macchio; Agostino Parisini
 
Sprache(n): it., lt., griech.     -     Kollation: 331, (5) S.; Ill.     -    Format: 4
Exemplare: ZIKG: SB 228/34 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 121








Zur Blätterversion



Landgräfin zu Hessen-Darmstadt Anna Sophie
Der treue Seelenfreund Christus Jesus: Mit nachdenklichen Sinn-Gemählden anmuhtigen Lehrgedichten und neuen geistreichen Gesängen / Abgebildet und fürgestellet durch Fräulein Annen Sophien Landgräfin zu Hessen, des Stifts Quedlinburg Pröbstin
Jena, Andreas Löffler, 1658
Gedruckt bei Georg Sengenwald
 
Anna Sophie (1638-1683) war eine Tochter Georgs III. von Hessen-Darmstadt, eines strengen Lu-theraners. Sie wurde 1656 Pröbstin, 1678 Coadjutorin und 1681 Äbtissin des 'kaiserlich freien welt-lichen Stifts Quedlinburg'. 1661, nach dem Tod des Vaters, versuchte ihre anläßlich der Hochzeit mit Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg konvertierte ältere Schwester Elisabeth Amalie, die an ihrem Glauben Zweifelnde für die katholische Kirche zu gewinnen; dies mißlang aber schließlich.
1658 erschien der 'treue Seelenfreund Jesus Christus', ein Andachtsbuch, in dem neben den die einzelnen 'Betrachtungen' einleitenden Texten, den Gebeten und den Erklärungen der 'Sinn-Gemählde' auch Lieder zu finden sind. Einige von ihnen gehörten zum Bestand zeitgenössischer evangelischer Gesangbücher. - Der Stecher der - entsprechend der Anzahl der 'Betrachtungen' - zwölf Kupfer ist unbekannt.
 
Literatur: Eva-Maria Bangerter-Schmid: Art. Anna Sophia. In: Killy: Literatur-Lexikon, Bd. 1, S. 184. - Christian W. Stromberger (Hg.): Der Landgräfin Anna Sophie von Hessen-Darmstadt, Aebtissin von Quedlinburg, Leben und Lieder. Halle 1856. - S. A. Stumpf: Jesuitische Bekehrungsversuche an den Prinzessinnen Anna Sophie und Maria Hedwig von Hessen-Darmstadt 1661 und 1664. In: Zeitschrift für Baiern und die angrenzenden Länder, 1. Jahrgang (1816), Dritter Band, Neuntes Heft, S. 340-347. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 26.
Bibliographie: Kemp / Schilling, S. 299. - VD17: 12:100436W
 
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: 1] gef. Bl., [8] Bl., 331, 56 S., 12 Bl. : Kupfert     -    Format: 8     -     Fingerprint: c.n- sss- t.er voma 3 1658A
Exemplare: BSB: Asc. 130 t    -    Signatur: BSB: Rar. 1867








Zur Blätterversion



Charles BeysHenry EstienneRené Bary
Les Triomphes de Louis le Juste
Paris, 1649
 
Während der Regentschaft Annas von Österreich für ihren noch unmündigen Sohn Ludwig XIV. von 1643 bis 1651 veröffentlichten 1649 drei Autoren, der Theaterdichter Charles Beys (1610-1659), der Dichter Henry Estienne und der Historiograph René Bary, ein dreiteiliges Werk mit dem Titel 'Les triomphes de Louis le Juste XIII. du nom, roy de France et de Navarre'. Zentraler Gegenstand des Werkes ist es, die militärischen Erfolge des 1643 verstorbenen Königs Ludwig XIII. zu würdigen.
Nach diversen Widmungen, Vorreden, Briefen und kurzen Gedichten auf 31 unpaginierten Blättern enthält der erste Teil des großformatigen Foliobandes ein als 'Poème heroïque' überschriebenes, längeres Epos von Charles Beys auf Ludwig XIII., das in 21 mit jeweils einem Kupferstich versehenen Kapiteln siegreiche Kämpfe, Ludwigs Gnade für die Besiegten und schließlich sein Grabmal vor Augen führt. Die Stiche von Jean Valdor (1616-1670) tragen Subscriptiones aus der Feder Pierre Corneilles (1606-1684).
Im zweiten Teil - um den es aus emblematischer Sicht vor allem geht - werden auf 142 Seiten insgesamt 35 Könige, Prinzen und Generäle in Text und Bild vorgestellt, welche an den Kriegen Ludwigs XIII. teilgenommen hatten. Dabei dienen jeweils drei Embleme als Ausgangspunkt, um die Tugenden und Leistungen der Gefeierten hervorzuheben. Diese Ausführungen bieten auch Hinweise zur Deutung der Sinnbilder. Allerdings sind die Embleme nicht unbedingt persönliche Impresen, sondern scheinen der Person - zumindest teilweise - bestimmten Ereignissen und Eigenschaften entsprechend zugeordnet zu werden (vgl. S. 14 des 2. Teils). Die Stiche dieses Abschnittes sind ebenfalls von Jean Valdor angefertigt. Die drei Impresen für die Regentin Anna von Österreich (Bl. 1 r nach aa) und ihre Erklärungen (Bl. aa) finden sich bereits im Einleitungsteil bei der 'Ode à la reyne'.
Der abschließende dritte Teil liefert unter dem Titel 'La vie triomphante de Louis le Juste' einen militärischen Tatenbericht Ludwigs XIII. Der königliche Historiograph und Rat René Bary schildert analog zu den Stationen des Epos im ersten Abschnitt dieselben und weitere Ereignisse in Prosa, wobei die Ausführungen durch Schlacht- und Belagerungsskizzen ergänzt werden.
Alle drei Teile sind jeweils neu paginiert. Das ganze Werk ist zweisprachig angelegt, d. h., den französischen Texten folgen zumeist lateinische Übersetzungen. Diese stammen von dem Theologen und Dominikaner Jean Nicolai (1594-1673; vgl. Zedler, Universal-Lexicon, Bd. 24, Sp. 542f.) aus dem Konvent St. Jacques zu Paris.
Obwohl Pierre Le Moyne ein Werk mit dem ähnlichen Titel 'Les triomphes de Louis le Juste, dédiés à sa Majesté par un religieux de la Compagnie de Jésus' verfaßt hat, ist es nicht zutreffend, daß er im OPAC der BSB als Autor der hier behandelten 'Triomphes' geführt wird.
 
Literatur: Saunders (2000), S. 118-122.
Bibliographie: Saunders (2000), S. 394.
 
Künstler: Jean Valdor
 
Sprache(n): frz., lt.
Signatur: BSB: 2 Gall.g. 139








Zur Blätterversion



Kurfürst von der Pfalz Karl II. Philoteus (Pseudonym)
Emblemes ou devises chretiennes
Utrecht, 1697
 
Das Emblembuch "Emblemes ou Devises Chretiennes", das im Jahr 1697 in Utrecht bei Antoine Schouten erschienen ist, vereint 100 Embleme. Jedes Sinnbild besitzt ein lateinisches Motto, das als Umschrift der pictura erscheint. Der Prosakommentar zu den einzelnen Emblemen wird von der französischen Übersetzung des lateinischen Mottos eingeleitet; der emblematische Bedeutungsträger ist prägnant herausgearbeitet. Erklärtes Ziel des Verfassers ist es, die Weisheit der Griechen mit dem rechten (christlichen) Glauben zu verbinden. Auf diese Weise ergeben sich drei Grundintentionen: die moralische Erbauung, die heilsgeschichtliche Aufklärung sowie der Lobpreis Gottes.
Das Emblembuch ist eine französische Übersetzung der ursprünglich lateinischen Emblemsammlung "Philothei Symbola Christiana" (zuerst 1677), als deren Autor Kurfürst Karl II. von der Pfalz (1651-1685) gilt, während die metrischen subscriptiones, die in der Übersetzung nicht berücksichtigt werden, auf seinen Erzieher, den Historiker Paul Hachenberg (1642-1680), zurückgehen.
Die Sammlung wurde mehrfach aufgelegt und bereits 1679 ins Deutsche übersetzt. Auch die späteren französischen (zuerst 1697) und niederländischen (zuerst 1712) Übersetzungen erlebten wiederholte Auflagen. Der Erfolg dieses Werkes zeigt sich auch darin, daß Augustinus Erath die meisten der "Symbola Christiana" in seinem "Mundus symbolicus" (zuerst 1681), einer lateinischen Übersetzung des "Mondo simbolico" (zuerst 1653) Filippo Picinellis, berücksichtigt hat.
Die Münchener Emblemdatenbank bietet die französische Fassung der "Symbola Christiana", da das lateinische Original über das Mannheimer Projekt MATEO http://www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/symbol.html zugänglich ist und die deutsche Übersetzung in Münchener Bibliotheken nicht verfügbar ist.
 
Bibliographie: Praz, S. 454. - Landwehr (1976), Nr. 589. - Landwehr (1988), Nr. 218. - ARS F. 355
 
 
Sprache(n): frz., lt.
Signatur: BSB: L.eleg.m. 273








Zur Blätterversion



Christoph MurerJohann Heinrich Rordorff
XL. Emblemata miscella nova. Das ist: XL. Underschiedliche Außerlesene Newradierte Kunststuck / Durch ... Christoff Murern von Zyrich inventiret/ und mit eygener handt ... gerissen Anjetzo erstlich ... in Truck gefertiget/ und mit allerley ... Reymen erkläret: Durch Johann Heinrich Rordorffen ...
Zürich, Johann Rudolf Wolf, 1622
 
Acht Jahre nach dem Tod des Künstlers Christoph Murer hat dessen Neffe, Johann Heinrich Rordorf, 1622 bei Johann Rudolf Wolf in Zürich dieses Emblembuch mit 40 Radierungen von Murer herausgebracht. Die Embleme sind dabei mit römischen Ziffern nummeriert. Einige tragen das Monogramm "CM" ihres Schöpfers. Das Motto ist jeweils auf Deutsch und Lateinisch abgedruckt, die Subscriptio besteht stets aus einem deutschen Text in Gedichtform, der höchstwahrscheinlich von Rordorf verfasst wurde. Das Titelkupfer stammt wohl nicht von der Hand Murers, sondern befand sich in den Beständen der Druckerei und wurde einfach auch für diese Ausgabe herangezogen. Eventuell stammt es von Gotthard Ringgli. Auf der Rückseite des Titelblatts findet sich das Sinnbild und der Leitspruch Murers ("Authoris Symbolum"). Zu erkennen sind das Wappenschild der Familie Murer mit vier Zinnen, Kübelhelm und einem Löwen. Darauf folgt eine Einleitung von Rordorf ("An den Kunstliebenden Läser"), in der er kursorisch die Geschichte der Malerei beschreibt und das Emblem als ihren besten Vertreter nennt, da es Auge, Ohr, Geist und Gemüt in gleichem Maß anspricht. Die Reihenfolge der Embleme ist alphabetisch nach dem Anfangsbuchstaben der deutschen Motti. Auffällig ist, daß die Radierungen unterschiedliche Qualität aufweisen, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß Murer sie nicht mehr vollenden konnte. Besonders augenfällig ist dies beim Emblem XIV "Gedult", bei dem der Hintergrund nicht ausgeführt ist. Daß der Band doch in solch unvollendeter Form herausgegeben wurde, läßt wohl mit den materiellen Interessen der Herausgeber erklären: Murer war zu dieser Zeit ein im süddeutschen Raum sehr bekannter Künstler, so daß sich Drucke aus seiner Hand sehr gut verkaufen ließen, da sie als Vorlagen für andere dienen konnten.
 
Literatur: Literatur: Thea Vignau-Wilberg, Christoph Murer und die "XL Emblemata miscella nova" (Bern, 1982).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 512. - VD17: 23:237008N
 
Künstler: Christoph Murer
 
Sprache(n): dt.     -     Kollation: [4], XXXX Bl. : zahlr. Ill. (Kupferst.), Tbl. r&s.     -    Format: 4     -     Fingerprint: s,s, d.d: s.s, n.n, 3 1622R
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 120 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Andrzej Maksymilian Fredro
Andreae Maximiliani Fredro Castellani Leopoliensis Scriptorum Seu Togae & Belli Notationum Fragmenta Accesserunt Peristromata Regum Symbolis expressa
Danzig, Georg Förster, 1660
 
Andrzej Maksymilian Fredro (1620-1679) war 1652 Sejmmarschall, wurde 1654 Kastellan zu Lemberg und 1676 Wojwode von Podolien. Er hat historische, politische und militärische Werke verfaßt und sich um den Festungsbau verdient gemacht.
Die 'Peristromata Regum', die sich in 20 Emblemen mit Herrschertugenden und guter Staatsführung beschäftigen, erschienen 1660 bei Förster in Danzig. Die Motti sowie der gesamte erklärende Text sind in Lateinisch abgefaßt. Immer wieder wird dabei die moralische Verpflichtung des Herrschenden und die Verantwortung, die er gegenüber seinen Untertanen hat, betont und eingefordert. Genauso wird darauf hingewiesen, daß Herrschende auch menschliche Schwächen haben und sterblich sind. Dessen sollten sie sich stets bewußt sein und entsprechend handeln. An das einzelne Emblem schließt sich jeweils eine mehrere Seiten umfassende Ausführung an, die manchmal direkt auf das vorher angegebene Motto Bezug nimmt. Die picturae sind, dem Titerl des Werkes entsprechend, wie Teppiche gestaltet und zeigen am oberen Bildrand Haken zum Aufhängen der Teppiche und unten auch entsprechende Fransen.
 
Literatur: Zell, S. 161f. - Lechner, S. 36.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 293. - VD17: 1:068380E
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [3] Bl., 381 S. : Kupfert., Ill. (Kupferst.).     -    Format: 12     -     Fingerprint: onri umde uen- votu 3 1660R
Exemplare: BSB: Opp. 67    -    Signatur: BSB: Rar. 4602








Zur Blätterversion



Chrysostomus Hanthaler
Quinquagena Symbolorum heroica, in præcipua capita et dogmata S. Regulæ Sanctissimi Monachorum Patris et Legislatoris Benedicti, omnium justorum spiritu pleni: Ad recolligendum animum horis succisivis concepta, et exegesibus brevibus metrico-prosaicis illustrata
Augsburg; Linz, 1741
 
Johann Hanthaler (1690-1754) studierte Philosophie, Jura und Theologie in Salzburg und Wien (?). Bei seiner Aufnahme ins Zisterzienserstift Lilienfeld, wo er bis zu seinem Tod blieb, nahm er nach dem ihn aufnehmenden Abt den Namen Chrysostomus an. Er betätigte sich u. a. als Bibliothekar und Numismatiker; sein Ruf als Historiker leidet an von ihm vorgenommenen Quellenfälschungen.
In 50 Emblemen ('Symbola') werden die Ordensregeln des heiligen Benedikt erläutert bzw. gedeutet, wobei durch die Abfolge von (allgemein gehaltener) Überschrift, Ausschnitt aus der Ordensregel mit Stellennachweis ('Textus'), pictura mit gestochenem Motto und der Vers- und Prosaausdeutung die Dreiteiligkeit des Emblems schon deutlich erweitert wird.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 42.
Bibliographie: Praz, S. 363. - Landwehr (1972), Nr. 331. - Lechner, Nr. 25.
 
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: UBM: 2 P.eccl. 389; ZIKG: SB 341/18 R    -    Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 61








Zur Blätterversion



Bonifaz Gallner
Regula emblematica Sancti Benedicti
Wien, Johann Thomas von Trattner, 1780
 
Der in Ried im Innkreis geborene Melker Konventuale Bonifaz Gallner (1678-1727) war Schüler bei Andrea Pozzo (1642-1709) in Wien. Seine 'Regula emblematica' ist erst lange nach seinem Tod gedruckt worden. Das Werk basiert auf eigenhändigen Zeichnungen (Farbminiaturen) von 1725, die als Handschrift der Stiftsbibliothek Melk erhalten sind und die in den Stichen sehr getreu in Schwarzweiß umgesetzt und in leicht vergrößertem Format (von 11 auf 12,8 cm) wiedergegeben worden sind. Das auf das Titelblatt folgende Portrait des Ordensvaters Benedikt geht auf eine Zeichnung Gallners zurück und ist vom Kupferstecher und Maler Ferdinand Landerer (1730-1795) signiert; vermutlich hat er auch die 187 emblematischen Rundmedaillons gestochen.
Die Embleme sind fortlaufend mit römischen Zahlen numeriert. Als subscriptio fungiert der ohne Absätze, aber mit Kapitelzählung gesetzte Text der Ordensregel. Die für die Embleme relevanten Textpassagen sind durch Kursivdruck hervorgehoben. Weitere Erläuterungen werden nicht gegeben, sodaß die Entschlüsselung der Embleme (wie schon die Identifizierung der einzelnen Bildmotive) nicht immer einfach ist.
Die Zahl der den einzelnen Kapiteln zugeordneten Embleme hängt vom jeweiligen Umfang des Kapitels ab und kann stark variieren. Ohne Emblem werden die Kapitel 26, 29, 32 und 51 abgedruckt. Die Zuordnung der Embleme zu ihren Kapiteln ist im Kommentar vermerkt.
 
Literatur: Lechner, Nr. 22 (S. 37f. u. Abb. S. 79).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 303. - Lechner, Nr. 22.
 
Künstler: Bonifaz Gallner; Ferdinand Landerer
 
Sprache(n): lt.
Signatur: BSB: Res/2 L.eleg.m. 54








Zur Blätterversion



Carlo Bovio
Caroli Bovii Ignatius Insignium Epigrammatum et Elogiorum Centuriis expressus
Rom, 1655
 
Der 1614 in Asti geborene Carlo Bovio trat 1631 in den Orden der Jesuiten ein und ist am 19. Dezember 1705 in Rom gestorben. Bei dem Titel "Ignatius insignium epigrammatum et elogiorum centurii expressus" (Rom 1655) handelt es sich um eine Emblemsammlung von 100 Kupfern, die von Guillaume Chasteau gestochen wurden und die Biographie des Ignatius von Loyola zum Gegenstand haben; bei dem Drucker handelt es sich um Ignatius de Lazaris.
Die durchnummerierten Sinnbilder werden von einer knappen Bedeutungsangabe eingeleitet, die den biographischen Bezug herstellt; es folgt das eigentliche Emblem mit lateinischem Motto, an das sich ein Prosakommentar anschließt.
 
Literatur: De Baker / Sommervogel, S. 60-65.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 186. - CLE JS. 86
 
 
Exemplare: UBM: 4 P.lat.rec. 155; ZIKG: SB 255/9 R    -    Signatur: BSB: Res/P.o.lat. 248








Zur Blätterversion



Joseph Zoller
Mira satis ac sine omni peccato Mariae sanctissima conceptio
Augsburg, 1712
Gedruckt bei Johann Michael Labhart in Augsburg
 
Der Edle Joseph Zoller von Zollershausen wurde am 5. April 1676 in Innsbruck als Sohn des erzherzoglichen Rats und Regierungssekretärs Johann Georg Zoller von Zollershausen und dessen Ehefrau Anna Catharina, einer geborenen Freiin von Enzenberg, geboren. In Innsbruck besuchte er zunächst das Gymnasium der Jesuiten; nach einem Studium der Philosophie und Moraltheologie in Innsbruck erwarb er den Grad eines Baccalaureus und wurde Mitglied der Marianischen Kongregation. 1693 bewarb er sich bei den Benediktinern um die Aufnahme in das Noviziat. Am 21. November 1694 legte Zoller seine Profeß ab, studierte anschließend vier Jahre lang Theologie am Collegium Germanicum in Rom und wurde 1700 in Augsburg zum Priester geweiht. Im Jahr 1712 ist er als Pfarrer von St. Ulrich in Augsburg bezeugt. Drei Jahre später (1715) wurde er Subprior - er bekleidete dieses Amt bis 1717 - und versah anschließend 17 Jahre lang das Amt des Priors. Zuletzt war er Probst von Liezheim, wo er am 1. April 1750 verstarb. Von Zoller sind mehrere Schriften, darunter auch die Gedenkschrift zur Siebenhundertjahrfeier des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg (Augsburg 1712), eine Sentenzensammlung (Salzburg (1721) sowie drei Manuskripte, überliefert.
Bei dem vorliegenden Titel "Mira satis ac sine omni peccato Mariae sanctissima conceptio" (Augsburg 1712) handelt es sich um ein Exzerpt der umfangreicheren, gelehrten Schrift "Conceptus chronographicus de concepta sacra deipara", die Zoller im Jahr 1712 anläßlich der Siebenhundertjahrfeier der Besiedelung des Klosters St. Ulrich und Afra durch Benediktinermönche verfaßte. Die Sammlung verzichtet auf die zahlreichen theologischen und historischen Ausführungen und präsentiert allein die insgesamt 100 Embleme zu Ehren Marias. Das Frontispiz nach Zeichnungen des unbekannten, wohl aus Böhmen oder Schlesien stammenden Künstlers I. C. Banawiz. stammt von Johann Heinrich Störchlin (Störcklin). Banawiz zeichnet auch für die Entwürfe der Emblemplatten verantwortlich. Ob ihm ebenfalls die Stiche zuzuschreiben sind, ist nicht gewiß; möglicherweise wurden diese von Störchlin angefertigt. Der Aufbau des Emblembuchs gestaltet sich folgendermaßen: Die Bildseite wird von einem lateinischen Chronogramm eingeleitet; es folgt die pictura mit integriertem Motto, an die sich eine lateinische subscriptio anschließt. Auf der gegenüberliegenden Seite wird zunächst die Nummer des Emblems angegeben; dann folgen die deutschen Übertragungen aller lateinischen Texte, wobei das Motto als zweihebiges Reimpaar wiedergegeben wird.
 
Literatur: DBA 1418, 187f. - Augustyn (2005).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 661.
 
Künstler: I. C. Banawiz; Johann Heinrich Störchlin
 
Sprache(n): lat., dt.     -    Format: 8
Signatur: BSB: L.eleg.m. 840








Zur Blätterversion



Alexander Luzon de Millares
Idea politica veri Christiani
Brüssel, 1664
Gedruckt bei Franciscus Foppens
 
Der spanische Jesuit Alexandro Luzon de Millares, zu dessen Leben keine Daten ermittelt werden konnten, bezeichnet seine 1664 bei Foppens in Brüssel gedruckte 'Idea politica' im Untertitel als 'ars oblivionis'. In 33 Kapiteln wird der Leser entsprechend der 'Kunst des Vergessens' dazu aufgefordert, die schädlichen Gedanken um materielle und ideelle weltliche Besitztümer zu unterdrücken und zu vergessen, um sein Inneres freizumachen für Gott und das Jenseits. Auf diese Weise sollen die weltlichen Versuchungen, die ansonsten einen für den Menschen übermächtigen Feind darstellen würden, besiegt werden.
Jedes Kapitel wird mit einem Emblem eingeleitet, das laut Vorrede vor allem den trockenen Ton der Abhandlungen auflockern soll. Die insgesamt 35 Embleme - zusätzlich zu den 33 Emblemen der einzelnen Kapitel werden noch einer Art 'Widmungsschrift' an den Heiligen Geist und der Vorrede an den Leser je ein Emblem vorangestellt - sind eher locker und teilweise nur punktuell mit dem Text verbunden, so daß aus ihrer Abfolge auch die Argumentationsstruktur des umfangreichen Buches nur teilweise hervorgeht. In ihnen werden 'res' und 'gesta' gezeigt, die fast durchweg 'originell' wirken und zu denen nur selten mögliche Quellen, Parallelen oder Rezeptionszeugnisse ausfindig zu machen waren. Die Stiche sind nicht signiert; möglicherweise stammen sie ebenso wie die Titelvignette vom Kupferstecher Peeter Clouwet (1629-1670).
Digitalisiert wurden das Titelblatt, die Vorrede an den Leser sowie die insgesamt 35 Embleme.
 
Bibliographie: Landwehr (1988), Nr. 540.
 
Künstler: Peeter Clouwet
 
Exemplare: BSB: Res/2 Asc. 74    -    Signatur: BSB: Res/2 Asc. 73








Zur Blätterversion



Friedrich Roth-Scholtz
Thesaurus symbolorum ac emblematum
Nürnberg u. a., 1730
 
Der aus Schlesien stammende Nürnberger Buchhändler Friedrich Roth-Scholtz (1687-1736), der auch als Autor verschiedener Erbauungsschriften und alchemistischer Werke hervorgetreten ist, hat sich auch um die Wissenschafts- und Buchhandelsgeschichte verdient gemacht. Das unter dem Titel Thesaurus Symbolorum ac emblematum wohl aus antiquarischem Interesse verlegte Tafelwerk bietet auf 44 Tafeln 435 Buchdrucker- und Verlegerzeichen und damit die früheste Sammlung dieser Art. Nicht alle Signets sind emblematisch. Die einzelnen Tafeln sind zwischen 1728 und 1731 datiert, das Titelblatt weist 1742 als Erscheinungsjahr aus. Dem Tafelwerk vorangestellt ist eine auf 1726 datierte Abhandlung (Titelblatt: 1730) zur Biographie verschiedener Buchdrucker und -verleger sowie eine Sammlung von 30 darauf bezogenen Portrait-Stichen.
 
Literatur: Volkmann, S. 119-123. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 4.
 
 
Signatur: BSB: Res/2 Biogr. 46 Beibd. 1








Zur Blätterversion



Johann Ebermaier
Triumphus pacis Osnabrugensis et Noribergensis: Heroico carmine ut plurimum adumbratus
Tübingen, Philibert Brunn, 1649
 
Die 1649 in Tübingen verlegte und von Johann Ebermeier verfaßte Schrift "Triumphus Pacis Osnaburgensis et Noriburgensis heroico carmine adumbratus" hat, wie aus dem Titel hervorgeht, die Friedensschlüsse von Osnabrück und Münster im Rahmen des Westfälischen Friedens von 1648 zum Thema.
Der 4. Teil wurde mit insgesamt 5 emblematischen Darstellungen ausgestaltet, die thematisch an die Friedensverhandlungen anknüpfen und als konstitutive Bildelemente Adler und Löwe aufweisen. Es liegt nahe, den Adler als kaiserliches Symbol zu deuten, während der Löwe wohl auf die französisch-schwedische Gegenpartei hinweist; die emblematischen Darstellungen besitzen demzufolge einen allegorischen Stellenwert.
Der Autor ist wohl mit Johann Ebermayer (gest. 1666), einem Pfarrer aus Baden-Württemberg sowie (ab 1662) Stadtpfarrer und Speziel-Superintendent zu Calw, identisch. Von ihm sind neben einer Ausgabe mit Leichenpredigten auch der "Hortulum spei poetico-emblematicum", ein insgesamt 350 Embleme umfassendes Werk, überliefert.
 
Bibliographie: Kemp / Schilling. - VD17: 39:126098M
 
 
    -     Kollation: [4] Bl., 112 S., Kupfert., Ill.     -    Format: 4     -     Fingerprint: R.NS m,s. ues, LENu 3 1649R
Signatur: BSB: 4 P.o.lat. 221 m








Zur Blätterversion



Carlo Bovio
Rhetoricae Svbvrbanvm. Pars Prima: Cuius Libri tres exhibent
Rom, 1676
 
Der 1614 in Asti geborene Carlo Bovio trat 1631 in den Orden der Jesuiten ein und ist am 19. Dezember 1705 in Rom gestorben. Bei dem Titel "Rhetoricae suburbanum, pars prima: cuius libri tres exhibunt" handelt es sich um eine Sammlung von über 200 Emblemen, die jesuitische Heilige, Kardinäle und Päpste zum Gegenstand haben; ergänzend wurde ein Abschnitt über Maria eingefügt. Das Werk erschien in Rom bei dem Drucker Franciscus Tizzoni im Jahr 1676.
Die Sinnbilder finden sich im ersten Buch ("Xystum, in quo heroica symbola proferuntur, incisis aere figuris elegantur expressa: eorum argumentis in adversa pagina descriptis: & adiectis mox epigrammatis explicata"): je sechs Embleme befinden sich auf einer Kupfertafel, die von den Künstlern Ludovico Gimignana, Jean Baptiste Nolin und Giovanni Francesco Venturini gestochen wurden; das lateinische Motto wird durch ein Spruchband der pictura eingegliedert. Die nachfolgende Seite präsentiert nochmals das Motto, eine Beschreibung der pictura sowie eine knappe Angabe zur Bedeutung. Daran schließen sich zwei weitere Textseiten an; sie enthalten den Hinweis auf die zentrale emblematische res, das Motto und ein in lateinischer Sprache verfaßtes Epigramm, das sich an der traditionellen Forderung nach Abbildung und Deutung orientiert.
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 187.
 
 
Signatur: UBM: 8 Rhet. 420








Zur Blätterversion



Johann Giendder
Der Geistliche Seelen-Artzt/ versehen mit General-Artzney/ wieder alle erdenckliche Melancholey/ Auf den jetzigen Welt-Stand gerichtet: Auß dem Grund Göttlicher H. Schrifft/ der Heiligen Vätter Lehr und Sententzen/ außerlesenen Sprichwörtern/ Welt-Geistlichen Aphorismis, Medicinalischen Haupt-Regeln/ kurtzen Historien/ raren Gleichnüssen/ und Trostreichen Sitten-Lehren/ von der Gedult in Wiederwertigkeiten/ Verfolgungen/ Creutz und Leyden Durch nützlich: Recipe Vorgeschrieben .../ Mit vielen schönen Emblematischen Kupffern geziert und In Druck gegeben
Regensburg, 1700
Gedruckt bei Quirin Heil
 
Nach dem ganzseitigen Titelkupfer wird auf dem Titelblatt Quirinus Heyl als Drucker genannt, Erscheinungsort wird "Regenspurg zu Statt am Hoff" genannt. Die enthaltenen 38 Embleme haben jeweils einen Bibelvers in deutscher Sprache als Motto (falsche Stellenangaben sind in der Datenbank stillschweigend korrigiert), die Subscriptio bildet ein ebenfalls in Deutsch gehaltener Vierzeiler, der jeweils zu Beginn des Kommentars zitiert wird. Anschließend folgen in Prosa Rezepte gegen alle Arten der "Melancholey auf den jetztigen Welt-Stand gerichtet", also gegen Nöte und Schicksalsschläge des Lebens, die mit den in den Emblemen gezeigten Themenkreisen in Zusammenhang stehen. Durch die Embleme und die mit dazu gegebene "Artzney" in verbaler Form soll Trost gespendet werden. Der Band ist sowohl als Anregung und Anleitung für Prediger und Beichtväter gedacht, als auch für das private Lesen.
 
Bibliographie: VD17: 12:106162V. - Landwehr (1972), Nr. 312.
 
 
    -     Kollation: [16] Bl., 274 [i.e. 324] S., [38] Bl. : Frontisp.     -     Fingerprint: n.n. n-r- h?t, vowi 3 1700A
Signatur: BSB: Res/Asc. 5541 e








Zur Blätterversion



Isaac F. Ochsenfurth
Vita, & Gesta Sancti & Gloriosi Martyris Sebastiani, Singularis contra Pestem Patroni, Sub diversorum Emblematum Schemate Rhythmice conscripta, Nec non Documentis Moralibus ac devotis Affectibus ad eundem Sanctum directis illustrata. Leben und Thaten Deß Heiligen und Glor-würdigen Martyrers Sebastiani, Eines sonderbahren Patronen wider die Pest unter der Figur verschiedener Sinn-Bilder, auff Reymen-Arth verfasset. Wie auch Mit Sittlichen Lehr-Stucken / und Gottseeligen zu gedachtem Heiligen gerichten Anmuthungen erleuchtet
Augsburg, Stephan Maystedter, 1694
Gedruckt bei Sebastian Hauser
 
Die emblematische Heiligenlegende des fränkischen Kapuziners Isaac von Ochsenfurt (Ostoviensis, gestorben 1708) erschien zuerst 1693. Ihr Text ist durchgehend zweisprachig (Deutsch und Latein). Die Besonderheit des Buches besteht darin, daß alle 22 picturae - wohl aus Kostengründen - auf dem Frontispiz Platz finden mußten. Die dazugehörigen 22 Kapitel sind alle gleich aufgebaut und enthalten zunächst den lateinischen, dann den deutschen Text. Zu Beginn führt Isaac jeweils eine Episode aus dem Leben und Wirken des heiligen Sebastian (Ende 3. Jahrhundert) an, der Offizier der kaiserlichen Garde war und von Diocletian erst mit Pfeilen schwer verwundet und nach seiner Genesung hingerichtet wurde. Es folgen die Beschreibung der Emblem-pictura und das Motto. Die in Versen gehaltene Deutung mündet in ein Sittliches Lehr-Stuck und ein Gebet.
 
Literatur: LCI 2, Sp. 335. - Wimmer/Melzer/Gelmi: Namen und Heilige, S. 735f. - Stadler: Heiligen-Lexikon, Bd. 5, S. 229-231. - Augustyn: Augsburger Buchillustration, S. 841. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 37.
Bibliographie: VD17: 12:117971V. - Kemp/Schilling, S. 306.
 
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Kollation: [14] Bl., 467 S. : Frontisp.     -    Format: 8     -     Fingerprint: E-d, s.er s.e, InQu 3 1694A
Signatur: BSB: V.ss 828 d








Zur Blätterversion



Gnaden-Gebäu der ... Mutter Gottes ... Maria ... zu Kirchhaßlach
1726
Gedruckt bei Adolf Josef Ebel in Mindelheim
 
Bei dem Titel "Gnaden-Gebäu der ... Mutter Gottes ... Maria ... zu Kirchhaßlach" (Mindelheim 1726) handelt es sich um eine Sammlung von 66 Sinnbildern, die die in Kirchhaßlach - für die dortige Marienkirche ist seit dem 15. Jahrhundert eine Wallfahrt bezeugt - versammelten Emblemfresken in Buchform präsentiert; als Drucker wird Adolph Joseph Ebel genannt.
Jedes der einzelnen Sinnbilder enthält ein lateinisches Motto sowie eine lateinische subscriptio im Epigrammstil, an die sich eine in Prosa abgefaßte erbauliche Betrachtung anschließt, die von der Wiederholung des lateinischen Mottos sowie dessen Übertragung ins Deutsche eingeleitet wird. Die Betrachtung selbst ist knapp und gliedert sich in drei, mehr oder weniger deutlich voneinander zu trennende Teile: der Beschreibung des Emblems folgt seine Deutung, an die sich eine als Gebet gestaltete Fürbitte anschließt; der Gebetsgestus wird insbesondere durch das abschließende "Amen" unterstrichen. Als Ordnungskriterium der Emblemsammlung läßt sich der Stellenwert der emblematischen res angeben: häufig bilden eine (Bibel-)Illustration sowie ein nachfolgendes Emblem mit der gleichen Bedeutung eine inhaltliche Gruppe.
 
 
 
Sprache(n): lt., dt.
Signatur: BSB: Bavar. 1116








Zur Blätterversion



Coelestin Mayr
Hyperdulia Mariana: seu Festa Dei-Parentis
Salzburg, 1713
Gedruckt in Salzburg
 
Der 1679 in Donauwörth geborene Benediktiner Coelestin May(e)r war von 1711-1733 Professor in Salzburg, 1733 bis 1735 Probst von Liezheim und dann bis zu seinem Tod 1753 Abt von St. Ulrich in Augsburg. Unter seinem Vorsitz verteidigte sein Ordensbruder Thiemo Luz 1713 die vorliegende Dissertation. Daß May(e)r seine eigene Dissertation 1713 vorgelegt habe, beruht wohl auf einem Mißverständnis; er war aber der betreuende Professor. May(e)r selbst promovierte 1706 in Salzburg mit einer Abhandlung unter dem Titel "Deus Unus" (Vorsitz. Ludwig Babenstuber).
Bei dem vorliegenden Titel handelt es sich um eine systematische Untersuchung einzelner Stationen aus dem Leben Marias. Jedes der insgesamt vierzehn Kapitel ("venerationes"), das ein Marienfest zum Gegenstand hat, wird mit einem Emblem eingeleitet, das der traditionellen Dreiteilung (pictura, Motto, subscriptio [die Textteile sind in lateinischer Sprache]) folgt. Ergänzend findet sich am Kopf der Emblemseite die zentrale emblematische res angegeben; daran schließt sich eine knappe Zusammenfassung der nachfolgenden Betrachtung an. Bevor mit der eigentlichen Untersuchung begonnen wird, ermöglicht eine detaillierte Inhaltsangabe des jeweils vorliegenden Kapitels eine erste Orientierung.
 
Literatur: DBA 835, 149-160.
 
 
Sprache(n): lt.
Signatur: BSB: Ph.pr. 816








Zur Blätterversion



Bartholomaeus RülichBaruch (Pseudonym) LothBaruch Loth (Pseudonym) Romaelium
Cervus, Hoc Est, Quae Per Cervum Significata Fuere Sacris Aegyptiorum Literis Der Hirsch / Und bedeutung der Figuren desselben / welche bey den weisesten Leuten in Egypten breuchlich gewesen sein / In Lateinische und Teutsche Versen gebracht
1602
Gedruckt bei Johannes Schultes in Augsburg
 
Aufgrund einer handschriftlichen Notiz in einem Exemplar der SStB Augsburg konnte der auf dem Titelblatt angegebene Name Baruch Loth Romaelius als Anagramm für den Augsburger Geistlichen Bartholomaeus Rülich entschlüsselt werden. Rülich hat 16 Hirschembleme den 'Hieroglyphica' des Giovanni Pierio Valeriano mit den lateinischen Motti entnommen und ihnen lateinische und deutsche Verse beigegeben. Die lateinischen Motti hat Rülich in deutsche Paarreime übersetzt, die zugleich auch den Sinn der Embleme auf den Punkt bringen.
Auf dem Titelblatt wird der Kupferstich Nr. 8 wiederholt.
Die benutzte Ausgabe enthält nach Bl. A 2 eine von Raphael Custos 1622 unterzeichnete Widmung, die offensichtlich einem anderen Werk entstammt.
 
Literatur: Bath (1992), S. 311-314.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 401. - VD17: 3:606671G
 
Künstler: Dominicus Custos
 
Sprache(n): lt., dt.     -     Fingerprint: : u-a- umu. t.t, DiDa C 1602A
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 45








Zur Blätterversion



Exercitationes variae emblematicae, Periculum primum: d. i. Emblematische ... Gedanken über mancherlei ... Sachen d. Alten u. neuen Welt
Hamburg, 1708
 
Der 1708 anonym in Hamburg erschienene Band enthält 26 Embleme. Sie tragen jeweils ein lateinisches Motto mit deutscher Übersetzung. Auf die pictura folgt stets ein sehr ausführlicher Text in Prosaform, der als Gespräch zwischen Gelehrten inszeniert ist. Darin wird einerseits explizit auf das jeweilige Emblem Bezug genommen, was auch durch Randglossen ("Application des Sinnbildes") angezeigt wird. Andererseits werden Phänomene der Natur, historische Begebenheiten, biblische Geschichten und ähnliches mit dem Emblem und seiner Auslegung in Verbindung gebracht und ebenfalls in Gesprächsform ausgebreitet. Schon das Titelkupfer, auf dem eine um einen Tisch gruppierte Runde von diskutierenden Männern dargestellt ist, spielt auf den dialogartigen Aufbau des Bands an.
 
 
 
Sprache(n): dt., lt.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 16 b (Beibd. 1








Zur Blätterversion



Luca Contile
Ragionamento di Luca Contile sopra la proprietà delle Imprese
Pavia, 1574
 
Der 1574 erschienene Folioband enthält neben einer bedeutenden Einführung zum Thema Impresen (Bl. 1-43) die Impresen von den Mitgliedern der Academia degli Affidati in Pavia. Der Verfasser des Werkes, Luca Contile (1505-1574), der auch als Dichter und Briefautor hervorgetreten ist, gehört selbst in diese Reihe. Seine Imprese mit dem Motto "Alterutra monstratur iter" findet sich auf Bl. 82v.
Insgesamt versammelt der 'Ragionamento' 116 in Kupfer gestochene Impresen. Der erste Kupferstich umfaßt eine ganze Seite (vgl. Taf. nach Bl. 43) und zeigt die Imprese des spanischen Königs Philipp II. (1556-1598), dem das Werk gewidmet ist. Nach der Imprese der Akademie (Bl. 45v) folgen zunächst bis Bl. 155v die Embleme von 108 Mitgliedern. Nachträglich wurde eine weitere Lage mit sechs weiteren Angehörigen der Akademie und ihren Impresen eingefügt. Alle Sinnbilder sind von unterschiedlichen Renaissancebordüren umgeben und werden im Text erläutert.
Zusammen mit Pittonis 'Imprese di diversi Principi ...' ist Contiles 'Ragionamento' eine der Hauptquellen für die 'Symbola et emblemata' des Joachim Camerarius.
 
Literatur: SinnBilderWelten, Nr. 59, 90, 135, 136, 146.
Bibliographie: Praz, S. 307. - Landwehr 1(976), Nr. 233.
 
 
Sprache(n): it., lt.
Signatur: ZIKG: 4 SB 174/6 R








Zur Blätterversion



Sanctorello (Pseudonym)
Exercitationes variae emblematicae
1723
 
Der 1723 unter dem Namen Sanctorello in Hamburg erschienene Band enthält 23 Embleme. Bei dem Namen des Herausgebers handelt es sich sicher um ein Pseudonym, das aber nicht aufgelöst werden konnte. Die Identität hinter "Sanctorello" bleibt verborgen. Der Aufbau, das Titelkupfer und die Aufmachung insgesamt entsprechen der Ausgabe mit gleichem Titel, der 1708 anonym erschienen ist. Es handelt sich also um eine Fortsetzung des ersten Bandes. Die Embleme tragen jeweils ein lateinisches Motto mit deutscher Übersetzung. Auf die pictura folgt stets ein sehr ausführlicher Text in Prosaform, der als Gespräch zwischen Gelehrten inszeniert ist. Darin wird einerseits explizit auf das jeweilige Emblem Bezug genommen, was auch durch Randglossen ("Sinnbild oder Emblem") angezeigt wird. Andererseits werden Phänomene der Natur, historische Begebenheiten, biblische Geschichten und ähnliches mit dem Emblem und seiner Auslegung in Verbindung gebracht und ebenfalls in Gesprächsform ausgebreitet. Schon das Titelkupfer, auf dem eine um einen Tisch gruppierte Runde von diskutierenden Männern dargestellt ist, spielt auf den dialogartigen Aufbau des Bands an.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr.
 
 
Sprache(n): dt., lt.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 187








Zur Blätterversion



Annus Secularis Societatis Jesu Adumbratus Ex Anno Temporali A Gymnasio Tricoronato Ubiorum: Anno Confirmatae Societatis centesimo Salutis humanae MDCXL
Köln, Hermann (I.) Mylius, 1640
 
Der Band, der nur unter dem Hinweis auf die "Societas Jesu", sonst aber ohne Nennung von Herausgeber oder beteiligten Künstlern 1640 erschienen ist, enthält fünf großformatige und aufwendig gestaltete Embleme, die jeweils ein bis drei lateinische Motti tragen und lateinische Distichen als subscriptiones unter den Stichen aufweisen. Nach dem einleitenden Emblem, das sich auf das ganze Jahr bezieht, folgen die weiteren Embleme in der Ordnung der Jahreszeiten. Das Winter-Emblem hat für jeden der drei Bildgegenstände ein eigenes Motto und wird deshalb als drei Einzelembleme gezählt. Das Sonnenemblem auf dem Titelkupfer zeigt vier verschiedene Motti, die sich jeweils auf die entsprechende Jahreszeit beziehen, und wird deshalb als vier Einzelembleme in die Datenbank übernommen.
 
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 35. - VD17: 12:115076A
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [8] Bl., 372 [i.e. 358] S., [1], [5] Bl. : Kupfert     -    Format: 4     -     Fingerprint: a,ac o-i- s.es retu 3
Signatur: BSB: Res/4 Jes. 7








Zur Blätterversion



Christoph Schmidt
Aesopisches Fabel-büchlein: mit 50. schönen Figuren von neüem außgezieret, Und in Lehr-reiche Reimen kürzlich verfasset / anietzo An das Tagliecht herauß gegeben, von Christoph Schmidt Kupferstecher in Augstburg
Augsburg, Christoph Schmidt, 1677
Gedruckt in Augsburg
 
Der Band enthält neben dem Kupfertitel 50 weitere Tafeln, die ähnlich wie das Titelkupfer gestaltet sind. Den seitenfüllenden Stichen sind jeweils ein lateinischer Vers und ein deutscher Paarreim beigegeben. Der lateinische Vers, der den abgebildeten Sachverhalt auf eine allgemeine Aussage hin auslegt, kann als Motto aufgefaßt werden. Der deutsche Paarreim, der oft auch auf das Bildmotiv wieder eingeht, kann als deutsche Mottovariante angesehen werden, denn die Wiedergabe eines lateinischen Verses durch einen deutschen Paarreim ist bei Emblembüchern nicht ungewöhnlich. Anders als der Titel es vermuten läßt, sind die Bildmotive keineswegs ausschließlich der Fabelliteratur entnommen. Im Vergleich zu herkömmlichen Fabelsammlungen erscheint in diesem Band der Erzählteil der Fabeln stark reduziert, sodaß der Leser auf seine eigene Kenntnis der Fabelstoffe angewiesen ist.
Die erste Tafel nach dem Titelkupfer ist von Aegidius Sadeler als 'Inventor' und Christoph Schmidt als Stecher signiert. Ein Autor der lateinischen und deutschen Verse ist nicht bekannt. Alle Tafeln werden in die Datenbank übernommen; das Titelkupfer erscheint als Emblem Nr. 51.
 
Bibliographie: VD17: 12:643661A
 
Künstler: Aegidius Sadeler; Christoph Schmidt
 
Sprache(n): dt., lt.     -     Kollation: [1], 50 Bl. : Kupfert., 50 Ill. (Kupferst.).     -    Format: 4     -     Fingerprint: p.l. n.nn n.n. t.++ 3 1677A
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 45 Beibd. 2








Zur Blätterversion



Paul Aler
Annus Secularis Archi-Episcopatus Coloniensis, Haeretica lue purgati, in orthodoxa fide conservati: Ab Anno M.D.LXXXIII. usque ad Annum M.DC.LXXXIII. Triplici Sole Ernesto, Ferdinando, Maximiliano Henrico, Serenissimis Domus Bavaricae Ducibus, Non interrupta serie succedentibus sibi Archi-Episcopis illustratus / ... Ex tribus auspicatissimis Anni Solaris partibus, Vere, Aestate, Autumno descriptus A Musis Collegii Societatis Jesu Coloniensis
Köln, Peter Wilhelm von Alstorff, o.J.
Gedruckt in Köln
 
Das anonym 1683 in Köln erschiene Buch nimmt in den zehn enthaltenen Emblemen jeweils Bezug auf ein Tierkreiszeichen und ordnet die damit verbundenen Eigenschaften Kölner Erzbischöfen (Ernst: 1583-1612; Ferdinand: 1612-1650; Maximilian Heinrich: 1650-1688) zu, deren Regierungszeit mit 1583 bis 1683, also das Jahr der Herausgabe des Bands, angegeben ist. In den picturae sind jeweils in der oberen Hälfte die angesprochenen Tierkreiszeichen im Jahresablauf abgebildet. Nach den Emblemen folgt ein stets lateinischer Text, der die Eigenschaften, die den Sternbildern zugeordnet sind, nennt und sie auf die Bischöfe bezieht. Erzbischof Ernst sind die Tierkreiszeichen Widder, Stier und Zwilling zugeordnet, Ferdinand werden Krebs, Löwe und Jungfrau an die Seite gestellt, Maximilian Heinrich ist mit Waage, Skorpion und Schütze vertreten. Dabei wird immer wieder betont, wie beherzt sie gegen ketzerische Kräfte, gemeint sind wohl stets Anhänger der protestantischen Konfession, vorgegangen sind. Schon auf dem Titelkupfer findet sich der Hinweis darauf. Als Hinweis auf den Auftraggeber bzw. Herausgeber wird "a musis collegii societatis Jesu Coloniensis" angegeben. Autoren der Texte sind nicht angeführt; de Backer/Sommervogel schreiben das Werk Paul Aler zu. Das Titelkupfer ist von 'Io Soengen' und 'Loffler Iun' signiert.
Das komplexe Titelkupfer, das die Zuordnung der Erzbischöfe zu den verschiedenen Jahreszeiten schon erkennen läßt, erscheint aufgrund der fünf verschiedenen Inschriften, die als Motti aufgefaßt werden, in der Datenbank als fünf Einzelembleme.
 
Bibliographie: de Backer / Sommervogel I.161.2 u. II.1301.31. -Landwehr (1972), Nr. 197). - VD17: 12:116479Z. - CLEJ. 2
 
Künstler: Johann Heinrich Löffler; Jakob Soentgens
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: 20] Bl. : Kupfert., zahlr. Ill. (Kupferst.).     -    Format: 2     -     Fingerprint: s.ta i,it t.s, PaIn C 1683A
Signatur: BSB: Res/2 H.eccl. 20 e








Zur Blätterversion



Antonius a Burgundia
Mundi lapis lydius. Oder: Der Welt -Probier-Stein / Das ist / Emblematische Sitten-Lehren / Deß berühmten D. Antonii à Burgundia. ... Jn diesen Sitten-Lehren wird die Vanitaet oder Eitelkeit durch die Wahrheit beschuldigt und überwiesen deß Falsches und Betrugs.Dieses Wercklein illustrirte und erklärte mit Lateinischen Versen Aurelius Augustinus Clemens, von Brüssel / Fr. Eremita Augustianus. Anietzo denen Liebhabern der Künsten ins Teutsche übersetzt und erklärt in 51. Sinnbildern.
Augsburg, Johann Ulrich Krauß, 1712
Gedruckt bei Johann Jacob Lotter
 
Antonius a Burgundia findet sich als Herausgeber zweier Ausgaben aus Antwerpen, die ebenfalls den Titel 'Mundi lapis lydius' tragen. Die eine von 1639 ist dabei in lateinischer, die von 1643 in niederländischer Sprache verfasst. Doch erst in der Brüsseler Ausgabe von 1665 sind die Illustrationen von Aurelius Augustinus Clemens von Brüssel, wie sie auch für die deutschsprachige Ausgabe aus Augsburg (1712) verwendet wurden. Für die deutsche Ausgabe wird Johann Ulrich Krauß als Herausgeber genannt, als Drucker ist Johann Jacob Lotter vermerkt. Nach dem Titelkupfer folgt eine ausführliche Erklärung desselben. Der Band enthält 51 Embleme, die jeweils rechts auf einer Doppelseite abgedruckt und mit einem zweiteiligen lateinischen Motto versehen sind, das auf der linken Hälfte paraphrasierend in deutsche Verse in wechselnder Zahl übersetzt ist. Die lateinische Subscriptio (ebenfalls auf der rechten Seite) ist stets ein Vierzeiler, der auf der linken Hälfte der Doppelseite als deutsche Verse in ebenfalls wechselnder Zahl wiedergegeben ist. Anschließend folgt eine ausführliche Erklärung (rechts wiederum in Latein, links auf Deutsch) in Prosa. Meist handelt es sich um moralische Lehren, die mit Hilfe der Embleme vorgeführt und verdeutlicht werden sollen.
In der Datenbank werden die zweiteiligen lateinischen Motti als zwei verschiedene Motti geführt. Die entsprechenden deutschen Übersetzungen sind teilweise zu umfangreich, um noch als Motto anerkannt zu werden; sie werden zu Beginn des Kommentars eingetragen.
 
Literatur: Praz, S. 292f. - Lechner, S. 24f. (Nr. 11).
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 45.
 
 
Sprache(n): lt., dt.
Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 6








Zur Blätterversion



Pierre Le Moyne
De l'art des devises. ... Avec divers recueils de devises du mesme autheur
Paris, Sebastien Cramoisy, 1666
Gedruckt bei Sebastien Mabre Cramoisy
 
Das Werk des Jesuiten Pierre Le Moyne (1602-1671) bietet nach dem umfangreichen Traktat des Autors zur Devisenkunst, der keine Illustrationen enthält, in einem 'Cabinet de Devises' zunächst 67 Devisen (Impresen), die sich aus pictura, Motto, einem Prosakommentar und einer Vers-subscriptio zusammensetzen. Diesem Teil folgt ein 'Iardin de Devises', der jedoch nur Emblembeschreibungen bietet. In der Datenbank ist von diesem Teil nur das (von Hialouette gestochene) Wappen der Herzogin von Aiguillon (S. 382) berücksichtigt, da es über das Wappen hinaus einen Blumenkranz als weiteres Bildmotiv und ein lateinisches Motto aufweist. Als 4. Teil schließen sich 57 'Devises adoptées' an mit pictura, Motto und einem knappen Prosakommentar; sie wurden ebenfalls vollständig in die Datenbank übernommen.
Auf dem von Le Paultre signierten Titelkupfer zeigt Minerva (?) einem interessierten weiblichen Publikum als Wanddekoration vier Devisen, die teilweise auch im 'Cabinet de Devises' erscheinen; sie wurden ebenso berücksichtigt wie das Verlegersignet des Titelblattes.
 
Literatur: Saunders (2000), S. 78-81, 323-329.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 471. - ARS F. 393.
 
Künstler: Le Paultre
 
Sprache(n): frz., lt.     -    Format: 4
Exemplare: ZIKG: SB 266/18 R    -    Signatur: BSB:Res/4 L.eleg.m. 119








Zur Blätterversion



Paolo Giovio
Dialogo dell' Imprese Militari et Amorose
Lyon, Guillaume Rouille, 1574
 
Die mit der Hieroglyphik in vielfachen Beziehungen stehende Impresenkunst, die sich seit dem Ende des 14. Jahrhunderts in Burgund und Frankreich entwickelte, wurde durch französische Vermittlung zu Beginn des 15. Jahrhunderts auch in Italien eingeführt und verbreitete sich zunächst in vorwiegend höfischen Kreisen. Die theoretische Auseinandersetzung mit dieser bildlich-literären Form setzte hingegen entschieden später ein und fand ihren Niederschlag in den Impresentraktaten. Als Begründer dieser gelehrten Tradition kann Paolo Giovio (1483-1552) angesehen werden, dessen Dialogo dell'imprese militari e amorose zuerst 1555 (noch ohne Abbildungen) in Rom gedruckt wurde und später mehrere Neuauflagen und Übersetzungen erlebte. Giovio, der sonst vor allem als Verfasser historischer Schriften hervorgetreten ist und später das Amt des Bischofs von Nocera innehatte, bedient sich in seinem Traktat der Dialogform, die der Humanismus aus der Antike übernommen hat. Er führt sich selbst im Gespräch mit Lodovico Domenichi (1515-1564), seinem späteren Herausgeber, vor und schreibt sich dabei die Führungsrolle zu. Nach einigen Ausführungen über die Herkunft der Impresen, die in Ansätzen schon in der Antike gefunden werden, formuliert Giovio seine fünf Grundregeln für die Erfindung vollkommener Impresen und rezensiert dann mehr oder weniger ausführlich zahlreiche überlieferte Beispiele, die seit der Ausgabe Lyon 1559 auch als Abbildungen geboten werden.
Die Ausgabe Lyon 1574 enthält neben Giovios "Dialogo dell’Imprese militari et amorose" und dem "Ragionamento di Messer Lodovico Domenichi. Nel quale si parla d’Imprese d’armi, e d’Amore" (S. 216ff.) auch "Le Imprese heroiche et morali" (S. 168ff.) des Historikers Gabriele Simeoni (1509-1575) aus Florenz.
Alle drei Teile liegen digitalisiert vor. Von den 102 Holzschnitten aus Giovios "Dialogo" sind die 99, die über ein Motto verfügen, in der Datenbank erfaßt. Simeonis Impresen wurden vollständig übernommen. Hinzukommen noch das Verlegersignet auf dem Titelblatt sowie Simeonis eigene Imprese (S. 168). Jedoch können mit der Blätterfunktion alle Seiten gelesen, heruntergeladen oder augedruckt werden.
 
Literatur: Volkmann, S. 49f. - Schöne (1993), S. 42-45. - Sulzer (1992), S. 79-137. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 5.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 345; vgl. ebd., Nr. 331-337, 342-344. - ARS F.270.
 
 
Sprache(n): it.
Exemplare: UBM: 0014/W 8 Art. 91; ZIKG: SB 174/12 R    -    Signatur: BSB: L.eleg.m. 402 u








Zur Blätterversion



Paolo GiovioGabriele Simeoni
Le sententiose di imprese
Lyon, Guillaume Rouille, 1561
 
Der Historiker Gabriele Simeoni (1509-1575) aus Florenz publizierte 1561 unter dem Titel "Le Sententiose Imprese di Monsignor Paulo Giovio, et del Signor Gabriel Symeoni, ridotte in Rima per il detto Symeoni" zwei bereits veröffentlichte Impresensammlungen. Allerdings ersetzte er die Prosakommentare seines eigenen Bandes "Le Imprese heroiche et morali" aus dem Jahre 1559 und von Giovios ebenfalls 1559 erschienener illustrierter Ausgabe des "Dialogo dell'Imprese militari et amorose" durch gereimte Vierzeiler.
Gewidmet ist das Werk dem Herzog Emanuel Philibert von Savoyen (1553-1580) und enthält unter Einschluß von Simeonis eigener Imprese mit dem Motto "Huc cursus fuit" insgesamt 127 Impresen. 36 stammen aus den "Imprese heroiche et morali", 90 aus Giovios "Dialogo". In die Datenbank wurden alle Impresen aufgenommen, auch die beiden mottolosen Exemplare Alciatos (S. 127) und des älteren Cosimo de' Medici (S. 69).
 
Literatur: Praz, S. 353.
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 340; vgl. ebd., Nr. 338-339, 341. - ARS F. 266.
 
 
Sprache(n): it.
Exemplare: ZIKG: SB 161/20 R    -    Signatur: BSB: Res/4 L.eleg.m. 107 x








Zur Blätterversion



Casimir Füesslin
Theatrum Gloriae Sanctorum Erectum a Venerando P. Fratre Casimiro Füesslin Ord. S. Francisci FF. Recollectorum Provinciae Argentinae. Anno Domini M.DCC.XI. Hoc est Conciones in Festa occurrentia per annum, ex sacris paginis, SS. Patribus, aliisque probatis Authoribus summo studio & labore concinnatae in Usum Verbi Dei Praeconum
Sulzbach, Johann Christoph Lochner, 1711
 
Das 'Theatrum gloriae sanctorum' des Franziskaners Casimir Füesslin, das erstmals 1696 (weitere Auflagen: 1699, 1711, 1728) in Sulzbach erschien, kann als Beispiel der Franziskaner-Emblematik angesehen werden, die in besonderem Maße die Heiligenverehrung durch Emblembücher förderte. So vereinigt das Theatrum 51 Embleme, die insbesondere die Feste der Heiligen und Märtyrer in der Abfolge des Kirchenjahres zu veranschaulichen haben. Jedes Emblem weist zwei Motti auf, die mitunter als Bibelzitat ausgewiesen sind. Die picturae sind meistens sehr komplex gestaltet. Dem Emblem folgt als Überschrift einer Rede ('concio') ein weiteres Bibelzitat, das manchmal mit einem der Motti übereinstimmt und in der Datenbank mit angeführt wird. Die Rede steht in einem thematischen Zusammenhang mit dem Emblem, kann aber nicht als Emblemkommentar im eigentlichen Sinne angesehen werden, denn ihr Verständnis ist nicht auf die Betrachtung der pictura angewiesen.
 
Literatur: SinnBilderWelten (1999), Nr. 46.
Bibliographie: Landwehr (1972), Nr. 300f. - VD17: 12:140664Z (1699)
 
Künstler: S. Arnold; E. Nunzer; Baner
 
Sprache(n): lt     -     Kollation: [10] Bl., 500 [i.e. 498] S., [11] Bl. : Kupfert.     -    Format: 4
Exemplare: UBM: 0001/4 Homil. 229; BSB: Hom. 2096 i (1728); BSB: Hom. 2099 o (1699).    -    Signatur: BSB: 4 Hom. 692 (Das Titelkupfer ist auf 1696 datiert.)








Zur Blätterversion



Jan David
Paradisus Sponsi et Sponsae: In quo Messis Myrrhae et Aromatum, ex instrumentis ac mysterijs Passionis Christi colligenda, ut ei commoriamus. Et Pancarpium Marianum, Septemplici Titulorum serie distinctum: ut in B.Virginis odorem curramus, et Christus formetur in nobi
Antwerpen, Jan Moretus, 1607
 
Jan David (1543-1613), der 1581 in den Orden der Societas Jesu eintrat, legte mit dem Werk "Paradisus sponsi et sponsae et Pancarpium Marianum", die im Jahr 1607 bei Jan Moretus in Antwerpen erschienen ist, eine Sammlung von insgesamt 100 Sinnbildern vor, die im ersten Teil die Passion Christi zum Gegenstand der Betrachtung hat, während sich der zweite Teil ausschließlich mit Maria (z. T. Elogien aus der Lauretanischen Litanei) beschäftigt; beide Teile umfassen je 50 Embleme. Das Werk wurde in mehrere Sprachen übersetzt: Der lateinschen Ausgabe von 1607 folgt bereits ein Jahr später die polnische Übersetzung "Piecdziesiat punktow", die bei Mikolaj Lob zu Krakau erschienen ist. 1617 erscheint bei Christoff Mang in Augsburg die deutsche Ausgabe Paradeys des Bräutigams und der Braut...Marien gart"; die Kupfer wurden von Theodoor Galle geschnitten. In das 19. Jahrhundert (Paris 1854) fällt die unillustrierte französische Ausgabe von Paul Sausseret "Le jardin mystique...Pancarpe de Marie".
In den ersten 50 Emblemen, bei denen es sich um biblische Illustrationen handelt, überwiegen typologische Relationen innerhalb der pictura, da Altes und Neues Testament aufeinander bezogen werden. Der marianische Teil enthält ebenfalls Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die jedoch durch Einfügung emblematischer Sachverhalte um allegorische Beziehungen ergänzt werden. Der Aufbau gliedert sich wie folgt: an das lateinische Motto schließt sich die pictura an, die ihrerseits unterschiedliche Szenen zusammenfaßt und durch Großbuchstaben voneinander abhebt. Die subscriptio ist in der Ausgabe von 1607 dreisprachig: dem lateinischen Zweizeiler, folgen die niederländische und französische Übertragung. Eingebettet ist die Bildtafel in einen Prosakommentar, der mit einem Gebet ("Oratio") abschließt. Kommentiert wurden allein die pictura-Szenen, die innerhalb des Prosakommentars durch eine Bibelstelle ausgewiesen wurden; die übrigen (proto-)emblematischen Darstellungen wurden ausgeblendet.
 
Bibliographie: de Backer / Sommervogel II, S. 1844-53. - Praz, S. 314. - CLE J.146. - ARS F. 209.
 
Künstler: Theodor Galle
 
Sprache(n): lt.
Exemplare: UBM: 8 Asc. 516; UBM: 8 Asc. 2372#SB (Antwerpen 1618); ZIKG: SB 210/27 R (Antwerpen 1618)    -    Signatur: BSB: Res/Asc. 1344








Zur Blätterversion



Isaac F. Ochsenfurth
Elogia Mariana Ex Lytaniis Lauretanis Deprompta, Ac Sacro Poemate Rythmico, Biblicis Sententiis, ac Figuris, solidis sanctorum Patrum effatis, ac variis probatorum Auctorum Discursibus; Quae omnia In Annotationibus post quaelibet Poemata apponuntur ad longum, luculenter explanata ; Opus non solum fovendae devotioni erga Beatissimam Virginem peropportunum, sed etiam Panegyricis de Eadem sermonibus efformandis accommodatissimum
Augsburg, Johann Philipp Steudner, 1700
Gedruckt bei Anton Nepperschmid in Augsburg
 
Die auch ins Deutsche übersetzte' Elogia mariana' des Kapuziners Isaac von Ochsenfurt (+1708) gehört zum Typus der emblematisch illustrierten 'Lauretanischen Litanei' und steht in der Nachfolge des' Asma poetica', das die Marianische Kongregation in Linz 1636 zusammengestellt hatte. Das Bauprinzip von Werken dieser Art beruht auf der Zuordnung von Illustrationen zu den einzelnen Anrufungen der Litanei. Die rein formale Annäherung an das Emblem ist durch die Dreiteiligkeit gegeben - die über der Illustration erscheinende Anrufung nimmt den Platz des Mottos ein, die Verse unter der pictura können als Entsprechung zur subscriptio verstanden werden -, doch ist es mehr als zweifelhaft, ob derartige formale Korrespondenzen allein schon hinreichen, um die Illustrationen als emblematisch einzustufen. Die 'Elogia mariana', die als 'Marianische Ehren-Titlen' 1703 auch in deutscher Übersetzung erschienen, bringen zu jeder Anrufung eine mitunter sehr komplexe Illustration, der eine subscriptio folgt. Umfangreiche Lieder vertiefen die mit dem jeweiligen Titel verbundene Problematik; sie werden durch 'Annotationes' erläutert.
Traditionelle Bildelemente werden in formaler Orientierung an der Emblematik zum Zwecke der Bildmeditation kontaminiert. In dieser Komplexität gehen die Illustrationen weit über die sonst in der angewandten Emblematik festzustellende Verwendung der Litanei hinaus; mehrfach finden sich Emblemprogramme, die ihre picturae der Litanei entnehmen und die entsprechende Anrufung als Motto dazusetzen und solche Litanei-Embleme mit ‘regelgerechten’ Emblemen kombinieren.
 
Literatur: Lüdicke-Kaute. - Kemp: Emblem, S. 333. - SinnBilderWelten (1999), Nr. 30.
Bibliographie: VD17: 23:241185Z. -
 
 
Sprache(n): lt.     -     Kollation: [9] Bl., 52, 500 S. : Ill.     -    Format: 4     -     Fingerprint: o.NO t,a- l-q, StHo 3 1700A
Exemplare: BSB: Res 4 Asc. 508    -    Signatur: UBM: 0001/4 Homil. 631








Zur Blätterversion



Giulio Cesare Capaccio
Delle Imprese trattato ... In tre Libri diuiso
Neapel, Giovanni Giacomo Carlino, 1592
 
 
Bibliographie: Landwehr (1976), Nr. 203.
 
 
Sprache(n): it.     -    Format: 4
Exemplare: BSB: 4 L.eleg.m. 37; UBM: 0001/4 Art. 100    -    Signatur: BSB: 4 L.eleg.m. 38








Zur Blätterversion



Das Emblemprogramm der Dreifaltigkeitskirche in München
1715
 
Die Dreifaltigkeitskirche in München geht zurück auf eine Vision der Anna Maria Lindmayr, derzufolge die Stadt München von den Verheerungen des Spanischen Erbfolgekriegs verschont bleiben sollte, wenn die drei Stände (Bürger, Adel, Geistlichkeit) eine Kirche zu Ehren der Dreifaltigkeit errichteten. Das entsprechende Gelübde wurde am 17. Juli 1704 in der Frauenkirche abgelegt. Nach langer Standortsuche wurde die Kirche 1711-1714 von Giovanni Antonio Viscardi (1652-1713), Johann Georg Ettenhofer und Enrico Zucalli errichtet und 1718 geweiht. Die Stuckdekoration geht auf den Wessobrunner Stuckateur Johann Georg Bader (1675-1726) zurück, die Gewölbefresken sind ein Werk des Cosmas Damian Asam und werden wie der Stuck in die Jahre 1714-1715 datiert.
Das sehr figurenreich gestaltete Fresko in der Hauptkuppel verherrlicht (wie die meisten anderen Fresken auch) die Dreifaltigkeit und ist trotz der Inschrift "Deo uni et trino sit laus honor et gloria perennis" (Dem einen und dreifaltigen Gott sei ewig Lob, Ehre und Ruhm) ebensowenig emblematisch wie die Darstellungen der vier Evangelisten in den Zwickeln des Kuppeltambours und die Darstellungen der drei Personen der göttlichen Trinität in der Kuppel des Chores. Auch die zentralen Fresken in den Seitenjochen, die die Taufe und die Verklärung Christi zeigen, sind nicht emblematisch und werden deshalb in der Datenbank nicht berücksichtigt, sind aber als Abbildung verfügbar. Dagegen werden das Hauptfresko in der Kuppel des Chores (Abraham bewirtet die drei Engel) und die Zentralfresken im nördlichen und südlichen Tonnengewölbe (Drei Herzen in der Muschelschale bzw. Arche Noah) ebenso wie die übrigen Fresken als Embleme in die Datenbank aufgenommen.
 
Literatur: Kemp (1982), Nr. 141. Hans Ramisch: Dreifaltigkeitskirche in München (Kleine Kunstführer 27), 5. Aufl., Regensburg 1994. Bauer/Rupprecht, Bd. 3 (1987), S. 58-112.
Bibliographie: Kemp (1982), Nr. 141.
 
Künstler: Cosmas Damian Asam
 
Sprache(n): lt.








Zur Blätterversion



Die Embleme im Rittersaal von Hohen Luckow
1708/1709
 
25 km von der Ostsee entfernt liegt inmitten eines Parks mit teilweise sehr altem Baumbestand das Gut Hohen Luckow, dessen Hauptgebäude, das Schloß, einen beeindruckenden Anblick bietet. Den Bau hat Christoph von Bassewitz (1670-1745) 1707/08 errichten lassen. Die zwei achteckigen Seitentürme sind erst im 19. Jh. hinzugesetzt worden. Von Bassewitz war als Hochfürstlich Brandenburg-Bayreuthischer Geheimer Rath am Bayreuther Hof mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut. Hohen Luckow blieb bis 1810 im Besitz der Familie von Bassewitz und wurde dann von der Familie von Brocken übernommen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Hohen Luckow zu einer LPG, die das Schloß als Verwaltungsgebäude nutzte. 1994 wurde Hohen Luckow privatisiert und als landwirtschaftlicher Betrieb mit dem Schwerpunkt auf Ackerbau und Milchviehzucht fortgeführt. Das denkmalgeschützte Herrenhaus ist als Wohn- und Gästehaus umfangreich restauriert worden und wird heute auch für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genützt.
Das Schloß zeichnet sich vor allem durch prächtige Stuckdecken des italienischen Stuckateurs Clerici aus; sie gehen teilweise auf Entwürfe zurück, die Carlo Maria Pozzi 1708 in Augsburg publiziert hat. Der glanzvollste Raum des Schlosses ist der Rittersaal. Neben der Stuckdecke und dem prunkvollen Kamin fallen dem Besucher sofort zwei weitere dekorative Gestaltungselemente ins Auge. Über dem Dielenboden zeigt eine fein ausgemalte Wandvertäfelung zeigt die Wappen der Vorfahren des Erbauers. Darüber sind die Wände ringsum mit insgesamt 84 bronzierten Stuckmedailllons geschmückt, die zwischen den die Wände plastisch gliedernden Pilastern auf drei Zonen verteilt sind: Die Sockel- und die Deckenzone bieten Halbmedaillons, die Mittelzone wird von Vollmedaillons eingenommen, die teilweise auch als Oval gestaltet sind. Das Format der Medaillons, die ausnahmslos emblematische Darstellungen zeigen, ist von dem zur Verfügung stehenden Platz abhängig. Manche Embleme sind mehr als einen Meter hoch und breit. Zwei kleinere Medaillons links und rechts am Kamin gehören wohl ebenfalls zum Emblemprogramm, auch wenn sie im Gegensatz zu den anderen Emblemen ganz in Weiß gehalten sind und keine Motti aufweisen.
Mit Ausnahme des Emblems Nr. 62 sind alle Embleme der Augsburger 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung' entnommen. Es ist durchaus vorstellbar, daß Clerici zusammen mit Pozzis Entwürfen der Stuckdecken auch ein Exemplar der 'Emblematischen Gemüths-Vergnügung' nach Hohen Luckow gebracht und seinem Auftraggeber als Musterbuch vorgelegt hat. Allerdings zeigen die Embleme im Rittersaal teilweise erhebliche Abweichungen von der Vorlage; dabei ist nicht immer sicher zu entscheiden, ob es sich um eigenständige Varianten oder um nachlässige Fehler handelt. Denkbar wäre es auch, daß die Fehler auf eine der wiederholten Restaurierungen zurückgehen.
In die Datenbank sind alle Embleme aus dem Rittersaal aufgenommen. Da die Emblemfolge keine Leserichtung vorgibt, orientiert die Zählung sich am mutmaßlichen Entstehungsprozeß: Auf die Embleme der Deckenzone folgen die der Mittel- und dann die der Sockelzone. Den Abschluß bilden die beiden Embleme am Kamin, die formal von den übrigen deutlich abweichen.
Bildrechte: Schloss Hohen Luckow
 
Literatur: Gut Hohen Luckow. - Peil (2004) http://www.guthohenluckow.de/publikationen.html
 
 
Sprache(n): dt.








InfoZurück zur Suchmaske